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Aus der Neuen Solidarität Nr. 50/2007

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LaRouche-Jugendbewegung besucht Kernkraftwerk Rheinsberg

Eine Delegation der BüSo und der LaRouche-Jugendbewegung besichtigte das stillgelegte KKW Rheinsberg in Nordbrandenburg.

Am 3. Dezember 2007 besuchte eine Gruppe von LaRouche-Aktivisten und BüSo-Mitgliedern das stillgelegte und im Abbau befindliche Kernkraftwerk Rheinsberg im Norden Brandenburgs. Es war das erste und mit 70 Megawatt Leistung zugleich das kleinste in der DDR betriebene Kernkraftwerk und speiste von 1966 bis 1990 das Energieverbundnetz der DDR. Heutige Kernkraftanlagen leisten bis zu 1,6 Gigawatt, der modular-ausbaufähige Hochtemperaturreaktor schafft 140 bis 200 Megawatt je Einheit.

Als in den fünfziger Jahren noch weltweiter Kulturoptimismus herrschte, man die Zeit in Entwicklungsdekaden maß und in den Industrienationen noch darüber nachgedacht wurde, wie man den erworbenen Wohlstand mit dem Rest der Welt teilen und vermehren könnte, da wollte man in der damaligen DDR natürlich auch einen Beitrag zur Entwicklung der Welt leisten. So wurde Mitte der 1950er mit der Planung des ersten ostdeutschen Kernreaktors begonnen.

Nicht weit von Rheinsberg am Stechlinsee sollte der Reaktor ab 1962 in Betrieb gehen. Die Erschließung des Gebietes begann 1957, und 1958 war der Bau der zugehörigen Eisenbahn abgeschlossen. Nun konnte man große Baumaschinen und Material anliefern. Nur etwa 30 % der verwendeten Geräte kamen aus der befreundeten Sowjetunion, darunter so wichtige Teile wie der Reaktorkessel. Die anderen 70 % des gesamten Kraftwerkes, wie Pumpen oder Armaturen, wurden in der DDR hergestellt.

Dazu muß gesagt werden, daß zur gleichen Zeit in der Sowjetunion ein baugleicher Reaktor errichtet wurde, der sicherlich ohne die Lieferungen aus der DDR nicht möglich gewesen wäre. Durch verschiedene Schwierigkeiten bei Produktion und Lieferung, was bei solchen Bauprojekten nicht unüblich war, verzögerte sich die Inbetriebnahme. Am 9. Mai 1966 ging das Kernkraftwerk Rheinsberg ans Netz. Durch die zusätzliche Nutzung als Forschungsreaktor wurden insgesamt 650 Mitarbeiter beschäftigt, was für die Stadt Rheinsberg insgesamt einen Zuzug von 1500 Personen zur Folge hatte.

Die heutige Abwanderung aus den neuen Bundesländern könnte man mit dem Industrieaufbauprogramm von Helga Zepp-LaRouche aufhalten bzw. zur Umkehr bringen. Indem man den Osten Deutschlands wieder industriell entwickelt und ähnlich wie zu DDR-Zeiten Polen, Tschechien, aber insbesondere auch Rußland als strategische Partner bei der gegenseitigen Entwicklung betrachtet, kann man mit Entwicklungskorridoren den Osten Europas und Sibiriens erschließen und entwickeln. Damit schenken wir der Welt den Optimismus der Entwicklungsdekaden wieder, ähnlich, aber viel besser als zu der Zeit, als das Kernkraftwerk Rheinsberg projektiert und gebaut wurde. Es geht um LaRouches Projekt der Eurasischen Landbrücke und das Ziel, für die nächsten 50 Jahre jede Woche weltweit fünf neue Kernkraftwerke zu bauen. Das sind die Erfordernisse, um sieben Milliarden Menschen eine Zukunft zu geben.

Das Kernkraftwerk Rheinsberg war ein wassermoderierter Energiereaktor in Druckraumbauweise mit 70 Megawatt Leistung (Wasser-Wasser-Energie-Reaktor -WWER-70). Aufgrund der Lage am Stechliner See, der bis zu 65 m tief ist und sehr klares Wasser hat, wurde, statt den zweiten Kühlkreislauf wie üblich in einem Kühlturm abzukühlen, der gesamte See als eine Art dritter Kühlkreislauf genutzt. Ein Kühlturm war nicht notwendig. Ähnliche Bauweisen findet man weltweit, so auch an der großen Kernkraftanlage bei Greifswald.

Die Laufzeit des KKW Rheinsberg war zunächst auf 20 Jahre, d.h. bis 1986 angesetzt. Die notwendigen Untersuchungen zeigten aber, daß der Reaktor mit entsprechenden Verbesserungen noch weitere sechs Jahre laufen könnte. Seine Laufzeit wurde dann bis 1992 verlängert.

Aufgrund seiner Bauweise, es ist ein Reaktor der sogenannten „ersten Generation“, gibt es unter anderem keine Kühlwasserleitungssicherheit, und deshalb wurde der Reaktor im Juni 1990 stillgelegt. Herr Helmut Gruhle, Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit bei den Energiewerken Nord GmbH, betonte aber zum wiederholten Male, daß es an dem politischen Willen gemangelt habe, diesen Reaktor zu modernisieren und als Forschungsreaktor zu nutzen.

Anders verlief es auch nicht bei den geplanten bzw. nie fertiggestellten Reaktoren in Greifswald und Stendal. Das KKW bei Greifswald wurde 1973 in Betrieb genommen, es waren acht Blöcke, d.h. insgesamt acht Kernreaktoren mit getrennten Wasserkreisläufen geplant. Es gingen aber bis 1989 nur vier in Betrieb.

In der Nähe von Stendal sollte ein KKW mit 1000 Megawatt Leistung entstehen. Es ging aber nie ans Netz, denn beide Anlagen, Greifswald und Stendal, wurden wie das KKW Rheinsberg wegen angeblich mangelnder Sicherheit 1990 vom Netz genommen bzw. der Bau eingestellt. In diesen Anlagen der ersten Generation wurde sowjetische Kerntechnologie benutzt, bei der es unter anderem, wie gesagt, keine Kühlwasserleitungssicherheit gab. Das allein reichte, um die gesamten Anlagen praktisch für schrottreif zu erklären.

Beim KKW Rheinsberg dauerte es dann insgesamt noch weitere fünf Jahre, bis man die Genehmigung zur Stillegung erteilte. Die gesamte Lebensspanne dieses KKWs waren insgesamt 56 Jahre: 9 Jahre Bau, 24 Jahre Betrieb und 23 Jahre für den peniblen Abbau. Das Gesamtgewicht der Anlage inklusive Bahnstrecke beträgt 340.000 Tonnen, davon müssen 11.000 Tonnen auf Radioaktivität geprüft werden. Die Brennstäbe und andere hochradioaktive Teile werden in den sogenannten CASTOR-Behälter eingelagert.

Die radioaktive Strahlung dieser Behälter ist ähnlich „hoch“ wie die Strahlendosis, welcher man in einem Flugzeug durch die kosmische Strahlung ausgesetzt ist, es sind 40 µSv. Die natürliche geologische Strahlung des Bodens und der Luft dagegen ist, je nach Standort der Messung, bis zu tausendfach höher. So sind es z.B. in Deutschland 2,4 mSv (2400 µSv) oder in Finnland 11 mSv (11000 µSv). Auch unser Essen oder der Skiurlaub in den Alpen setzt uns einer um Größenordnungen höheren „Strahlungsbelastung“ aus als jeder CASTOR-Transport. Und das liegt nicht an dem Unfall im KKW Tschernobyl, das gesamte Universum ist radioaktiv und jeder Stein, jedes Mineral, Felsen im Hochgebirge, Steinkohle von unter Tage, ja jeder Mensch hat eine natürliche, radioaktive Strahlung. Diese natürliche Strahlendosis ist meist um ein tausendfaches höher als die zulässigen Grenzwerte eines Kernkraftwerkes.

Das Element mit der höchsten Halbwertszeit, welches man bei der Zerlegung des Kraftwerkes Rheinsberg fand, ist Cobalt 60, seine Halbwertszeit beträgt 5,5 Jahre. Es bleiben also, entgegen allen Schauermärchen der Anti-Atom/Pro-Ökostrom-Lobby keine hochgiftigen, hochradioaktiven Substanzen übrig, die sich durch alles durchätzen und zu Mutationen wie Riesenameisen führen könnten.

Während der Präsentation von Herrn Gruhle wurde uns deutlich, welches Potential in der Nutzung der Kernkraft liegt. Genau deswegen wird diese Technologie so stark angegriffen. Während und nach dem Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl sind tatsächlich 50 Mitarbeiter des Reaktors, die während des Unfalls in direkte Berührung mit radioaktivem Material gekommen sind, an den Folgen der Verstrahlung und Vergiftung verstorben. Es gab in Westeuropa, besonders in Westdeutschland eine Medienkampagne über den Unfall in Tschernobyl. Man wollte erreichen, daß dieser Unfall in den Köpfen der Bevölkerung mit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima oder Nagasaki gleichgesetzt wird. Diese Gehirnwäsche führte zu einer panischen Angst vor allen Dingen, die mit „Atom“ oder „Kernkraft“ beginnen. Dabei ist, statistisch gesehen, das gefährlichste beim Besuch eines Kernkraftwerkes die An- und Abreise mit dem Auto.

Die Entwicklung der Kernkraft bietet allen Menschen eine Zukunft. Wir können mit dieser fast unbegrenzten Energiequelle jedes Energieproblem lösen, sei es, um den Transrapid anzutreiben, um Stahl zu verhütten oder mit entsalztem Meerwasser Afrika zu begrünen. Darüber hinaus sind wichtige Fortschritte nicht nur in der Medizin nur mit der Kernkraftforschung möglich.

Das angesprochene Wirtschaftsprogramm von Helga Zepp-LaRouche und der BüSo will in Deutschland wieder echte Industrien aufbauen, und dies ist die einzige Option, Deutschland aus der Krise zu führen. Mit der damit möglichen hohen Produktivität ist es dann möglich, Osteuropa und Asien zu entwickeln. Lyndon LaRouches Projekt der eurasischen Landbrücke ist der notwendige Schritt, um der Menschheit eine lebenswerte Zukunft zu bringen. Wir brauchen wieder Gemeinwohlpolitik - und das heißt Vollbeschäftigung mit der Kernkraft.

Herr Gruhl drückte am Ende der Führung sein Bedauern über den Ausstieg aus der Kernkraft in Deutschland aus und wünschte uns viel Glück beim Kampf, den politischen Willen zu verändern. Die Antwort eines BüSo-Aktivisten war: „Machen Sie mit!“

Kai-Uwe Ducke

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