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Aus der Neuen Solidarität Nr. 49/2006

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Neues von der Seidenstraße


Transsibirische Landbrücke
Eisenbahn-Vereinbarungen zwischen Syrien und dem Libanon

Libyen interessiert am Transrapid

Saudis bauen Landbrücke vom Persischen Golf zum Roten Meer

Transsibirische Landbrücke

Bei Gesprächen in Beijing am 21. November unterzeichneten die Vorstandschefs der Eisenbahnunternehmen Deutschlands, Rußlands und Chinas - Hartmut Mehdorn, Wladimir Jakunin und Liu Zhijun - ein Abkommen über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung einer Eisenbahnfrachtroute, die Chinas Ostküste mit der Westküste Europas verbinden soll.

Die Vereinbarung ist eine Absichtserklärung. Da sich alle drei Eisenbahnunternehmen in Staatsbesitz befinden, hat sie praktisch zwischenstaatlichen Charakter - die einzige Möglichkeit, solche gigantischen Verkehrsprojekte tatsächlich zu verwirklichen.

Mehdorn erklärte, die koordinierte Investition in die Verbesserung der schon vorhandenen Schieneninfrastruktur und in die Zusammenarbeit mit großen chinesischen Häfen wie Schanghai und Hongkong diene dazu, bis Ende 2010 "eine transsibirische Landbrücke zwischen Asien und Europa" entstehen zu lassen. Ab 2011 sollen dann jährlich 10 Mio. standardisierte 20-Fuß-Container zwischen China und Europa hin und her transportiert werden. Diese Reise wird dann jeweils etwa zwölf Tage dauern, während Containerschiffe für die Strecke Schanghai-Hamburg derzeit 30 Tage brauchen.

Der deutsche Anteil beläuft sich auf 2 Mrd. Euro, von denen allein 1,2 Mrd. in den Bau moderner Frachtbahnhöfe entlang der eurasischen Route fließen. Dies wird die Ent- und Beladezeiten verringern und die Verspätungen, ein ärgerliches Hindernis der Ausweitung des Frachtverkehrs auf der Transsibirischen Eisenbahn, vermeiden.

Eisenbahn-Vereinbarungen zwischen Syrien und dem Libanon

Die derzeitige Destabilisierung des Libanon erfolgt zu einer Zeit, da der Libanon und die syrische Eisenbahnbehörde letzte Hand an Planungen legen, die grenzüberschreitende Bahnverbindung zwischen dem nordlibanesischen Hafen Tripoli und der Grenzregion Abboudieh wieder aufzubauen - womit der Libanon in das syrische Eisenbahnnetz eingebunden würde. Dies ist Teil einer 2002 nicht zustande gekommenen Vereinbarung zum Wiederaufbau des gesamten syrisch-libanesischen Eisenbahnnetzes.

Das syrische Eisenbahnnetz ist relativ gut entwickelt, während das libanesische durch den Bürgerkrieg in den 70er und 80er Jahren zerstört wurde. Die neue Eisenbahn-Vereinbarung ermöglicht nicht nur Syrien, sondern letztlich auch entfernteren Ländern wie der Türkei und dem Irak eine Nutzung des Hafens von Tripoli. Die syrischen Bahnverbindungen reichen in den Irak, der über ein gut ausgebautes Schienennetz verfügt, und in die Türkei. Ein an den Verhandlungen beteiligter Fachmann verwies gegenüber der Beiruter Zeitung Daily Star auf den großen wirtschaftlichen Nutzen und erklärte: "Diese Beziehung kann niemand mehr aufheben, auch wenn die USA es sicherlich versuchen."

Der Direktor der libanesischen Ministeriums für Verkehr und öffentliche Vorhaben Abdel Hafez Kayissi erklärte, der Bau der 150 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecke könne innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden. Dieses Eisenbahnvorhaben werde "allen zugute kommen" und könne daher dazu beitragen, die in anderer Hinsicht schlechten Beziehungen zwischen Syrien und dem Libanon zu verbessern.

Das libanesisch-syrische Projekt ist Teil des geplanten 19 000 km umfassenden Schienennetzes, auf das man sich 2003 im der "Vereinbarung über internationale Schienenwege im arabischen Maschrek" unter der Trägerschaft der UN-Kommission für Wirtschaft und Soziales für Westasien geeinigt hatte. Die Arabische Entwicklungsbank und der Kuwaitische Fonds sind interessiert, an der Finanzierung des Eisenbahnprojektes mitzuwirken. Als Teil dieses regionalen Programms hat Saudi-Arabien bereits mit dem Bau einer neuen Schienenverbindung zwischen dem Persischen Golf und dem Roten Meer begonnen.

Libyen interessiert am Transrapid

In einem Interview, das in der Oktober-Ausgabe des Diplomatischen Magazins erschien, sagte der libysche Botschafter in Deutschland, Dr. Said Abdulaati, Libyen sei interessiert an der Magnetschwebebahn Transrapid. Auf die Frage: "Stimmt es, daß Libyen gern den Transrapid hätte", antwortet Abdulaati: "Ja, das stimmt. Es gibt seit langem Pläne für eine Eisenbahntrasse von der tunesischen bis zur ägyptischen Grenze. Die Deutsche Bahn AG ist unser consulting engineer. Ich habe dann Kontakt zum Transrapid vermittelt, eine Delegation war auch bereits in Libyen, und es gab viele Ideen, zum Beispiel die Wüste mit dem Transrapid zu durchqueren oder für eine Verbindung zwischen dem Flughafen und der Innenstadt von Tripolis. Es gibt noch technische Fragen zu klären, da Libyen andere Voraussetzungen hat als China, doch da bin ich sehr zuversichtlich."

Saudis bauen Landbrücke vom Persischen Golf zum Roten Meer

Der Ministerrat Saudi-Arabiens beschloß am 20. November die Finanzierung des Projekts der "Landbrücke", einer Ost-West-Eisenbahn vom Persischen Golf zum Roten Meer. Die Regierung wird Zuschüsse zum Bau gewähren und den Investoren Betriebsrechte für 50 Jahre einräumen. Vier Konsortien saudischer und ausländischer Firmen haben sich für die Ausschreibung qualifiziert. Das Landbrückenprojekt umfaßt den Bau einer 950 km langen Bahnstrecke von Jiddah nach Riad und einer 115 km langen Strecke von Damman nach Jubail. Die Reisezeit zwischen Jiddah und Riad wird sich dadurch um fünf Stunden verringern. Das Projekt wird viel dazu beitragen, die Arabische Halbinsel an die Eurasische Landbrücke anzuschließen.

Einen Tag zuvor war eine Delegation russischer Industrieller unter der Führung des früheren Premierministers und jetzigen Vorsitzenden der Russischen Industrie- und Handelskammer Jewgenij Primakow in Riad eingetroffen, um ihre Unterstützung bei dem Projekt anzubieten. Der Delegation gehörten russische Eisenbahnexperten an, darunter der Direktor der Russischen Staatsbahnen, Wladimir Jakunin.

 

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