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Neue Solidarität
Nr. 51, 19. Dezember 2012

Obama in Libyen und Syrien unter einer Decke mit Al-Kaida

Das LaRouche-Aktionskomitee verbreitet in den USA derzeit das folgende Massenflugblatt.

Vor neun Jahren fingen die Vereinigten Staaten einen Krieg gegen den Irak an und beriefen sich dabei auf angebliche Geheimdienstinformationen, wonach der irakische Präsident Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen hätte. Heute, nach fast einem Jahrzehnt verheerenden Krieges, hat sich nicht nur gezeigt, daß diese angeblichen Informationen über irakische Massenvernichtungswaffen glatte Lügen waren, es hat sich auch erwiesen, daß die ursprünglichen Quellen dieser Lügen - der frühere britische Premierminister Tony Blair und der britische Geheimdienst - selbst im Mittelpunkt eines Kartells stehen, das weltweit Terrorismus, Rauschgift- und Waffenhandel organisiert. Dazu gehört die Finanzierung von Terroristen aus den Erlösen des britisch-saudischen Tauschgeschäfts (Waffen gegen Öl) „Al-Jamahmah“ und die Kontrolle über den hochlukrativen Opiumhandel, der sein Zentrum im britisch und amerikanisch besetzten Afghanistan hat.

Nach allem, was im Namen der Blair-Doktrin der „Regimewechsel“ und der „präventiven Kriege“ passierte, ist Al-Kaida heute gefährlicher denn je zuvor. Was im Namen des „Kriegs gegen den Terror“ und des „Heimatschutzes“ getan wurde, hat ironischerweise der Welt eine viel anfälligere strategische Lage beschert als vor dem Beginn dieses Krieges gegen den Terror.

Heute verbreiten dieselben britischen Kreise die gleichen gefälschten „Geheimdienst-Informationen“, diesmal über angebliche Chemiewaffen in Syrien. Aber diesmal fällt die US-Regierung nicht bloß auf falsche Informationen herein, sondern die Regierung Obama spielt selbst eine zentrale Rolle bei der Unterstützung des internationalen Terrorismus!

Während Präsident Barack Obama durch das Land und um den Globus reist und sich damit brüstet, daß er Osama Bin-Laden töten ließ, schmiedete er ein enges Bündnis mit Al-Kaida und verwandten neosalafistischen Organisationen, um die Regime in Libyen und in Syrien zu stürzen. Dieses Bündnis Washingtons mit den weltweiten Dschihad-Organisationen ist noch viel weitgehender als Washingtons Unterstützung für die afghanischen Mudschaheddin in den achtziger Jahren, aus denen Al-Kaida und die Taliban hervorgingen. Obama agiert heute noch viel direkter, um diese Terrornetzwerke in Tripolis und Damaskus an die Macht zu bringen.

Im Falle Libyens sind die Beweise überwältigend. Unter dem Deckmantel einer humanitären Intervention ordnete Obama an, daß die US-Streitkräfte eine Flugverbotszone durchsetzten und daß sie Al-Kaida-Gruppen Luftunterstützung für den Sturz Muammar Gaddafis gaben. Nachdem diese im Osten Libyens die Macht übernommen hatten, dankten Gruppen wie Ansar Al-Scharia, Libyscher Schild, Libysche Islamische Kampfgruppe u.a. dem Präsidenten für seine Hilfe und Unterstützung auf ihre Art, indem sie am 11. September 2012 das US-Konsulat und ein CIA-Gebäude in Bengasi angriffen und US-Botschafter Chris Stevens und drei CIA-Beamte töteten.

Dieselben Gruppen, die, wie inzwischen klar bewiesen ist, diesen Angriff am 11.9.2012 führten - Ansar Al-Scharia und Libyscher Schild - waren die wichtigsten mit den USA verbündeten Kämpfer beim Sturz Gaddafis. Und nachdem Mitglieder des Libyschen Schildes Gaddafi umgebracht hatten, wurde der Gruppe die Verantwortung für die Sicherheit in Ostlibyen inkl. Bengasi übertragen.

Botschafter Stevens beschreibt in seiner letzten diplomatischen Depesche an das Washingtoner Außenministerium vom 9. September ein angespanntes Treffen zwischen US-Sicherheitsbeamten und einem Anführer des Libyschen Schildes, Wissam Bin Hamid, in Bengasi. Der Libyer drohte, den US-Diplomaten komplett den Sicherheitsschutz zu entziehen, wenn nicht der Kandidat der libyschen Muslim-Bruderschaft bei der kommenden Wahl Premierminister würde. Bin Hamid hatte im Irak und in Afghanistan gegen US-Truppen gekämpft, bevor er im Raum Bengasi-Derna in Ostlibyen zum „Verbündeten“ der USA beim Sturz und der Ermordung Gaddafis wurde.

In einem Bericht aus der Washingtoner Kongreßbibliothek vom August 2012 mit dem Titel Al-Kaida in Libyen: ein Profil heißt es, Hamid gelte weithin als der eigentliche Anführer von Al-Kaida in Libyen. Trotzdem übertrug man seiner Miliz Libyscher Schild die Sicherheit für das US-Konsulat in Bengasi, und deshalb wurden der Gruppe wahrscheinlich in dem Treffen am 9. September die Reisepläne von Botschafter Stevens mitgeteilt, der am nächsten Tag in Bengasi eintraf. Der Angriff auf den geheimen Unterschlupf der CIA, bei dem Botschafter Stevens getötet wurde, begann erst, nachdem Kämpfer des Libyschen Schildes mehrere Stunden nach dem ersten Angriff auf das Konsulat ein Rettungsteam der US-Marineinfanterie dorthin eskortiert hatten.

Der Anführer der Ansar Al-Scharia-Gruppe in Derna, die am 11. September in Bengasi den Angriff auf das Konsulat und das CIA-Gebäude durchführten, ist Sufijan Bin-Kumu von der inzwischen aufgelösten Libyschen Islamischen Kampfgruppe, einem frühen Ableger Al-Kaidas. Bin-Kumu hatte Osama Bin-Laden vor den Anschlägen des 11.9. 2001 in Afghanistan und Pakistan als Fahrer gedient. Später wurde er in Pakistan gefangengenommen und verbrachte sechs Jahre im US-Gefangenenlager in Guantamano auf Kuba. Bin-Kumu wurde dann in ein Gefängnis in Libyen überstellt und später freigelassen. Er wurde ein wichtiger Verbündeter der USA beim Feldzug für den Sturz Gaddafis, und die New York Times berichtete im April 2011 sogar über seine Ansar-Al-Scharia-Gruppe in Derna, diese früheren Feinde Amerikas seien nun Verbündete gegen den libyschen Diktator.

Dem Bericht aus der Kongreßbibliothek zufolge wurde nach der Machtübernahme der Rebellen in Tripolis der frühere Emir der Libyschen Islamischen Kampfgruppe, Abdel Hakim Belhadsch, dort zum verantwortlichen Sicherheitschef und damit zum Chef des 20.000 Mann starken Militärrats von Tripolis ernannt. Er hatte in Afghanistan gegen die Amerikaner gekämpft und war Mitglied der Taliban gewesen, bevor man ihn an Libyen auslieferte. Spanische Behörden werfen ihm vor, an den Bombenanschlägen auf Eisenbahnzüge in Madrid 2004 beteiligt gewesen zu sein.

Dieselbe Allianz mit Al-Kaida, die in Libyen Gaddafi gestürzt hat, ist jetzt in Syrien voll mobilisiert. Berichte des McClatchy News Service und des britischen Daily Telegraph bestätigen, daß die effektivste Rebellenfraktion im Kampf gegen die syrische Armee die mit Al-Kaida verbundene Gruppe Jabhat Al-Nusra ist. Sie besteht aus irakischen und syrischen Mitgliedern von „Al-Kaida im Irak“, die dort die US-Besatzer bekämpften, bevor sie über die Grenze gingen, um gegen Assad zu kämpfen. Den neuesten Erkenntnissen zufolge ist dieser Al-Kaida-Ableger für fast alle Selbstmordanschläge und für die meisten erfolgreichen Militäraktionen gegen Pro-Assad-Kräfte verantwortlich. Die Einheiten der Freien Syrischen Armee greifen in solchen Fällen fast immer erst ein, wenn die Al-Nusra-Kämpfer die schwersten Kämpfe bereits geführt haben. Das US-Außenministerium setzte letzte Woche Jabhat Al-Nusra auf die Liste der internationalen terroristischen Organisationen. Dies war seit Monaten geplant, aber immer wieder verschoben worden, weil die Gruppe für den Kampf gegen Assad so wichtig ist.

Das LaRouche-Aktionskomitee (LPAC) erstellt derzeit einen Dokumentarfilm über Obamas Absprachen mit den von Briten und Saudis gestützten Dschihadisten, an deren Händen das Blut des amerikanischen Botschafters Chris Stevens und zahlloser anderer Menschen klebt. Im Washingtoner Kongreß wird ein Untersuchungsausschuß über die Angriffe des „Zweiten 11. September“ in Bengasi gefordert. Dieser Ausschuß muß als oberste Priorität das aktive Bündnis des Weißen Hauses unter Obama mit Al-Kaida gründlich durchleuchten. Nur eine gründliche Untersuchung kann einen dritten und vielleicht noch schlimmeren 11. September verhindern.