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Aus der Neuen Solidarität Nr. 37-38/2006

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LaRouche an Rumsfeld:

Roosevelt besiegte die Nazis, während die Bushs kollaborierten

Der amerikanische Oppositionspolitiker Lyndon LaRouche reagierte auf Rumsfelds Ausfälle gegen die Demokraten mit einem brisanten Vorschlag.


Prescott S. Bush und die UBC
Damals und heute

Lyndon LaRouche reagierte am 3. September direkt und nachdrücklich auf die jüngsten Ausfälle von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der alle Demokraten, die gegen die Politik der Regierung Bush aufbegehren, als "Anbiederer" [appeaser] bezeichnet hatte, wie jene, die in den Dreißiger Jahren vor Hitler kapitulierten. Rumsfeld hatte in der Vorwoche zwei Reden gehalten und einen Gastkommentar für die Los Angeles Times verfaßt, worin er diesen "Anbiederungs"-Vorwurf erhob. Anschließend schickte er einen Brief an die Demokraten im Kongreß, angeblich, um seine Äußerungen zurückzunehmen, die er jedoch faktisch in dem Brief wiederholte.

LaRouche verurteilte Rumsfeld und erinnerte ihn daran, daß Präsident Franklin Delano Roosevelt Hitler und die Nazis besiegte, während viele rechtsgerichtete Amerikaner in den dreißiger und vierziger Jahren Mussolini, Hjalmar Schacht und Hermann Göring unterstützten. Unter den amerikanischen Faschisten und Nazis jener Zeit habe es sogar einige gegeben, die in Wort oder Tat offen mit Adolf Hitler sympathisierten:

"Rumsfeld sollte wissen, wenn ihn seine geistigen Fähigkeiten nicht im Stich lassen, daß Franklin D. Roosevelt die amerikanische Rechte bekämpfen mußte, um Hitler besiegen zu können", sagte LaRouche. "Wenn Franklin D. Roosevelt diesen Kampf nicht angeführt hätte, hätte Hitler fast mit Sicherheit gesiegt, und die Welt würde vielleicht immer noch unter der mörderischen Knute der Nachfolger Hitlers leben. Die Roosevelt-feindliche Tradition in Amerika ist der amerikanische Ausdruck des Faschismus. Hingegen hat Franklin D. Roosevelts Bündnis mit der Sowjetunion unter Stalin, dem sich Winston Churchill anschloß, Hitler und die Nazis besiegt."

LaRouche verlangt: "Der US-Kongreß sollte sofort Anhörungen über die Frage des Faschismus und die Geschichte jener Amerikaner abhalten, die vor und während des Zweiten Weltkriegs mit den Nazis und den Faschisten kollaborierten - so wie es der Kongreß am Ende des Krieges tat."

Prescott S. Bush und die UBC

In diesem Kontext erinnerte LaRouche Rumsfeld daran, daß der Großvater des gegenwärtigen Präsidenten, Prescott S. Bush, Direktor der Union Banking Corp. (UBC) war, die für den Chef des deutschen Stahlkartells Fritz Thyssen arbeitete, der in seinem Buch I paid Hitler ("Ich bezahlte Hitler", 1941) öffentlich kundtat, Hitlers frühester und spendabelster Finanzier gewesen zu sein. Von 1924-1942 diente die UBC als Holdinggesellschaft aller unternehmerischen Aktivitäten Thyssens in den USA. Dieses Arrangement traf Thyssen mit Averell Harriman. Mehrere Direktoren der Bank Brown Brothers Harriman, darunter Roland Harriman und Prescott Bush, waren Direktoren und Anteilseigner der UBC - auch nach Hitlers Machtübernahme und nach Kriegsbeginn. Bush blieb geschäftsführender Direktor der UBC bis zu dem Moment, als die US-Regierung die Bank schloß.

Am 20. Oktober 1942 beschlagnahmte der US-Kongreß gemäß dem "Gesetz über den Handel mit dem Feind" den gesamten Besitz der Union Banking Corporation mit Sitz 39 Broadway, New York, New York. Die Beschlagnahmung wurde von Leo T. Crowly, dem US-Verwalter feindlichen Vermögens, genehmigt. Bis Ende Oktober 1942 beschlagnahmte der US-Kongreß insgesamt vier Firmen Thyssens in den USA, die alle über die UBC gesteuert worden waren. Neben der UBC waren dies die Hamburg-Amerika-Linie, die Holland-American Trading Corp. sowie die Seamless Steel Equipment Corp. Das waren keineswegs Briefkastenfirmen, sondern sie lieferten an Nazi-Deutschland wichtige Güter für den Krieg. Anhörungen des US-Kongresses nach dem Zweiten Weltkrieg enthüllten, daß die mit Thyssen und der UBC verbundenen Vereinigten Stahlwerke Hauptlieferant von Stahl, Eisen und Sprengstoffen für die Kriegsmaschine der Nazis war. (Elimination of German Resources for War ["Ausschaltung der deutschen Kriegsressourcen"], Anhörungen vor dem Unterausschuß des Ausschusses für Militärangelegenheiten des Senats der Vereinigten Staaten, 2. Juli 1945).

LaRouche möchte wissen: "Will Rumsfeld wirklich, daß die Frage der Anbiederung an und der Kollaboration mit den Nazis wieder aufgerollt wird?"

Damals und heute

LaRouche wandte sich dann dem Totalitarismus der Regierung Bush selbst zu, für den die unermüdlichen Versuche von Rumsfeld und Vizepräsident Dick Cheney typisch sind, eine private Geheimarmee aufzubauen und an Orten wie Guantánamo und Abu Ghraib einige der Foltertechniken zu übernehmen, die von der Nazi-SS perfektioniert wurden.

"Übersehen wir nicht die Rolle von George Shultz, des Mannes hinter Bushs Präsidentschaft. Er ist die Macht hinter Vizepräsident Cheney, die Donald Rumsfeld zum Verteidigungsminister gemacht hat. Selbst führende Republikaner wissen, daß Shultz ein unverhohlener Totalitarist ist, der Bushs Präsidentschaft benutzte, um den Vereinigten Staaten ein ,Pinochet-Modell' der Diktatur und der radikalen freien Marktwirtschaft aufzuzwingen. Shultz' Einsatz für die Privatisierung des Krieges nach dem Vorbild der SS wurde von Felix Rohatyn unterstützt", bemerkte LaRouche.

"Sind nicht die rechtsextremen Strömungen von heute, für die Cheney, Shultz, Rumsfeld und der törichte George Bush typisch sind, die eigentlichen Anbiederer an die Nazis? Ist das nicht die Wahrheit, Mr. Rumsfeld?"

LaRouche schloß: "Ich fordere den US-Kongreß auf, sofort Anhörungen über diese Frage der Anbiederung anzusetzen, die noch vor dem Novemberwahlen stattfinden sollten. Nichts auf der Tagesordnung des US-Kongresses sollte höhere Priorität haben als diese Frage. Donald Rumsfeld, ein führender Vertreter der Regierung Bush, hat dies zu einem Thema der nationalen Debatte gemacht, und das muß richtiggestellt werden. Der Kongreß ist dazu der angemessene Ort."

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Rumsfelds "Faschismus"-Polemik löst heftige Gegenreaktionen aus - Neue Solidarität Nr. 37/2006
Ja, es droht Faschismus - von der Regierung Bush - Neue Solidarität Nr. 37/2006

 

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