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Aus der Neuen Solidarität Nr. 20/2008

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„Die Hungerkrise schafft die Voraussetzungen für eine revolutionäre Bewegung!“

In seinem jüngsten Internetforum am 7. Mai in Washington wies Lyndon LaRouche auf die politischen Konsequenzen der weltweiten Ernährungskrise hin: Sie schaffe das Potential, eine grundlegende Änderung der Politik durchzusetzen. Geschehe dies nicht, werde es zu einem katastrophalen Zusammenbruch kommen.

„Es geht nicht um die Wahlen. Die Wahl ist nur eine Schlacht in einem Krieg. Das Ergebnis der Wahl ist gleichgültig; wichtig ist, wie der Kampf gewonnen oder verloren wird.“

Diese Worte, mit denen Lyndon LaRouche am 7. Mai sein Internetforum in Washington D. C. eröffnete, dürften die meisten Gäste und Zuhörer überrascht haben, da das Forum ausdrücklich mit dem Titel „Einen Tag nach den Vorwahlen in Indiana und Nord-Carolina: Tragödie und Hoffnung“ angekündigt worden war. Natürlich ging LaRouche im Verlauf seiner Ausführungen auch auf die Wahlen ein, aber er betonte etwas anderes: Es gehe um den Dritten Weltkrieg, zwischen dem anglo-holländischen, liberalen Finanzkartell, einem von London aus gesteuerten Empire „und den wichtigsten Nationen Eurasiens - Rußland, China, Indien - und anderen Nationen“.

Dieses Finanzkartell sei das gleiche Kartell, „das Mussolini in Italien an die Macht brachte, das Hitler in Deutschland an die Macht brachte! Und nun stehen wir kurz vor so etwas wie einer Machtübernahme Hitlers in den Vereinigten Staaten.“ Wenn es diesen Kräften gelinge, die Vereinigten Staaten in den Griff zu bekommen, dann würden sie sich mit Hilfe des Lissaboner Vertrags auch Europas bemächtigen, und wenn das geschehe, „dann wird es auf diesem Planeten zu einem wirklichen Krieg kommen, gegen den gesamten afrikanischen Kontinent und einen Großteil des asiatischen Kontinents und anderer Gebiete. Es wird eine Diktatur geben, es wird ein Massensterben durch Hunger geben. Die Beseitigung ganzer Bevölkerungsgruppen in Teilen der Welt durch Hunger. Und das ist Teil des britischen Programms! Das ist ein Krieg um Nahrung!“

Der moralische Verfall Amerikas

Es gehe also nicht um die Wahlen, sondern um die Frage, ob die Vereinigten Staaten die moralische Fähigkeit hätten, zu überleben. Und bisher hätten weder die Führung der Demokratischen Partei noch die der Republikanischen Partei gezeigt, daß sie diese Fähigkeit besäßen. „Sie sind moralisch ebenso wenig überlebensfähig wie die Leute, die in den zwanziger und dreißiger Jahren Mussolini und Hitler unterstützten. Und wenn wir es nicht verhindern, dann werden wir die gleiche Behandlung erleben, die die Opfer von Mussolini, Hitler usw. erlebten... Wir müssen den Krieg gegen dieses üble Empire gewinnen!“

Er selbst führe diesen Krieg schon sehr lange - seit seinen Erfahrungen als junger Soldat im Zweiten Weltkrieg im damaligen Burma. Aber heute seien die meisten Menschen in Amerika ziemlich dumm, was die Realität angehe, „denn sie glauben nicht mehr an die Unsterblichkeit der individuellen Persönlichkeit... Wir waren einmal eine Gesellschaft, in der die Großväter ihr Leben gaben, um nicht nur ihren Kindern, sondern auch ihren Enkelkindern ein besseres Leben zu sichern... Das haben wir verloren!“

Der moralische Verfall Amerikas habe unter Truman begonnen. Präsident Truman habe Franklin Roosevelts antikoloniale Politik verraten und sei zu Churchill übergelaufen. „Er gebar, auf mysteriöse Weise, die Babyboomer... Und die 68er, die Kinder Trumans... gaben uns Nixon.“ Die Weatherman-Revolte des faschistischen Flügels der 68er habe damals die Demokratische Partei gespalten, sodaß Nixon gewählt wurde. „Nixon war ein Faschist, sein Regime war faschistisch. Wir haben das abgewehrt, aber nicht entwurzelt.“

In den siebziger Jahren sei dann die Volkswirtschaft der USA in ihren grundlegenden Eigenschaften zerstört worden. Nach dem Kollaps der Sowjetunion habe dann die Globalisierung stattgefunden. „Ländern, die gute landwirtschaftliche Produzenten oder industrielle Produzenten waren, wurden diese Industrien genommen, und man verlegte diese Industrien in Länder, in denen 80% der Bevölkerung ungebildet sind.“ In Regionen, in denen einst Nahrungsmittel erzeugt wurden, werde nichts mehr angebaut.

Die Bedeutung der Ernährungskrise

Das Finanzsystem sei bankrott. „Diese Lage verbreitet sich in alle Welt“, man brauche nur die Rate der Hyperinflation ansehen. Aber ein Teil dieser Hyperinflation habe besondere Bedeutung, die Inflation bei Lebensmitteln. „Wenn man betrachtet, was gestern geschehen ist - der Betrug von Republikanern und anderen in der gestrigen Vorwahl, dann fragt man sich: ,Welche Macht kann diese Räuber, diese Imperialisten, die Parasiten und Mörder besiegen’“, die sich der Demokratischen Partei und anderer Institutionen bedienen, um die Möglichkeit einer Präsidentschaft Hillary Clintons auszuschließen?

Was habe das mit dem Nahrungsmittel-Problem zu tun? „Wenn man den Menschen diese oder jene Leistung verweigert, werden die ärmeren 80% der Bevölkerung und viele andere sagen: ,Wir werden lernen müssen, uns damit abzufinden. Können wir nicht einen Kompromiß schließen? Gibt es einen Kompromiß, den wir akzeptieren können?“ Die auf diese Weise kompromittierten Menschen seien dann unfähig, irgend etwas Nützliches zu tun.

Aber bei Nahrungsmitteln sei das etwas anderes: „Wenn Sie heute abend nichts zu essen haben, um es morgens auf den Tisch zu tun, dann ist das etwas Persönliches. Und es wird etwas Universelles!“

Seit Monaten gebe es eine weltweite Ernährungskrise, die viele Ursachen habe - die Finanzpolitik, die Politik der WTO - „die beseitigt werden sollte!“ - und die Werbung für Biotreibstoffe. Als Beispiel nannte LaRouche den Nordwesten Mexikos, wo der WWF durch seine Kampagne für die Vampir-Fledermaus ein großes Wasserprojekt verhindere, mit dem die Nahrungsmittelproduktion dieser Region stark ausgeweitet werden könnte.

Die Ernährungs-Organisationen der Welt hätten gezeigt, daß nur die Hälfte der benötigten Nahrungsmittel erzeugt werde. Deshalb müsse man die Produktion, wo immer möglich, in Gang setzen. „Wir müssen das tun. Die Experten schätzen, daß wir die Nahrungsmittelproduktion verdoppeln müssen, um den Bedarf der Menschheit zu decken!“

Das Problem liege im Freihandelssystem, das auf dem alten System der Handelsbanken wie etwa dem venezianischen System beruhe, in dem Gruppen privater Finanzinvestoren die Wirtschaft und die Regierungen kontrollieren. Das gelte seit der Zerstörung des Bretton-Woods-Systems und dem anschließenden Ölschwindel der siebziger Jahre auch für die Regierung der Vereinigten Staaten. Um sich dagegen zu wehren, müßten sich die Vereinigten Staaten an Rußland, China und Indien wenden und vorschlagen, daß diese Länder eine Kerngruppe von Staaten bilden, um andere Nationen zu einer neuen Bretton-Woods-Konferenz zu versammeln und ein System fester Wechselkurse zu schaffen, das durch eine souveräne Vereinbarung dieser Nationen garantiert würde.

„Das ist, aus der Sicht Londons, die Gefahr. Sie gehen jetzt daran, die Macht dieser Finanzinteressen in den Vereinigten Staaten, in West- und Mitteleuropa und anderswo zu konsolidieren und diese Macht einzusetzen, um Kriege - auch militärische - gegen Rußland, China, Indien und andere Länder zu führen... Wenn dieses Spiel nicht gestoppt wird, dann kann ich Ihnen sagen: dann wird es diesen Planeten nicht mehr geben.“

Das, was am Tag zuvor in Indiana und Nord-Carolina stattgefunden habe - „Wähler, die noch gar nicht geboren waren, überschwemmten in der letzten Minute die Wahllokale. Wir haben solche Dinge schon öfter gesehen“ - sei faktisch ein Staatsstreich gegen die Vereinigten Staaten gewesen und Verrat, denn „der Feind der Vereinigten Staaten sind jene, die den Menschen in den Vereinigten Staaten und einigen anderen Ländern die Nahrung wegnehmen wollen.“

Das sei bereits im Gang. Das werde weltweit erkannt und viele Länder befänden sich bereits in einer Krise. „Es wird nicht nur in anderen Teilen der Welt, sondern auch amerikanische Bürger geben, die aufgrund der Nahrungsmittel-Verknappung vom Hungertod bedroht sein werden.“

LaRouche fuhr fort: „Diejenigen, die jetzt noch feixen über den Betrug, den sie gestern durchgezogen haben, müssen damit aufhören. Denn ein hungerndes Volk wird auch ein revoltierendes Volk sein. Und diejenigen, die diesen Konflikt gesät haben, werden auch die Ernte einbringen müssen.

Seien wir also nicht pessimistisch über das, was in der letzten Phase des Wahlkampfs geschehen ist. Es ist ein Betrug... Sie wollen nicht Obama, sie wollen ihn nur benutzen, um Hillary Clinton auszuschalten. Wenn sie Hillary Clinton zerstört haben, werden sie sich Obamas entledigen...

Es geht also nicht um das Wahlergebnis. Es geht nicht um den Präsidenten... Wir befinden uns in einem Moment, in dem sich eine revolutionäre Bewegung, oder die Voraussetzungen dafür, über die Nahrungsmittelfrage aufbaut. Und deshalb werden diejenigen, die gestern triumphierten, nicht sehr lange triumphieren. Entweder wir gewinnen und stellen die Form der Regierung wieder her, die wir in den Nationen und zwischen den Nationen brauchen, oder diese Welt wird zur Hölle fahren. Denn die Krise wird weiter schwelen. Die Menschen werden Hungers sterben, in zunehmender Zahl. Sie werden töten, um Nahrungsmittel zu bekommen. Die Struktur der Gesellschaft wird in diesem Kampf um Nahrung, die es nicht gibt, zerstört werden. Entweder gewinnen wir den Kampf gegen dieses Übel, oder es wird bald nichts mehr geben, wofür man kämpfen könnte.“

Wie üblich schloß sich an LaRouches Vortrag eine lebhafte Debatte mit zahlreichen Beiträgen aus den politischen Institutionen Amerikas an, in der neben der Lage in der Demokratischen Partei vor allem die weltweite Ernährungskrise und die notwendigen Maßnahmen dagegen im Mittelpunkt standen. Wir dokumentieren auf den folgenden Seiten Auszüge aus dieser Diskussion.

Alexander Hartmann

Lesen Sie hierzu bitte auch:
„Nahrungsmittelerzeugung verdoppeln“
- Neue Solidarität Nr. 20/2008
LaRouche: „Sagt Obamas Leuten: Wartet nicht auf Wunder, tut etwas!“
- Neue Solidarität Nr. 20/2008
Nahrungsmittelkrise: Londoner City fürchtet politischen Dammbruch
- Neue Solidarität Nr. 20/2008
Schriften von Lyndon H. LaRouche 1981-2006
- Internetseite des Schiller-Instituts
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- Internetseite der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)
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- in englischer Sprache

 

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