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Neue Solidarität
Nr. 41, 12. Oktober 2011

Aus Wissenschaft und Technik

China: Die Zukunft gehört den Raumfahrern

Mit dem erfolgreichen Start des ersten Moduls einer zukünftigen Raumstation hat China einen weiteren zukunftsweisenden Schritt unternommen. Das Modul Tiangong-1 (Himmelspalast) wird die Erde in 343 Kilometer Höhe umkreisen und vornehmlich der Erprobung von Andockmanövern dienen. Noch in diesem Jahr soll das unbemannte Raumschiff Shenzhou-8 in zwei Probedurchgängen am Himmelspalast andocken. Verlaufen diese Rendezvousmanöver erfolgreich, werden im nächsten Jahr bemannte Missionen folgen, bei denen auch erste wissenschaftliche Experimente an Bord von Tiangong-1 durchgeführt werden. In den kommenden Jahren sollen dann die Module Tiangong-2 und -3 folgen, so daß China am Ende des Jahrzehnts über eine permanent besetzte Raumstation verfügen wird.

Die Sprecherin des Kosmodroms Jiuquan, Wu Ping, berichtete bei einer Pressekonferenz am Mittwoch auch über die internationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Weltraumtechnik und wissenschaftlichen Experimenten. So soll ein Inkubator (BIOBOX) von der ESA/DLR als ein erstes deutsch-chinesisches Projekt an Bord der unbemannten Shenzhou-8 mitfliegen. Bei der Weltraumtechnik kooperiere man vor allem mit Rußland.

Während die USA nach Stillegung der Space-Shuttle-Flotte in den nächsten vier Jahren nicht in der Lage sein werden, Astronauten ohne Hilfe Rußlands zur ISS zu bringen, zeigte China gestern eindrucksvoll, daß es zu technologischen Höchstleistungen fähig ist. Die Zukunft gehört den Raumfahrern.

Raumfahrtkongreß: Afrika erhebt den Blick zu den Sternen

„Wir sollten jetzt beginnen, damit zukünftige Generationen auf das, was wir in Gang setzten, zurückblicken können“. Mit diesen Worten umschrieb Dr. Sandile Malinga, Vorsitzender der Nationalen Südafrikanischen Raumfahrtagentur (SANSA) den Kern der Pläne für den Ausbau astrophysikalischer Forschungszentren in Afrika. Trotz aller Herausforderungen, wie der extremen Armut, schreiten afrikanische Nationen stetig in den Bereichen Weltraumforschung und -technologie voran. „In 20 Jahren sollte Afrika auf demselben Niveau sein, wie der Rest der Welt“, so Harry Kaane aus Kenia. „Die Raufahrtnutzung wird den Weg der Entwicklung abkürzen“, pflichtete ihm Mustapha Masmoudi aus Tunesien bei. Beim alljährlichen Internationalen Astronautischen Kongreß, der diese Woche in Kapstadt stattfindet, zeigte sich der afrikanische Kontinent selbstbewußt.

Die Entwicklung der Raumfahrttechnologie, worin Südafrika allen anderen afrikanischen Staaten weit voraus ist, sei ein kontinentweites Anliegen, bekräftigten alle Redner. Bei der Eröffnungsfeier am 3. Oktober sagte die südafrikanische Entwicklungsministerin, Naledi Pandor, daß Südafrika in dieser Hinsicht den anderen Ländern auf dem Kontinent viel zu bieten habe und daß ein Thema, das 2000 Wissenschaftler aus aller Welt nach Südafrika locken könne, sicherlich Investitionen seitens der Regierung verdiene.

Die Entwicklung der Raumfahrt in Afrika wird mehr in Gang bringen, als nur die Landwirtschaft, Kommunikation, Medizin und Ausbildung verbessern zu helfen oder die Fähigkeit zur Entwicklung von Hochtechnologie zu fördern. „Wissenschaft ist Phantasie und Staunen“, so Dr. Malinga. „Diese Dinge rechtfertigen unsere Ausgaben für die Raumfahrt.“

Malaysia und Indonesien bekräftigen Einsatz der Kernenergie

Malaysia bekräftigte bei der Kernenergie-Konferenz der UN in New York die feste Absicht, innerhalb von zehn Jahren funktionierende Kernkraftwerke in Betrieb zu haben. Der malaysische Außenminister Anifah Aman sagte: „Für Malaysia ist die Kernenergie-Entwicklung eines der primären Projekte, das von der Regierung umgesetzt wird, um die Wirtschaft auf eine neue Plattform zu bringen. Das erste Kernkraftwerk ist für das Jahr 2021 bestellt und das zweite für 2022. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung eines umfassenden nuklearen Programms, einschließlich des rechtlichen Regulierungsrahmens, unter Einbeziehung der Öffentlichkeit.“

Auch Indonesien baut sein Nuklearprogramm weiter aus. Der Gouverneur von Bangka Belitung, Eko Maulana Ali, beharrte schon im Juni nach Fukushima darauf, den Bau von Kernkraftwerken fortzusetzen, um in Bangka den Bedarf von elektrischem Strom zu decken. Die Kernkraftwerke sollen bis 2025 fertig sein. Angestrebt ist, mit Kernenergie 40 Prozent des Energiebedarfs auf Sumatra, Java und Bali decken zu können. Der Leiter der Kernkraftentwicklung bei der nationalen indonesischen Kernenergieagentur, Adiwardojo hatte bereits im März erklärt, die neuen Anlagen in Indonesien würden weit fortgeschrittenere Techniken als die vier Jahrzehnte alten Reaktoren in Fukushima verwenden.

Australiens Kernkraftindustrie könnte 55.000 Arbeitsplätze schaffen

Vor kurzem veröffentlichte die australische Beraterfirma Brown und Pang einen vorläufigen Bericht über den zukünftigen Arbeitskräftebedarf im Kernenergiesektor des fünften Kontinents. Noch betreibt Australien, das etwa über ein Drittel der weltweiten Uranvorkommen verfügt, keine eigenen Kernkraftwerke, und so sind bisher nur etwas mehr als 2000 Personen, vom Wissenschaftler bis zum Minenarbeiter, in diesem Sektor beschäftigt. Zwischen 2020 und 2050 könnten in diesem Bereich jedoch bis zu 55.000 neue Arbeitsplätze entstehen, wenn die Pläne zum Kernenergieeinstieg realisiert werden.

Die Studie „Nuclear Power Workforce 2020 to 2050“ untersucht drei Szenarien in denen die bis 2050 installierte Kapazität der nuklearen Stromerzeugung bei 12, 25 oder 50 Gigawatt liegt. Der Bericht bezieht direkte und indirekte Beschäftigungseffekte mit ein und kommt zu dem Schluß, daß die wirkliche Herausforderung in der Ausbildung und Qualifizierung der für den Bau und Betrieb der drei geplanten Kernkraftwerke benötigten Arbeitskräfte liege. Über die Hälfte der Arbeitsplätze werde eine spezielle, wissenschaftliche Ausbildung erfordern. Ausgebildete Elektrotechniker und Facharbeiter würden ein weiteres Viertel der benötigten Arbeitskräfte ausmachen. Da schon heute in vielen dieser Sparten ein Mangel an Fachkräften bestehe, müßten die Studien- und Lehrangebote an Universitäten und Schulen schleunigst erweitert werden.