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Neue Solidarität
Nr. 7, 17. Februar 2010

Für eine weltweite Glass-Steagall-Reform!

So retten wir den Planeten

Jeder wirklich kompetente Ökonom heute weiß, daß das 1944 von Franklin Roosevelt beabsichtigte Bretton-Woods-System fester Wechselkurse praktisch eine weltweite Glass-Steagall-Finanzreform [Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken, Aussortieren von spekulativem Finanzmüll] gewesen wäre. Die gegenteiligen Entscheidungen von US-Präsident Harry Truman nach Roosevelts Tod, die ein Zugeständnis an Winston Churchill und die Wall Street waren, führten dann die Welt Schritt für Schritt in den Niedergang bis zu der verheerenden Endphase heute.

Das Endresultat der Zugeständnisse der Regierung Truman an London und die Wall Street ist, daß heute alle mir bekannten Rezepte für ein sogenanntes „neues Bretton Woods“, die meinen eigenen Bemühungen zuwiderlaufen, de facto betrügerisch sind - ob bewußt oder unbewußt. Das ist die heutige Lage, nachdem der anti-keynesianische Kurs, den Präsident Franklin Roosevelt mit seinem Bretton-Woods-System für die Nachkriegswelt verfolgte, offiziell unterdrückt wurde.

Ohne eine Glass-Steagall-Reform, mit der die monetaristischen Systeme der Wall Street und der Londoner City praktisch abgeschafft würden, wären die Chancen, dem bereits herannahendem, planetaren „neuen dunklen Zeitalter“ zu entkommen, heute praktisch null.

 

Das umwerfend schlechte Abschneiden der nominell spanischen, aber vor allem in Brasilien operierenden Bank des Britischen Imperiums, Banco Santander, in der letzten Woche hat eine Krise im Eurosystem ausgelöst, für die die EU keine erkennbare Lösung parat hat. Trotz allem wenn und aber, womit die Phrasendrescher aus London daherkommen, bleibt die Tatsache bestehen, daß das Eurosystem mit den derzeit verfügbaren Mitteln keine Lösung für seine akute Existenzkrise besitzt.

Tatsächlich gibt es nur einen wirklichen Ausweg: Das jetzige Eurosystem mit seinen jüngst beschlossenen neuen Regeln muß aufgelöst werden. Man muß in Europa wieder zu souveränen Nationalstaaten zurückkehren. In Deutschland sollten sofort Schritte eingeleitet werden, um die D-Mark wieder einzuführen und um die ruinösen Bedingungen, die Deutschland von Margaret Thatcher, Präsident François Mitterrand und dem nicht sonderlich intelligenten, aber übelgesinnten Präsidenten George Bush senior diktiert wurden, rückgängig zu machen.

Diese und verwandte Maßnahmen, die erforderlich sind, um West- und Mitteleuropa aus der derzeitigen britischen Vorherrschaft zu retten, können aber nicht erfolgreich umgesetzt werden, ohne daß ganz West- und Mitteleuropa einem Äquivalent der Rooseveltschen „Glass-Steagall“-Reformen in den USA unterzogen wird.

Die Aufdeckung der Schwäche fast aller Anlagewerte innerhalb der sogenannten Inter-Alpha-Gruppe, darunter Banco Santander, in der letzten Woche hat deutlich gemacht, daß alle die Forderungen von Banken und verwandten Einrichtungen, auf die sich die angebliche finanzielle Stärke des Euro-Systems stützt, von genauso schlechter, wenn nicht noch schlechterer Qualität sind als die der Vereinigten Staaten unter der Mißwirtschaft der Präsidenten George Bush jun. und Barack Obama 2007-10. Und die Krise Europas, wie sie durch die Entwicklungen im Umfeld der Inter-Alpha-Gruppe letzte Woche offenbar geworden ist, ist ihrer Natur nach viel weniger unter Kontrolle zu bringen als unter dem Verfassungssystem der Vereinigten Staaten.

Angesichts dieser Fakten der derzeitigen internationalen Finanzlage muß der europäische Kontinent umgehend zu dem Status quo vor Einrichtung des Eurosystems, allem voran der Deutschen Mark, zurückkehren. Dann würde ein Glass-Steagall-Ansatz sofortige wirtschaftliche und finanzielle Reformen des Kreditsystems ermöglichen, die für die Sanierung der Landwirtschaft und Industrie Deutschlands und seiner Nachbarn unabdingbar sind. Ohne eine Glass-Steagall-ähnliche Reform im Geiste Franklin D. Roosevelts gibt es wenig Hoffnung, daß Europa die allgemeine wirtschaftliche Zusammenbruchskrise, bei der jetzt das europäische System im Mittelpunkt steht, überwinden könnte.

Die Zeit ist gekommen, den stinkenden Skalp des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair auf dem Fahnenmast, wo er hängt, von der Luft trocknen zu lassen.

Die hoffnungsvolle Alternative

Bei meinem Internetforum am 30. Januar habe ich herausgestellt, daß die monetären und finanziellen Aspekte des Zusammenbruchs der Wirtschaft der Europäischen Union hauptsächlich wegen „grüner“ Politik aufs engste mit dem Kollaps der Realwirtschaft in West- und Mitteleuropa verbunden sind. Ich betonte, daß die zunehmenden Folgen sogenannter „grüner“ Politik, hauptsächlich unter dem Einfluß des gescheiterten Kults der „globalen Erwärmung“, unter den jetzigen Umständen Europas wirtschaftliche Existenz besiegeln, während diejenigen Teile der Welt, die eine solche grüne Politik ablehnen, von gezielten Hochtechnologie-Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und massiven Investitionen in Kernkraft profitieren.

Dennoch bin ich zuversichtlich; denn sobald die europäischen Nationen erkennen, daß ein Rückgriff auf moderne Technologien und kapitalintensive Investitionen in Infrastruktur, Industrie und Landwirtschaft sie zurück in die Zukunft tragen wird, wird der „grüne Widerstand“ gegen das Überleben Europas „aus dem Gedächtnis verschwinden wie ein alter Soldat“ [Zitat aus der berühmten Abschiedsrede von US-General Douglas McArthur 1951].