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Neue Solidarität
Nr. 39, 29. September 2010

Britisches Empire will Sudan in einen Bürgerkrieg stürzen

Im Vorfeld des sudanesischen Referendums über die Sezession des südlichen Landesteils, das auf den 9. Januar 2011 angesetzt ist, unternehmen US-Außenministerin Hillary Clinton und der US-Sonderbeauftragte Gen. (a.D.) Scott Gration größere diplomatische Vorstöße, um einen neuen Krieg zwischen Nord und Süd zu verhindern. Ihr Vorgehen unterscheidet sich damit deutlich von dem Präsident Obamas, dem seiner UN-Botschafterin Susan Rice und dem Vorgehen Londons. Clinton und Gration schlagen vor, dem Nordsudan Wirtschafts- und Agrarhilfe zu leisten und den Sudan von der Liste der Terrorismus fördernden Länder zu streichen; im Gegenzug soll der Nordsudan bei der Durchführung des Referendums helfen und das Resultat akzeptieren - das nach Meinung (oder Hoffnung) europäischer und amerikanischer Medien ein Ja zur Abspaltung sein wird.

Die politischen Führer des Südens, die diesen Landesteil nach speziellen Autonomierechten regieren, werden vom Weißen Haus und verschiedenen anglo-amerikanischen Gruppen zur Sezession verleitet, indem man ihnen Zugriff auf die Ölfelder des Landes verspricht. Diese liegen in umstrittenem Gebiet zwischen den nördlichen und südlichen Verwaltungszonen.

Präsident Obama und UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon veranstalteten am 24. September am Rande der UN-Vollversammlung in New York einen Sudan-Gipfel, um die Sezession voranzutreiben. Der Präsident der autonomen südsudanesischen Regierung (und Vizepräsident des ganzen Sudan) Salva Kiir war für einen vorhergehenden Besuch Washingtons angesagt.

Das Referendum wurde 2005 im Rahmen des Friedensabkommens zwischen Nord- und Südsudan beschlossen. Die Regierung in Khartum hält daran fest, aber Provokationen und Sezessionsdrohungen verschiedener Fraktionen der südsudanesischen SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) könnten die Spannungen bis zum Januar erhöhen.

Khartum ist für das Britische Empire immer noch ein „schwarzes Schaf“, weil es ein entscheidender Faktor und ein Vorbild beim Wirtschaftswachstum in Ostafrika ist. Trotz Sanktionen, Bürgerkrieg und ausländischer Interventionen arbeitet die Regierung zielstrebig weiter am Ausbau von Infrastruktur und Landwirtschaft. Im letzten Jahr wurde der Merowe-Staudamm fertiggestellt, einer der größten Afrikas mit 1250 MW Stromerzeugung. Der Damm ist Teil eines großangelegten Entwicklungsplanes mit Projekten wie Straßen, Brücken, Eisenbahnen und moderner Landwirtschaft.

Der Sudan spielt auch eine wesentliche Rolle in der Infrastruktur-Renaissance in Ostafrika, zu der große Staudammprojekte in Äthiopien (mit Export von Strom nach Kenia) und die Integration ganz Ostafrikas durch ein modernes Eisenbahnnetz gehören. Inzwischen laufen auch Machbarkeitsstudien zum kontinentalen Eisenbahnprojekt Port Sudan-Dakar, an dem sich zwölf afrikanische Länder beteiligen und das von China und Rußland unterstützt wird. Chinas umfangreiche Beteilung an dem Infrastrukturaufbau ist ein weiterer Grund für die Angriffe des sterbenden Empire auf den Sudan als Zentrum einer neuen eurasisch-afrikanischen Strategie durch innere Entwicklung aller Nationen Afrikas. Ein neuer gewaltsamer Konflikt im Sudan würde eine größere Krise für den gesamten Kontinent bedeuten und die Entwicklungsvision aufhalten.

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