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Aus der Neuen Solidarität Nr. 36/2006

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"Regierung Bush hat ein ganz schwaches Blatt"

Das Londoner Royal Institute of International Affairs (RIIA), auch als Chatham House bekannt, veröffentlichte einen längeren Bericht mit dem Titel Der Iran, seine Nachbarn und die regionale Krise. Die Autoren kommen zu dem Schluß, daß der amerikanische "Krieg gegen den Terrorismus" den Iran gestärkt hat, weil zwei seiner Konkurrenten - die Taliban in Afghanistan und Saddam Hussein im Irak - ausgeschaltet wurden. Auch Israels Angriff auf den Libanon habe den Einfluß des Irans gestärkt.

Laut Chatham House hat der Iran jetzt im Irak wegen seiner Verbindungen zu Schiiten und Kurden die USA als einflußreichste Macht überholt, und falls es zu einem Angriff auf den Iran komme, wären die US-Truppen im Irak sehr gefährdet. Man müsse auf Diplomatie setzen, da der Iran in der Zeit seit der Islamischen Revolution (1979) Beziehungen zu seinen Nachbarn in der Region aufgebaut habe. In dem Bericht wird im einzelnen ausgeführt, wie sich das Verhältnis des Irans zu den verschiedenen Ländern entwickelt hat: den Golfstaaten und anderen "prowestlichen" arabischen Staaten, den zentralasiatischen Ländern, der Türkei, Rußland, China, Indien und Japan.

Einer der Verfasser, mit dem wir sprachen, erklärte dazu, dieser Bericht sei vor allem geschrieben worden, um der "gefährlich vereinfachenden" Iranpolitik der Regierung Bush entgegenzuwirken. "Der Iran spielt Schach, die Regierung Bush spielt Poker. Die Iraner wägen jeden Schritt, den sie tun, sorgfältig ab, sie tasten die Schwächen der Regierung Bush ab und üben Druck aus, wo sie selbst stark sind. Die Regierung Bush spielt Poker, sie droht, während sie in Wirklichkeit ein ganz schwaches Blatt hat."

Er sagte weiter, es sei wichtig, den Iran nicht nur als Land "am östlichen Rand der Mittelostregion zu sehen", sondern in seiner zentralen Lage auf dem eurasischen Kontinent. "Wenn die USA Sanktionen gegen den Iran verhängen, wird niemand mitziehen ... Darüber hinaus fürchte ich, wenn die USA zuviel Druck auf den Iran ausüben, wird er im Irak auf den 'Schiiten-Knopf' drücken. Man muß verstehen, daß im Südirak 7 000 britische Soldaten unter zehn Millionen Schiiten sitzen."