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Neue Solidarität
Nr. 42, 17. Oktober 2012

Für eine internationale Zusammenarbeit zum Schutz der Menschheit

Von Benjamin Deniston, Pawel Penew und Jason Ross

Drei Teilnehmer berichten über die internationale Konferenz „Weltraum und Globale Sicherheit der Menschheit“, die vom 3.-6. September in Jewpatoria in der Ukraine stattfand.

Die Menschheit lebt derzeit nur auf einem Planeten. Wir sind alle den gleichen Bedrohungen ausgesetzt, und diese unterscheiden nicht zwischen Nationen, Religionen, politischen Parteien oder sozialen Klassen. Unregelmäßigkeiten der Sonnenaktivität, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Einschläge von Asteroiden und Kometen - all diese Ereignisse kennen keine nationalen Grenzen, wenn sie eintreten. Warum sollten wir uns nicht auch über diese Grenzen erheben, wenn wir uns vor solchen Bedrohungen schützen wollen?

Das war das Grundthema einer hochrangigen Wissenschaftskonferenz „Weltraum und globale Sicherheit der Menschheit“, die vom 3.-6. September in Jewpatoria in der Ukraine stattfand. Die wissenschaftlichen Teilnehmer kamen vor allem aus Rußland und der Ukraine, aber auch aus Kasachstan, Weißrußland, Deutschland und Kanada. Die einzigen Teilnehmer aus den Vereinigten Staaten waren zwei Repräsentanten des LaRouche Policy Institute, Benjamin Deniston und Jason Ross, die die politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Arbeit der internationalen LaRouche-Bewegung vorstellten.

Bild: LaRouche Policy Institute
Die Vertreter des LaRouche Policy Institute Jason Ross (links) und Ben Deniston vor einer Weltraumkapsel aus der Sowjetära im Museum der Staatlichen Weltraumbehörde der Ukraine in Jewpatoria.

Veranstalter der Konferenz waren mehrere große russische, ukrainische und internationale Organisationen1 aus dem Umfeld der Organisation International Global Monitoring Aerospace Systems (IGMASS).

Während die Vorschläge von IGMASS bereits seit einem Jahr vorliegen, stand die Konferenz selbst mehr im Zusammenhang mit dem russischen Angebot einer Strategischen Verteidigung der Erde (SDE) vom Herbst 2011, einem Vorschlag zur direkten Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland bei der Entwicklung von Raketenabwehrsystemen und dem Schutz der gesamten Erde vor Gefahren durch mögliche Asteroiden- und Kometeneinschläge.2 Da dieser SDE-Vorschlag im Grunde eine erweiterte Neuauflage von Lyndon LaRouches ursprünglichem Vorschlag einer Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI) ist, haben LaRouche und seine Mitarbeiter ihn nachdrücklich unterstützt, jüngst mit der Veröffentlichung einer 68seitigen Massenbroschüre mit dem Titel „The Strategic Defense of Earth“.3

IGMASS selbst versteht sich als „System von Systemen“, als Organisation, die verschiedene bestehende und potentielle neue satelliten-, luft- und bodengestützte Systeme von Ländern der ganzen Welt zusammenfaßt, um einheitlich und in Echtzeit den gesamten Planeten und die benachbarten Weltraumregionen nach vielfältigen Bedrohungen des Lebens auf der Erde absuchen zu können. Die Idee, Informationen aus Satelliten- und anderen Beachtungssystemen zu integrieren und zu teilen, ist zwar nicht neu - bei den Vereinten Nationen und anderen Organisationen verfolgt man durchaus parallele Vorstellungen. Doch IGMASS will sich nicht nur diese verschiedenen Systeme zunutze machen und so ein zentralisiertes System von Systemen schaffen, sondern darüber hinaus ganz neue Wege beschreiten, indem man sich auf Signale konzentriert, die vor dem Eintreten einer Katastrophe gemessen werden, d.h. auf die Vorboten menschlicher wie natürlicher Katastrophen, mit deren Hilfe man Katastrophen vor ihrem Eintreten vorhersagen kann.

Am wichtigsten ist diese Unterscheidung wahrscheinlich bei der Vorhersage seismischer Geschehnisse (Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche). Während die meisten reduktionistisch denkenden Wissenschaftler aus Karriereangst in den starren akademischen Strukturen weiter ihre (und unsere) Zeit mit der Behauptung vergeuden, seismische Geschehnisse könnten grundsätzlich nicht vorhergesagt werden, wurde in zahlreichen Beiträgen auf der Konferenz deutlich, daß die wissenschaftliche Vorhersage seismischer Geschehnisse zwar noch nicht perfekt ist, aber deutliche Fortschritte macht. So hat es letztes Jahr im Rahmen eines von Rußland durchgeführten Pilotprojekts des IGMASS-Systems erfolgreiche Vorhersagen gegeben. Das allein bedeutet bereits eine Revolution für den Schutz der Menschheit, doch IGMASS insgesamt ist noch viel breiter aufgestellt.

Die Vorhersagemöglichkeiten, die auf der Konferenz zur Sprache kamen, reichten von möglichen Schäden durch Waldbrände und Überschwemmungen (sowie durch menschlich verursachte Industrieunglücke) über die Gefahren durch herannahende Asteroiden, Meteoriten und Kometen bis hin zur Wirkung von Sonnenaktivität auf seismische Vorgänge auf der Erde, die Gesundheit von Menschen und das Weltraumwetter (die elektrischen, magnetischen und Strahlungsschwankungen auf der Erde durch solare und galaktische Aktivitäten). Wenn man diese irdischen und kosmischen Bedingungen tatsächlich verstehen, auf sie reagieren und sie sogar vorhersagen will, ist der Aufbau eines integrierten Überwachungssystems von Erde und Weltall unverzichtbar.

Bevor wir ausführlicher auf die Beiträge der Konferenz eingehen, sei vorweg angemerkt, daß allein die bereits angeschnittenen Fragen einige sehr grundlegende Überlegungen aufwerfen. Wie Lyndon LaRouche in einem seiner jüngsten Aufsätze, Als nächstes über den Mars hinaus!,4 darstellt, hängt die Fortschrittsfähigkeit der Menschheit direkt davon ab, die Mängel unserer grundlegenden Sinneswahrnehmungen und die qualitativ höheren Fähigkeiten des menschlichen Geistes zu erkennen. Mit dem Konzept eines integrierten Systems von Systemen für die Beobachtung der sonst unsichtbaren Vorgänge, die die Bedingungen auf unserem Planeten beeinflussen und prägen, entsteht ein künstliches Sensorium, das die menschliche Gattung als Ganze verändert.

Der Fortschritt der Menschheit ist direkt mit der besonderen Fähigkeit des menschlichen Geistes verbunden, neue künstliche Sinnessysteme zu schaffen und so den eigenen Handlungsspielraum zu vergrößern. IGMASS verkörpert das Potential, die Fähigkeiten des menschlichen Geistes in bisher nicht bekannter Weise zusammenzufassen und auszuweiten.

Wie die globale Natur der Bedrohungen zeigt - ein großer, langperiodischer Komet reichte aus, um die menschliche Zivilisation mit einem Schlag auszulöschen -, hängt der Fortbestand der menschlichen Gattung davon ab, daß wir uns nicht länger auf unsere einfache biologische Sinneswahrnehmung verlassen, sondern ein Wissenschaftsprogramm entwickeln, das die menschlichen Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten auf die gesamte Erde und das Sonnensystem erweitert. Wie weiter unten deutlich werden wird, bedeutet dies, die Erde als integralen Bestandteil des gesamten Sonnensystems zu verstehen - als Körper, der nicht als isoliertes Objekt im leeren Weltraum schwebt, sondern aufs engste mit verschiedenen Prozessen verbunden ist, die wir jetzt zum Zwecke der Vorhersage von extremen Ereignissen und vielleicht bald zu deren teilweiser Beherrschung verstehen können.

Diese Ausrichtung auf eine internationale Zusammenarbeit zum Schutz der ganzen Menschheit ist nicht nur eine nette Idee, sondern sie hat grundlegende Bedeutung für den Fortschritt der Menschheit allgemein. Geschichtlich gesehen ist dies der Test für das Erwachsenwerden der Menschheit: Können die Nationen zusammenfinden, um sich den existentiellen Herausforderungen von heute zu stellen?

Der Kontext

Auf der IGMASS-Konferenz waren sich die Teilnehmer der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Krise, vor der die Welt steht, durchaus bewußt. In einzelnen Reden wurden einzelne Aspekte davon eher beiläufig angesprochen, doch Jason Ross vom LaRouche Policy Institute stellte in seinem Beitrag diese Realität ganz in den Vordergrund. Er erklärte, es bestünde die akute Gefahr, daß Präsident Obama und seine Hinterleute im Britischen Empire die Welt an den Rand eines Atomkriegs führten, was jedoch nicht das Interesse der Mehrheit der Amerikaner sei, sondern daß es angeführt von LaRouche und führenden Kreisen im amerikanischen Militär erheblichen Widerstand gegen Obamas britischen Konfliktkurs insbesondere gegen Rußland und China gebe. Die derzeitige Konfliktdynamik um die Stationierung von Raketenabwehrsystemen der NATO in Osteuropa und der mit ihr eng verbundene wirtschaftliche Zerfall könnten mit wissenschaftlichen Programmen wie IGMASS und SDE gezielt durchbrochen werden, betonte Ross.

Anschließend stellte er detailliert die Grundprinzipien von wissenschaftlichem Fortschritt und Wirtschaftswachstum dar. Wie sich am Apollo-Programm gezeigt habe, erzeugten wirkliche wissenschaftsgetriebene Projekte nicht nur einen realen Profit, sondern bewirkten eine Art Wirtschaftswachstum, das von grundsätzlich transzendentaler Natur sei: ein Wachstum, dessen Wert unverhältnismäßig höher ist als die Kosten, die für ein solches Wachstum aufgewendet werden mußten. Die mit einem wirklichen wissenschaftsgetriebenen Programm entwickelten neuen wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten erzeugen Reichtum, indem in der Wirtschaft ganz neue Möglichkeiten geschaffen werden, die es zuvor gar nicht gab. Solche neuen Technologieebenen (Plattformen) in der Gesamtwirtschaft lassen sich nicht anhand lokaler Profite ermessen. Die gängigen Argumente, solche Programme „kosten zuviel“ oder „können wir uns nicht leisten“, seien in diesem Zusammenhang absurd; ganz im Gegenteil, wir könnten es uns nicht leisten, solche Projekte nicht in Gang zu setzen.

IGMASS und den Schutz der Erde auf diese Weise aus Sicht einer Wissenschaft der physischen Ökonomie zu betrachten, wurde von den Teilnehmern sehr positiv aufgenommen, und der zweite Sprecher des LaRouche Policy Institute, Benjamin Deniston, ging noch weiter darauf ein, welche Art Wissenschaftsprogramme den größten Nutzen böten, um sowohl den Schutz der Menschheit vor potentiell gefährlichen Asteroiden und Kometen zu verbessern als auch das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Anhand von LaRouches Konzept der Energieflußdichte zeigte Deniston, daß die nächste Revolution in der Raumfahrt notwendigerweise mit der Entwicklung nuklearer und fusionsbasierter Antriebssysteme verbunden sein werde. Dabei gehe es nicht nur um eine neue Energiequelle, sondern um eine völlig neue Stufe menschlicher Wirtschaftskraft - eine neue wirtschaftliche Plattform, auf welche die gesamten realwirtschaftlichen Fähigkeiten der menschlichen Gattung gehoben würden, einschließlich der erweiterten Möglichkeiten, die Erde vor dem potentiellen Einschlag von Asteroiden und Kometen zu schützen.

Diese beiden Vorträge regten nicht nur zahlreiche Gespräche über die angesprochenen politischen und wirtschaftlichen Themen an, sondern wurden auch als wichtiger Beitrag aus den Vereinigten Staaten für eine ungewöhnlich hochrangige und provokative Konferenz verstanden.

Anatoli Perminow, der frühere Chef der russischen Weltraumagentur Roskosmos und heutige Vorsitzende des Internationalen Komitees zur Umsetzung des IGMASS-Projekts


Waleri Menschikow, Chefdesigner von IGMASS und Vizevorsitzender des Internationalen Komitees zur Umsetzung des IGMASS-Projekts


N.N. Nowikowa vom Forschungszentrum für Operative Erdbeobachtung

IGMASS

Während der dreitägigen Veranstaltung sprachen insgesamt etwa 35 Wissenschaftler über verschiedene Aspekte des IGMASS-Programms und verwandte Aktivitäten. Die Eröffnungsrede hielt Prof. Anatoli Perminow, der frühere Chef der russischen Weltraumagentur Roskosmos und heutige Vorsitzende des Internationalen Komitees zur Umsetzung des IGMASS-Projekts.5

Perminows Eingangsbemerkungen verdeutlichten die Ziele des IGMASS-Programms, das insbesondere darauf ausgerichtet ist, globale Vorhersagekapazitäten aufzubauen, um vorzeitig vor Gefahren warnen zu können. Im Rahmen von IGMASS sollen insgesamt folgende Katastrophenbereiche überwacht werden:

Um die Ereignisse selbst sowie verschiedene frühe Signale im Vorfeld dieser Ereignisse (Vorboten) zu erfassen, soll laufend eine Vielzahl verschiedener Parameter überwacht und gemessen werden (wie Störungen der Ionosphäre, Weltraumtrümmer im niedrigen Erdorbit, Schwingungen in der Erdkruste und der Erdoberfläche, Wasserstände, allgemeine Witterungsverhältnisse, Wolkenbedeckung usw.). Zahlreiche Systeme aus verschiedenen Ländern zu Land, zu Luft und auf Satelliten liefern die Meßwerte dieser Parameter, und alle diese Informationen werden in zentralisierte Datenverarbeitungszentren eingespeist, wo sie zusammengefaßt, abgeglichen und analysiert werden. Anschließend können Vorhersagen, Warnungen und Reaktionsempfehlungen an die entsprechenden Regierungen und Behörden weitergeleitet werden.

Für Überwachungszwecke, so Perminow weiter, könnten wichtige Projekte, die bereits existieren oder gerade entwickelt werden, in das IGMASS-System von Systemen integriert werden. Dazu gehörten internationale, regionale und andere Programme, bestehend aus Satellitenkonstellationen, Informationsaustauschzentren und anderen Beobachtungsstellen.

Rußland arbeitet an dem IGMASS-Konzept, dessen volle Umsetzung auf internationaler Ebene noch erreicht werden muß, bereits seit 2007 und hat 2012 mit einem ersten Pilotprojekt des IGMASS-Systems begonnen.

Über Entstehung und derzeitigen Stand des Programms sowie über erste Ergebnisse der russischen Pilotversion berichtete Prof. Waleri Menschikow, Chefdesigner von IGMASS und Vizevorsitzender des Internationalen Komitees zur Umsetzung des IGMASS-Projekts. Er hob dabei besonders den September 2010 hervor, als der Erste Stellv. Ministerpräsident der Russischen Föderation, das Außenministerium, die Russische Akademie der Wissenschaften, das Energie-, das Wirtschafts- und Finanzministerium aufgefordert wurden, „die Frage zu prüfen, wie der Vorschlag der Schaffung eines Internationalen Luft- und Weltraumsystems für Globale Überwachung (IGMASS) umzusetzen sei, einschließlich der Mittelbeschaffung für diese Aufgabe“. Alle Ministerien und Institutionen (mit einziger Ausnahme des Finanzministeriums) bewerteten die Möglichkeiten der Umsetzung des IGMASS-Projekts positiv. Die russische Raumfahrtagentur übermittelte außerdem einen „Plan vordringlicher Maßnahmen 2010-12 für die Umsetzung des IGMASS-Vorschlags“ an die Russische Akademie der Wissenschaften, das Außenministerium, das Notstandsministerium, das Ministerium für Regionalentwicklung und das Finanzministerium.

Fortschritte bei der Erdbebenvorhersage

Das vielleicht beste Beispiel für das Vorhersagepotential von IGMASS sind laufende Studien über Vorbotenaktivitäten vor einem Erdbeben, Tsunami oder Vulkanausbrüchen. Man erhofft sich, in der Zukunft viele Menschenleben retten zu können, indem man diese Vorbotensignale überwacht, um rechtzeitig Warnungen auszusprechen, wann und wo ein seismisches Ereignis stattfinden könnte und wie groß es sein wird. Darauf ist Perminow in seiner Eingangsrede eingegangen6 und in anderen Vorträgen wurden weitere Einzelheiten über IGMASS erläutert.

Zwei dieser Vorträge kamen von Mitarbeitern des Forschungszentrums für Operative Erdbeobachtung (http://eng.ntsomz.ru/), das direkt Daten von Erdbeobachtungssatelliten erhält und analysiert. Das Zentrum wird von dem Unternehmen Russian Space Systems7 für die russische Weltraumbehörde Roskosmos betrieben. Im Rahmen seines breiten Tätigkeitsbereichs hält das Forschungszentrum Ausschau nach Waldbränden und potentiell gefährlichen Asteroiden und Kometen und hat kürzlich ein neues Programm zur Suche nach seismischen Vorboten begonnen, um zu versuchen, Erdbeben und Vulkanausbrüche vorherzusagen. Anfang 2012 wurde dort das Versuchsprojekt ES SFM8 gestartet, mit dem seismische Vorhersagemöglichkeiten in Echtzeit getestet werden sollen - eine Zielvorgabe der Russischen Akademie der Wissenschaften und des Notstandsministeriums. Fokussiert auf Erdbeben der Stärke 6 und stärker in der Pazifikregion um die Kamtschatka-Halbinsel, die Kurilen-Inseln, die Insel Sachalin und Japan, gelangen dem Zentrum zwischen Mai und September 2012 drei erfolgreiche Vorhersagen.9

Diese ersten, sicherlich noch verbesserungswürdigen Fortschritte zu einem tatsächlichen Vorwarnsystem wurden von N.N. Nowikowa vom Forschungszentrum für Operative Erdbeobachtung in ihrem Vortrag über das Projekt ES SFM herausgestellt. Sie berichtete über die drei beim Expertenrat der Russischen Akademie der Wissenschaften eingereichten Vorhersagen (siehe Kasten) und beschrieb die Einzelheiten des Projekts ES SFM.

Vorhersagen

Tatsächliche Ereignisse

4. Mai 2012 - Vorhersage eines möglichen starken Erdbebens in Japan bis 16. Mai.10

19.-20. Mai 2012 - Drei Erdbeben der Stärke 5,9, 5,9 und 6,4 ereigneten sich auf der japanischen Insel Honshu.

15. Juni 2012 - Die Vorhersage eines möglichen starken Erdbebens zwischen 20. und 30. Juni wurde am 15. Juni 2012 beim Expertenrat der Russischen Akademie der Wissenschaften eingereicht.11

17. Juni 2012 - Erdbeben der Stärke 6,4 auf der Insel Honshu.

24. Juni 2012 - Erdbeben der Stärke 6,1 auf Kamtschatka.

6. Juli 2012 - Eine Vorhersage wurde beim Expertenrat der Russischen Akademie der Wissenschaften eingereicht, worin vor „einem Erdbeben der Stärke 6,8 (± 0,2)... auf Kamtschatka... oder tief im Ochotskischen Meer von noch größerer Stärke“ gewarnt wird - sehr wahrscheinlich zwischen 20. und 30. Juli. Die Vorhersage verweist auch auf ein wahrscheinliches Erdbeben im Juli in Japan.12

18. Juli 2012 - Auf einem Symposium über Naturkatastrophen warnte auch Sergej Pulinez vor „einem bevorstehenden Erdbeben mit einer Stärke 6 in der Region Kamtschatka/Kurilen. Nach unserer Einschätzung muß es in 5-6 Tagen einsetzen.“13

20. Juli 2012 - Erdbeben der Stärke 6,1 und 5,8 im südlichen Kamtschatka.

31. Juli 2012 - In einem Schreiben an den Expertenrat wird die Vorhersage vom 6. Juli auf den 17. August ausgedehnt.14

17. August 2012 - Erdbeben der Stärke 7,7 im Ochotskischen Meer (zwischen Kamtschatka und dem Festland) in 625 km Tiefe.

Es folgte ein Vortrag von L.N. Doda, einem weiteren Mitarbeiter des Forschungszentrums für Operative Erdbeobachtung, der an dem Projekt ES SFM beteiligt ist. Er erläuterte insbesondere die von ihnen verwendete Methodik der Erdbebenvorhersage. Das sogenannte „seismo-tektogene Konzept“, mit dem in dem Zentrum gearbeitet wird, basiert auf der Wechselwirkung mehrerer Faktoren: Gravitationsanomalien durch Massenverschiebung, lokale Anzeichen aus einer Spezialanalyse der Wolkendecke, Bewegung von Gasen durch Gesteinsstrukturen, Wechselwirkungen zwischen dem Magnetfeld von Sonne und interplanetarem Raum mit dem Magnetfeld der Erde, Instabilitäten der Erdumdrehung, Beziehungen zwischen Magnetmeridianen und tektonischen Prozessen sowie die Rolle der Sonnenaktivität bei der Auslösung von Erdbeben („geoeffektive“ Phänomene).

Bild: Offizielle Webseite des Forschungszentrums
für Operative Erdbeobachtung, http://www.ntsomz.ru/
An den Russischen Expertenrat für Erdbebenvorhersage
und die Bewertung seismischer Gefahren
Von dem Mitglied des Expertenrates Leonid Nikolajewitsch Doda
Tel: *** *** ** **, e-mail: ***********
Lieber Alexander Iwanowitsch!

Erfassen Sie bitte die folgende integrierte Vorhersage und nehmen Sie eine fachliche Auswertung davon vor: Ein Erdbeben der Stärke M6,5-7,0 (±0,2) ist vor dem 4. Juli 2012 in einer der potentiellen Zonen möglich, die in der beigefügten Erdbebenvorhersagekarte in Form gelber Ovale eingezeichnet sind. Die wahrscheinlichen Zeitpunkte sind in der Kartenlegende durch entsprechende Bezeichnungen kenntlich gemacht, wo sich die seismischen Meridiane mit den angegebenen Zonen schneiden. In der japanischen Zone und auf Kamtschatka besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein solches Erdbeben mit der Stärke M6,0+.

Die Vorhersagekarte für Juni 2012 und die Kombination mit den seismischen Wolkenindikatoren wurden am 15. Juni an Sie per E-mail geschickt.
(Unterschrift) L. Doda
15. Juni 2012
Feststellung:
1.) 17. Juni 2012-20:32-(38,9; 141,9)-M6,4-H32-Östliches Honshu
2.) 24. Juni 2012-03:15-(57,6; 163,0)-M6,1-H17-nahe/auf Kamtschatka
Erdbebenvorhersage von L.N. Doda vom Forschungszentrum für Operative Erdbeobachtung an den Russischen Expertenrat für Erdbebenvorhersage und die Bewertung seismischer Gefahren der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Mehrere satelliten- und bodengestützte Systeme, mit denen diese Prozesse erfaßt werden, dienen dem Zentrum dazu, verschiedene kritische Zustände in Karten zusammenzufassen.

Davon ausgehend werden spezifische Kriterien entwickelt, um festzustellen, welche Vorgänge eine ernste Warnung vor einem potentiellen seismischen Ereignis darstellen, wo es stattfinden und wie groß es sein könnte. Doda führte mehrere Beispiele für die im Zentrum geleistete Arbeit an, wobei es um spezifische seismische Ereignisse und deren Analyse vom Standpunkt ihres seismo-tektogenen Konzepts ging.

Sobald glaubwürdige Anzeichen für ein bevorstehendes seismisches Ereignis vorliegen, wird ein entsprechender Brief an den Expertenrat der Russischen Akademie der Wissenschaften geschickt (siehe nebenstehende Kopie eines solchen Schreibens).

Neben den praktischen Fortschritten in der Wissenschaft der Erdbebenvorhersage war für die Verfasser dieses Berichts besonders bemerkenswert, daß inzwischen die Einflüsse der Sonne auf seismische Prozesse auf der Erde nicht nur berücksichtigt werden, sondern für eine genaue Vorhersage sogar unerläßlich sind. Die Aktivität der Sonne kann stark schwanken, wobei manchmal die Erde und ihr Magnetfeld mit energiereichem Material bombardiert werden, das von der Sonnenoberfläche ausgestoßen wird. Es ist bekannt oder höchstwahrscheinlich, daß geomagnetische Stürme, Extremwetterlagen und sogar bestimmte Erkrankungen des Menschen mit diesen Ereignissen auf der Sonne in Verbindung stehen. Jüngste Untersuchungen am Forschungszentrum für Operative Erdbeobachtung haben zudem starke Anzeichen dafür geliefert, daß die Sonnenaktivität auch mit bestimmten Erdbeben in Zusammenhang steht (was keineswegs das erste Mal ist, daß eine solche Hypothese vorgestellt oder getestet wurde).15

Bei der seismo-tektogenen Konzeption wird die Beziehung zwischen Sonne und Erdbeben durch das Magnetfeld der Erde vermittelt. Einerseits sollen jüngste Studien des Zentrums starke Hinweise darauf ergeben haben, daß Erdbebenaktivität durch geomagnetische Aktivität ausgelöst werden kann16 (was bereits in die Vorhersagen eingeht), andererseits ist schon länger bekannt, daß die Sonnenaktivität große Schwankungen im geomagnetischen Feld (geomagnetische Stürme) auslösen kann. Wie oben bereits erwähnt, ist dies nicht der einzige Faktor, der dabei berücksichtigt werden muß, aber die praktische Notwendigkeit, ihn zu berücksichtigen, ist höchst bedeutsam für das Verständnis der engen Beziehung zwischen Erde, Sonnensystem und unserer Galaxis.

Sergej Pulinez, Russian Space Systems

Im Anschluß an die Vorträge von Nowikowa und Doda trug Sergej Pulinez von Russian Space Systems seine Arbeit über die theoretische Struktur hinter den Entstehungsprozessen von Erdbebenvorboten vor. Anhand seines „Lithosphären-Atmosphären-Ionosphären-Kopplungsmodells“ (LAIK) erläuterte er die Beziehungen und Mechanismen hinter den verschiedenen Phänomenen, die einem bevorstehenden seismischen Ereignis vorangehen können (Vorboten). Dazu gehören Infrarotemissionen (Langwellige Ausstrahlung, OLR), Erdbebenwolken und Veränderungen in der Ionosphäre, die nach Auffassung von Pulinez alle die Folge des Austritts von radioaktivem Radongas aus einer aktiven Verwerfung kurz vor dem Bruch sein können. Die ionisierende Wirkung dieser Radonemissionen auf die Atmosphäre und die sich daraus ergebende Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Ionosphäre erzeugt eine Vielzahl meßbarer Vorbotensignale, die zur Vorhersage eines bevorstehenden seismischen Ereignisses benutzt werden können.

Diese drei Vorträge sowie zwei vorherige über satelliten- und bodengestützte Verfahren zur Beobachtung der Ionosphäre im Zusammenhang mit seismischen Aktivitäten rundeten die Darstellung über Erdbebenvorhersage ab.

Das von Perminow und anderen vorgegebene Ziel ist es, diese Methoden weiterzuentwickeln und als wichtige Komponente in das IGMASS-System aufzunehmen, um so eine neue Verteidigungslinie gegen Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis zu schaffen.

Planetare Verteidigung

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der planetaren Verteidigung, der auf der Konferenz zur Sprache kam, ist die frühzeitige Entdeckung und Abwehr von potentiell gefährlichen Asteroiden und Kometen. In der Erdgeschichte ist es wiederholt zu Einschlägen gekommen und Wissenschaftler und Katastrophenschützer weltweit denken mit zunehmender Sorge an unvermeidbare zukünftige Asteroiden- oder Kometeneinschläge. Ein solches Ereignis wird irgendwann in der Zukunft eintreten (wir wissen nur noch nicht wann), und wir verfügen über Technologien, um die ganze Erde vor solchen Gefahren zu schützen - allerdings nur, wenn wir zuerst alle potentiell gefährlichen Objekte aufspüren und weiterverfolgen und zweitens für den Fall, daß eines dieser Objekte abgelenkt werden muß, einen Abwehrplan parat haben. Das Tunguska-Ereignis von 1908, das in Rußland noch immer in lebendiger Erinnerung ist, hat unter den russischen Wissenschaftlern das Interesse an diesem Thema bis heute wach gehalten.

Am zweiten Konferenztag sprach darüber Sabit Sagitowitsch Saitgarajew, der eines der führenden russischen Konstruktionsbüros, das Staatliche Raketenzentrum Makejew, vertritt.

Saitgarajews Vortrag „Nähe-Staffelung für den Schutz der Erde vor gefährlichen Objekten aus dem Weltraum als erste Stufe der Systementwicklung“ begann mit einer Zusammenfassung wichtiger Hintergrundinformationen über die Größe von Asteroiden und Kometen und wie häufig und wie zerstörerisch die Einschläge unterschiedlich großer Objekte sind. (Einschläge größerer Objekte sind seltener, richten aber größere Schäden an, während kleinere Objekte häufiger die Erde treffen, aber weniger energiereich sind.)

Im Zusammenhang mit der Früherkennung sagte er, man müsse sich auf die gesamte Region zwischen Venus- und Marsorbit konzentrieren, um gefährliche Objekte aufzuspüren, lange bevor sie die Erde treffen könnten. Am Ende seines Vortrags beschrieb Saitgarajew mehrere Methoden, die eingesetzt werden könnten, damit ein herannahendes Objekt nicht die Erde trifft; sein Unternehmen sei in der Lage, die dafür erforderlichen Raketensysteme zu bauen.

Anatoli S. Korotejew vom Forschungszentrum Keldysch


M.S. Tschubej vom Pulkowa-Observatorium bei St. Petersburg

Während Saitgarajew in seinem Beitrag noch von chemischen Raketenantrieben ausging, stellte ein weiterer Redner eine zukunftsweisendere Option vor: nukleare Raketenantriebe. Anatoli S. Korotejew vom Forschungszentrum Keldysch17 (einem wichtigen Bestandteil von Roskosmos) beschäftigte sich mit „Problemen von Raumfahrtantrieben“, wobei er es als vordringlich bezeichnete, nukleare Weltraumsysteme zu entwickeln. In seiner Zusammenfassung der Geschichte nuklearer Raketenantriebe machte Korotejew auch eine Bemerkung über deren mögliche Verwendung bei der Abwehr von Asteroiden und Kometen. Die mit Kernkraft erzeugbare Energiedichte ermöglicht Antriebssysteme, mit denen im Flug eine erheblich stärkere Beschleunigung/Verlangsamung erreicht werden kann (wohingegen chemische Antriebssysteme auf ballistische Flugbahnen beschränkt sind), was man in diesem Fall dazu ausnutzen kann, um gefährliche Objekte, die sich auf einem Kollisionskurs mit der Erde befinden, von ihrer Bahn abzulenken.

Bild: NASA
Darstellung der fünf „Lagrange-Punkte“ zwischen Erde und Sonne (Körper nicht maßstabsgerecht), jenen Orten, wo die Gravitationswirkung von Erde und Sonne eine Art Gleichgewicht erreichen. L4 und L5 sind als stabile Punkte bekannt, worin kleine Körper wie kleine Asteroide oder auch menschengemachte Satelliten in einem Orbit bleiben können.
Korotejew stellte außerdem fest, daß der Stromverbrauch selbst einfacher Satellitensysteme im Weltraumzeitalter logarithmisch zugenommen habe und die Grenze der Leistungsfähigkeit von Anlagen mit chemischer und Solarenergie erreicht sei, was nur noch mehr für die Kernkraft spreche. Er endete seinen Vortrag mit einem kurzen Überblick über die russischen Pläne, neue atomgetriebene Systeme im Weltraum zu entwickeln; so soll 2017 eine neue Nuklearrakete einsatzbereit sein.

Während sich diese Vorträge mit der Frage von Energie und Antrieb beschäftigten, behandelten andere Beiträge Möglichkeiten, im Weltraum noch viel genauere Beobachtungen anzustellen. Spezifische Vorschläge zur Erweiterung unserer Beobachtungsfähigkeiten kamen von M.S. Tschubej vom Pulkowa-Observatorium bei St. Petersburg in seinem Vortrag mit dem Titel „Stereoskopisches Orbitalobservatorium“. Nach Tschubejs Plan würden zwei identische optische Teleskope in besondere Orbits um die Sonne gebracht: einen, der stets der Erde nachfolgt, und einen anderen, der der Erde stets vorangeht (auch Lagrange-Punkte 4 und 5 oder „L4“ und „L5“ genannt).

Die erhebliche Entfernung zwischen L4 und L5 erlaubt eine stereoskopische Sicht auf unser Sonnensystem und noch weiter entferntere Bereiche, was (neben anderen Vorteilen) unsere Fähigkeit vergrößert, Entfernungen zu beurteilen und auch Asteroiden und Kometen zu erkennen, ihre Entfernung zu berechnen und festzustellen, ob sie die Erde treffen könnten oder nicht. Die Entfernungen zu nahegelegenen Sternen könnte ebenfalls direkt berechnet werden, indem man die Parallaxe zwischen den beiden Observatorien mißt.

Einer globalen Revolution entgegen

Diese jüngste IGMASS-Konferenz hat gezeigt, daß es Fortschritte gibt, mit denen sich die Menschheit besser vor einer Vielzahl von Bedrohungen schützen läßt. Einige dieser Arbeiten sind wahrhaft revolutionär - allerdings müssen dabei bestimmte globale Realitäten in Rechnung gestellt werden.

Während der gesamten Konferenz zeigte sich nicht nur die Bedeutung eines Gesamtrahmens wie IGMASS für die Vorhersage und Abwendung potentieller Katastrophen auf internationaler Ebene, sondern auch die Notwendigkeit eines politischen Umdenkens, um die gesteckten Ziele ganz umsetzen zu können. Zwei Fragen sind dabei vorrangig.

Erstens war während der gesamten dreitägigen Veranstaltung der Hintergrund spürbar, daß das globale Wirtschaftssystem zusammenbricht und es an den finanziellen, materiellen und menschlichen Ressourcen mangelt, die man braucht, um diese absolut notwendigen Programme zu verwirklichen.

Zweitens wird ein System wie IGMASS nur dann ganz erfolgreich sein, wenn man die wissenschaftlichen Kapazitäten aller maßgeblichen Nationen der Welt miteinander koppelt, und das bedeutet, daß auch die Vereinigten Staaten darin einbezogen sein müssen. Die Weltraumbehörde NASA, die Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA und das US-Militär verfügen über grundlegende Fähigkeiten, die mit denen Rußlands, Chinas und anderer Länder zusammengeführt werden müssen, um die Menschheit bestmöglich vor den beschriebenen Gefahren schützen zu können. Die derzeitige Haltung der Vereinigten Staaten gegenüber Rußland und China ist jedoch übehttpraus feindselig.

Aus diesen beiden Gründen ist der politisch-strategische Rahmen, den Lyndon LaRouche ursprünglich in den achtziger Jahren als seine Strategische Verteidigungsinitiative (SDI) vorgeschlagen hat - sowie das jüngste erweiterte Angebot in Form der Strategischen Verteidigung der Erde (SDE) - so grundlegend. Ohne die von LaRouche geforderten Wirtschaftsreformen18 und ohne eine strategische Neuorientierung zu umfassender wissenschaftlicher Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten, Rußland und China können die Ziele hinter IGMASS in den globalen Realitäten von heute nicht voll verwirklicht werden.

Um diese Aufgabe richtig zu verstehen, muß man die Existenz der Menschheit auf der Erde und in unserem Sonnensystem in einem größeren historischen Zusammenhang betrachten. Was wir eingangs als das notwendige Erwachsenwerden der Menschheit bezeichnet haben, ist das Grundgebot, das den wissenschaftlich-technischen Herausforderungen, aber auch den sich uns stellenden politischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen zugrunde liegt.

Können sich Nationen mit unterschiedlicher Geschichte, verschiedenen Kulturen und verschiedenen politischen Strukturen in wissenschaftlicher Zusammenarbeit auf hoher Ebene zusammenfinden, um die Aufgaben zu lösen, die sich der gesamten Menschheit stellen? Können führende Nationen die noch heute dominierende Herrschaft eines jahrtausendealten oligarchischen Systems, dessen Mittelpunkt heute das globale Britische Empire bildet, umstoßen?

Diese Herausforderungen zu meistern, ist möglich, aber die Grundlage dafür findet sich nur in einer wissenschaftlichen Konzeption der Macht der Menschheit als einzige kreative Gattung im Universum, und die zukünftige Menschheit ist gehalten, weiterhin für Fortschritt, Schutz und Entwicklung zu sorgen.

Das wäre wirkliche planetare Verteidigung.

Es geht um die nicht geringe Frage, wie sich der Mensch im Universum selbst verwirklicht. Wie Lyndon LaRouche in seinen Schriften unablässig betont, besteht die grundlegende Denkblockade, die die Menschen immer noch von diesem Weg abhält, in dem Irrtum, an die eigenen Sinneswahrnehmungen zu glauben. Die menschliche Biologie gestattet keine wirkliche Abbildung der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Universum. Die Sinneswahrnehmungen sind bloß Schatten. Nur durch seine höheren Geisteskräfte - etwas strikt Nichtbiologisches - kann der Mensch seiner Rolle gerecht werden, ständig aktiv völlig neue und höhere Wirkformen im Universum zu erzeugen.

Am Konzept des IGMASS-Systems mit seiner Einbindung und Erweiterung einer Vielzahl künstlicher Sinnessysteme wird dies sehr deutlich. Als Produkte der einzigartigen menschlichen Geistesfähigkeiten werden diese Systeme in das noetisch erweiterte künstliche Sensorium der Menschheit integriert, und dadurch wächst die Fähigkeit der menschlichen Gattung, das Universum zu verstehen und zu verändern - ein Gebot der Menschheit besonders in den heutigen Krisenzeiten.


Anmerkungen

1. Die Staatliche Weltraumagentur der Ukraine, das Weltraumforschungsinstitut der Akademie der Wissenschaften der Ukraine und die Nationale Raumfahrtagentur der Ukraine, die Internationale Akademie der Astronautik, die Russische Akademie der Kosmonautik, die Internationale Vereinigung „Snanie“ (Wissen) and das Unternehmen Russian Space Systems.

2. Siehe „Die strategische Verteidigung der Menschheit“, Neue Solidarität Nr. 51-52/2011 und “As World War Threatens, Russia Proposes SDE”, http://www.larouchepub.com/other/2011/3846russia_sde.html.

3. Siehe darin vor allem die Einleitung und das zweite Kapitel “Redefining Defense: The Science-Driver Principle,” in englisch verfügbar auf http://larouchepac.com/SDE.

4. Lyndon LaRouche, „Die SDI heute: Als nächstes über den Mars hinaus!“ In Neue Solidarität Nr. 36/2012.

5. Außerdem Vizepräsident der Internationalen Akademie der Astronautik und stellvertretender Generaldirektor des Unternehmens Russian Space Systems.

6. Perminow führte als Beispiel das verheerende Erdbeben in Japan vom März 2011 mit einer Stärke von 9,0 und den anschließenden Tsunami an, wobei über 15.000 Menschen umkamen. Nach der Katastrophe untersuchten Forscher die von Satelliten und anderen Beobachtungssystemen aufgezeichneten Daten und entdeckten mehrere voneinander unabhängige Vorläufersignale in den Tagen vor dem schweren Erdbeben. Prof. Sergej Pulinez hatte diese Erkenntnisse bereits am 8. April 2011 in einem Interview mit BüSo-TV dokumentiert. Siehe http://www.bueso.de/node/3955?page=29.

7. Russian Space Systems war einer der Hauptunterstützer der IGMASS-Konferenz. Das Unternehmen spielt in der russischen Raumfahrt eine wichtige Rolle, es betreibt u.a. Rußlands globales Navigationssystem GLONASS. Das Unternehmen ging aus früheren sowjetischen Planungsbüros hervor, die das Kernstück des sowjetischen Raumfahrtprogramms bildeten.

8. larouchepac.com/node/23994#fn9 und http://eng.ntsomz.ru/projects/earthquake (englisch).

9. Weitere Einzelheiten über dieses Versuchsprojekt zur Erdbebenvorhersage siehe http://eng.ntsomz.ru/projects/earthquake/doda_news120712eng (englisch).

10. larouchepac.com/node/23994#fn9 und http://www.ntsomz.ru/projects/earthquake/doda_news240412

11. http://eng.ntsomz.ru/projects/earthquake/doda_news120712eng und http://www.ntsomz.ru/files/doda123.jpg

12. http://www.ntsomz.ru/projects/earthquake/eq27072012

13. http://www.ntsomz.ru/files/art_gisa.docx

14. Siehe Seite 16 in der folgende Darstellung: http://www.ntsomz.ru/files/present_doda.pptx

15. Siehe zum Beispiel “Possible Correlation between Solar Activity and Global Seismicity,” von Jusoh Mohamad Huzaimy und Kiyohumi Yumoto, in Proceedings of the 2011 IEEE International Conference on Space Science and Communication (IconSpace), 12.-13. Juli 2011, Penang, Malaysia.

16. http://eng.ntsomz.ru/projects/earthquake/dodanews22062011 und http://eng.ntsomz.ru/projects/earthquake/dodanews07072011

17. Das Forschungszentrum Keldysch ist eine staatliche Einrichtung unter der Leitung von Roskosmos. Es ist in Rußland führend auf dem Gebiet von Raketenmotoren. Dort werden verschiedene Raketenantriebe, Antriebssysteme im All, Hochenergiestrahlerzeuger und Teilchenbeschleuniger entwickelt, gebaut und getestet.

18. Siehe das Programm der Eurasischen Landbrücke und das „Programm für ein Wirtschaftswunder in Südeuropa, der Mittelmeerregion und Afrika“ auf http://www.bueso.de/.