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Neue Solidarität
Nr. 2, 11. Januar 2012

Argentinien: Rache des Empire?

Am 29. Dezember listete LPAC-TV im Tagesbericht Konflikte auf, die vom Britischen Empire angeheizt werden; am nächsten Tag wurde Argentinien hinzugefügt. In den letzten beiden Wochen haben zwei wichtige Regierungsmitarbeiter angeblich Selbstmord begangen, gerade zu der Zeit, wo die im letzten Jahr wiedergewählte Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner wegen der Behandlung einer Krebserkrankung 20 Tage lang ihre Regierungsarbeit aussetzen muß.

Der 34jährige Ivan Heyn, in Fernandez’ erster Amtszeit Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, wurde am 20. Dezember während des Mercosur-Gipfels in Montevideo (Uruguay) erhängt in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Heyn, einer der wichtigsten wirtschaftspolitischen Berater der Präsidentin, war gerade zum Staatssekretär für Außenhandel ernannt worden. Die Nachricht seines Todes löste auf dem Gipfel nach Aussage eines Teilnehmers „totale Konsternierung aus, niemand konnte es verstehen“. Fernandez war so tief getroffen, daß sie das Treffen der Staatspräsidenten verlassen mußte, um medizinisch versorgt zu werden. Heyn sei für sie wie ein Sohn gewesen, sagte sie später.

Am 27. Dezember wurde der erst eine Woche zuvor ernannte argentinische Konsul in Yacuibo im Süden Boliviens, Antonio Escobal, ebenfalls erhängt aufgefunden. Die örtliche Polizei meinte, es sei wahrscheinlich Selbstmord. Auf einer von ehemaligen Mitarbeitern des argentinischen Militärgeheimdienstes betriebenen Webseite wurde jedoch der Verdacht geäußert, daß hinter den beiden Todesfällen „der lange Arm des MI-6“ (des britischen Geheimdienstes) stecken könnte.

Dies kommt zu einer Zeit, in der Argentinien mit aller Macht versucht, dem internationalen Zusammenbruch zu widerstehen, indem es seine wirtschaftliche und technische Entwicklung sicherstellt. Gleichzeitig nimmt die Konfrontation mit Großbritannien über die Frage der Malwinen (Falkland Islands) zu. Vor einem Jahr begannen britische Ölgesellschaften provokativ mit der Ölsuche im North Falkland Basin und gaben bald darauf bekannt, daß sie fündig geworden waren. Am 19. Dezember warnte Fernandez andere südamerikanische Staatschefs, Großbritannien sei dabei, in aller Öffentlichkeit Besitz von Argentiniens reichen Öl- und Meeresressourcen zu ergreifen, und könne durchaus auch andere Nationen bedrohen.

Bei Mercosur erhielt sie Unterstützung von Uruguay, Brasilien und Paraguay für einen Antrag, der jedem Schiff, das unter der als illegal betrachteten Flagge der Falklandinseln fährt, die Benutzung eines Hafens der erwähnten Nationen verbieten würde. Daraufhin waren in einer Art Wutanfall vom britischen Außenministerium Vergeltungsdrohungen gegen diese Nationen zu hören, Fernandez wurde vorgeworfen, ihre Nachbarn zu „drangsalieren“.

Premierminister David Cameron gelobte am 23. Dezember, er werde trotz entsprechender Entschließungen der UN „niemals“ mit Argentinien über die Souveränität der Malwinen verhandeln. Ist das alles Zufall?

eir