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Aus der Neuen Solidarität Nr. 44/2006

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Stoppt die Cheney-Propaganda für Massenmord an Moslems!

Man dürfe nicht davor zurückschrecken, massenhaft Zivilisten zu töten oder Atomwaffen einzusetzen, erklären Vertreter der Kriegspartei in den USA öffentlich. Die LaRouche-Bewegung mobilisiert gegen diese Volksverhetzung.


Was genau ist das Ayn-Rand-Institut?
Vorbeugender Atomkrieg

Gegen die Gedankenpolizei an den Unis

Während die Regierung Bush/Cheney weiter auf einen Angriff auf den Iran vor oder nach der Kongreßwahl am 7. November hinarbeitet, forderte am 16. Oktober ein Redner an der Universität von Kalifornien in Los Angeles öffentlich einen Massenmord an Moslems, "damit die westliche Zivilisation wieder stolz auf sich sein kann".

Der Redner war der Leiter des Ayn-Rand-Instituts (ARI), Dr. Yaron Brook. In der Berichterstattung über die Veranstaltung schrieb die Zeitung Daily Bruin am 17. Oktober, Brook habe gewarnt, "der islamische Totalitarismus stellt eine schwere Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten dar", und eine Möglichkeit, solche Regimes zu besiegen, bestehe darin, "bis zu mehrere Hunderttausend ihrer Unterstützer zu töten". Dann würde "die Unterstützung für extremistische Ideen auf eine kleine Minderheit der Bevölkerung schrumpfen", während sie jetzt bei 40 Prozent liege.

Man möchte wünschen, das sei nur ein Ausrutscher eines einzelnen verwirrten Geistes, aber leider ist es Teil einer gezielten Kampagne. Die LaRouche-Bewegung hat gerade ein Dossier über die neue "Gedankenpolizei" an Amerikas Universitäten veröffentlicht. (Derzeit verteilt LaRouches politisches Aktionskomittee LaRouchePAC in den USA eine Million Exemplare der neuen Broschüre Ist Joseph Goebbels an Deiner Universität?) Brook und das ARI sind ein fester Bestandteil der Kriegspartei um die Ehefrau des Vizepräsidenten, Lynne Cheney, die an Amerikas Hochschulen um Unterstützung für neue imperiale Kriege wirbt und ihre Gegner mit den Methoden eines Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels einschüchtert.

Veranstaltet wurde Brooks Auftritt von der mit dem ARI verbundenen Studentengruppe LOGIC (eine Abkürzung für: Freiheit, Objektivität, Habgier, Individualismus, Kapitalismus). LOGIC hat auch Verbindungen zum rechtsgerichteten "Collegiate Network", einem Verbund "konservativer" Zeitungen, die an den Universitäten kostenlos verteilt werden. Das entsprechende Blatt an der Universität in Los Angeles (UCLA) ist der Bruin Standard. Der Herausgeber, Garin Hovannisian, ist ein Günstling von David Horowitz, einem der Koordinatoren von Lynne Cheneys "Campus-Gedankenpolizei", der auch schon Lyndon LaRouche verleumdet hat.

Dr. Brook ist kein Einzelfall.

Da sich die Kriege in Afghanistan und dem Irak, wie von Lyndon LaRouche vorhergesagt, als tödliche Sackgasse erwiesen haben, ist die Unterstützung für die selbstmörderische "Durchhalte-Politik" der Regierung Bush/Cheney in den Meinungsumfragen eingebrochen. Die Abscheu der Amerikaner vor dieser Politik wuchs so weit, daß sich viele früher loyale Anhänger unter den republikanischen Abgeordneten und Senatoren von Bush und Cheney abwenden und ein "Erdrutschsieg" der Demokraten in greifbare Nähe gerückt ist.

Aber trotz der abnehmenden innenpolitischen Unterstützung und wachsenden Opposition im Ausland - selbst in England fordern Spitzenmilitärs einen Abzug aus dem Irak - arbeitet die Kriegspartei hinter Bush und Cheney weiterhin manisch auf einen neuen Krieg gegen den Iran oder Nordkorea hin, wobei diesmal sogar Kernwaffen zum Einsatz kommen könnten.

Nehmen wir beispielsweise George Shultz, den alten Synarchisten und Mentor der Regierung Bush. Vor Zuhörern erklärte er an der Universität Stanford am 14. Oktober, statt dem Iran ständig nur zu drohen, sollten die USA endlich "schießen". Shultz sagte, die Vereinten Nationen und westlichen Regierungen behaupteten zwar, gewisse Handlungen seien inakzeptabel, aber wenn man es tue, nähmen sie es hin. Auf die Frage, was man denn tun solle, antwortete Shultz (der Mann, der 1973 Pinochet in Chile an die Macht brachte):

"Wir müssen konsequent sein - schießen... Als ich zu den Marines ging, gab mir ein Sergeant ein Gewehr und sagte: 'Ziele niemals auf jemanden, wenn du nicht gewillt bist, abzudrücken.' Heute sehen wir ständig, daß man nicht gewillt ist, abzudrücken: Dhafur, Iran, Nordkorea, Hisbollah. Man muß konsequent sein und schießen."

Was genau ist das Ayn-Rand-Institut?

Das ARI ist nach der 1982 verstorbenen Autorin Ayn Rand benannt. Es wurde 1986 von Leonard Peikoff gegründet, der an der Universität New York unter Sidney Hook promoviert hatte. Peikoff, schon seit Ende der 60er Jahre ein vehementer Gegner LaRouches, gründete die Organisation "Universitätszentren für eine vernünftige Alternative" (UCRA), den Vorläufer der heutigen Gedankenpolizei an Amerikas Universitäten, des "Amerikanischen Rates der Treuhänder und Absolventen" (American Council of Trustees and Alumni, ACTA).

Peikoff sieht sich als getreuen Jünger Ayn Rands, der Begründerin des sog. "Objektivismus". Rands Theorie ist ein Gebräu aus der antiplatonischen Philosophie von Aristoteles, John Locke und Friedrich Nietzsche und der fanatisch nationalstaatsfeindlichen Ideologie des österreichischen faschistischen Ökonomen Ludwig von Mises. Das Ergebnis ist ein Kult des Hobbesschen Menschen, eines von Habgier und Lust getriebenen Wesens im Kampf aller gegen alle.

Einer der wichtigsten Anhänger Rands ist der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan, der schon früh zum harten Kern ihrer Anhänger gehörte, den man "Das Kollektiv" nannte. Peikoff gehörte ebenfalls zu diesem Kreis.

Greenspans Name tauchte zum erstenmal in der New York Times auf, als er 1957 in einem Leserbrief an den Leiter des Literaturmagazins Ayn Rand verteidigte. Später lehrte er Ökonomie am Nathaniel-Branden-Institut, das Rands Ideen verbreitete. Auch Branden gehörte dem inneren Kreis um Rand an. Als Greenspan unter Präsident Gerald Ford zum Chef des Wirtschaftsbeirates ernannt wurde, lud er Rand als besondere Ehrung zu seiner Vereidigung ein. Unter Ford betrieb Greenspan besonders vehement die Deregulierung und den Abbau staatlicher Sozialprogramme.

Rand nannte Greenspan den "Totengräber" - vielleicht wegen seines düsteren Gehabes, aber vielleicht ahnte sie auch schon, daß er während seiner langen Amtszeit als Notenbankchef die amerikanische Volkswirtschaft systematisch kaputtmachen würde.

Yaron Brook leitet das Ayn-Rand-Institut seit 2000, aber sein Lebenslauf zeigt, daß er weit mehr als nur ein Verfechter monetaristischer Ideologien ist. Auf der Internetseite des ARI heißt es über ihn: "Seine Jahre im Dienst des israelischen Militärgeheimdienstes verleihen ihm zusammen mit ausgedehnten Forschungen gründliche Kenntnisse des Nahostkonflikts und des Terrorismus sowie der amerikanischen Außenpolitik in der Region. Viele Hochschulen im ganzen Land haben ihn zu seinem jüngsten Vortrag 'Die moralischen Gründe für die Unterstützung Israels' eingeladen." Brook hat drei Unternehmen gegründet, eines davon BH Equity Research, ein Beratungsunternehmen für Risikokapital im kalifornischen San Jose. Er war Assistenzprofessor für Finanzen an der Universität von Santa Clara. Er erwarb einen Abschluß als Bauingenieur in Israel und einen Doktorgrad in Finanzwesen an der Universität Austin, Texas.

Vorbeugender Atomkrieg

Der Kriegspartei um Cheney reicht es aber nicht, den Nationalstaat durch schlechte Wirtschaftspolitik zu vernichten, wie Greenspan es tat. Schon ein kurzer Blick auf die ineinander verflochtenen Aktivitäten der ARI-Gruppe und der Netzwerke von Lynne Cheney, Campus Watch und Horowitz zeigt, daß sie den "vorbeugenden Atomkrieg" betreiben. Das Vorbild dafür liefert Bertrand Russell, der den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki unter Präsident Truman nachdrücklich verteidigte und den "vorbeugenden" Einsatz von Atomwaffen gegen Rußland forderte.

Brooks Vorschlag, einfach ein paar Hunderttausend Moslems umzubringen, ist typisch für diese blutrünstige Weltsicht. In einem weitläufigen Artikel in der Erstausgabe der neuen Zeitschrift The Objective Standard (2006) weist Brook die Idee des "gerechten Krieges" zurück und vertritt stattdessen Ayn Rands Theorie des "rationalen Eigeninteresses" als Rechtfertigung für einen Präventivschlag gegen den Iran.

Er schließt: "Wir verlieren den Krieg gegen den islamischen Totalitarismus, weil unsere politische und militärische Führung durch die Moral des Altruismus, die in den Grundsätzen des gerechten Krieges zum Ausdruck kommt, behindert wird. Die moralischen Grundsätze der Theorie des gerechten Krieges legen Regeln fest, die jede Hoffnung auf einen Sieg im Krieg untergraben, blockieren und unterwandern."

Brooks Mitautor an diesem Machwerk war Alex Epstein, der ebenfalls dem ARI angehört und zugleich in der Redaktion von www.frontpagemagazine.com von David Horowitz arbeitet.

Horowitz, der früher auch schon einmal für Bertrand Russell gearbeitet hat, fordert ebenfalls einen Einsatz von Kernwaffen zum Massenmord an Moslems. Als er im Rahmen einer Veranstaltung an der kalifornischen Universität in Santa Barbara von Mitgliedern der LaRouche-Jugendbewegung darauf angesprochen wurde, verteidigte er Trumans Atombombenabwurf und fügte hinzu, die USA sollten auch gegen den Iran Kernwaffen einsetzen.

Ein weiterer Mann aus der ARI-Gruppe ist Prof. John Lewis, der mit Brook an einer vom ARI ausgerichteten Veranstaltung vom 20.-22. Oktober in Boston teilnahm. In einem Artikel in der April-Ausgabe der Zeitschrift Capitalism Magazine mit der Überschrift "Die moralischen Lehren aus Hiroshima" behauptet Lewis, die Folgen der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki seien "so wohltätig, so weitreichend und so dauerhaft, daß man die Abwürfe unter die höchsten moralischen Handlungen rechnen muß, die jemals unternommen wurden".

Am Schluß heißt es: "Es war ein Land nötig, das die Welt wertschätzt, um dieses [diktatorische japanische] System auszulöschen. Als die Amerikaner dies taten und sich weigerten, eigene Truppen zu opfern, um das Leben feindlicher Zivilisten zu schonen, war das eine erhabene moralische Tat."

An dieser Konferenz in Boston nahm auch ein enger Mitarbeiter Brooks, Daniel Pipes, teil. Er gehört zu den führenden Verfechtern der neokonservativen Ideologie eines "Kampfes der Kulturen" und zu den Gründern von "Campus Watch".

Im September 2002 produzierte das ARI eine Beilage zu seinem Nachrichtenbrief Impact mit der Überschrift "Amerika im Krieg"; sie enthält u.a. einen Beitrag von Dr. Onkar Ghate mit der Überschrift "Unschuldige im Krieg?" und dem Untertitel "Ein freies Land sollte sich durch die Angst vor zivilen Opfern nicht von der Selbstverteidigung abhalten lassen". Ghate schreibt dort: "Die Sorge unserer Regierung - die von vielen Amerikanern geteilt wird - , keine Zivilisten zu töten, ist moralisch falsch". Er endet mit einer für die "Objektivisten" typischen kaltblütigen Schlußfolgerung: "Krieg ist schrecklich, aber manchmal notwendig. Um den Krieg gegen den Terrorismus zu gewinnen, dürfen wir uns nicht von einer falschen Sorge um 'Unschuldige' abschrecken lassen. Als ein freies Land haben wir das moralische Recht, uns zu verteidigen, selbst wenn es den massenhaften Tod von Zivilisten in terroristischen Ländern erforderlich macht." Ghate wird als Leiter des ARI-Bildungsprogramms für Nichtgraduierte und Graduierte bezeichnet.

Zur Liste der Propagandisten von Massenmord kommt auch Leonard Peikoff hinzu. In einem Artikel im Capitalism Magazine schrieb er kurz nach den Anschlägen vom 11. September einen Artikel mit der Überschrift "Staaten, die Terrorismus unterstützen, zerschlagen". Die Überschrift übernimmt die, wie er sagt, "ausgezeichneten Worte" des damaligen Vize-Verteidigungsministers Paul Wolfowitz, der führend daran mitwirkte, zur Rechtfertigung eines Krieges falsche Berichte über angebliche irakische Massenvernichtungswaffen zu verbreiten.

Peikoff fordert in dem Artikel einen Angriff auf den Iran mit Kernwaffen: "Ein angemessener Krieg zur Selbstverteidigung ist einer, der geführt wird, ohne daß unseren Kommandeuren im Felde hinderliche Selbstbeschränkungen auferlegt werden. Er muß mit den wirksamsten Waffen geführt werden, die wir besitzen (vor einigen Wochen weigerte sich Rumsfeld mit Recht, Kernwaffen auszuschließen)."

Gegen die Gedankenpolizei an den Unis

Mitglieder der LaRouche-Jugendbewegung (LYM) sind derzeit dabei, diese Gestapo-Methoden der Kreise um Lynne Cheney an amerikanischen Universitäten offenzulegen und dagegen zu mobilisieren. Dazu recherchieren sie auch die Verflechtungen und Verbindungen zwischen den verschiedenen Organisationen, die aufgebaut wurden, um die Studenten davon zu überzeugen, daß man "die Politik doch nicht ändern kann" und stattdessen "das Leben genießen soll".

Die Universität in Los Angeles (UCLA) zeigt beispielhaft, wie sich diese Organisationen in personeller und anderer Hinsicht überlappen, und so findet man ihren gemeinsamen Ursprung. Der Vorsitzende von LOGIC an der UCLA ist zugleich Mitherausgeber des neokonservativen Bruin Standard, eine von über 90 Collegezeitschriften, die von den rechten "Collegiate Networks" (der Ideologie von Leo Strauß, Cheney, Buckley) in den USA gegründet wurden. Dieses Zeitungsnetz benutzen die Neokonservativen für Hexenjagden und Verleumdungen gegen jeden Professor, der die Politik der Regierung Bush ablehnt. Kein Wunder, daß auch die LYM schon verleumdet wurde.

Im ganzen Land fordern die Aktivisten der LYM die Studenten auf, gegen diese Gedankenpolizei vorzugehen, denn schon viele Professoren und Studenten sind ins Fadenkreuz dieser Kreise geraten. Mit der massenhaften Verteilung der erwähnten Broschüre wird vielleicht die Jugend wieder frei, zu tun, was jede junge Generation tun sollte: Autoritäten in Frage stellen - vor allem, wenn diese Autoritäten die Unterwerfung unter eine korrupte und verlogene Politik wie der Regierung Bush/Cheney fordern.

Harley Schlanger

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Vortrag über totalitäre Regime - Neue Solidarität Nr. 44/2006
Brook: Legt Falludscha in Schutt und Asche! - Neue Solidarität Nr. 44/2006
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