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Neue Solidarität
Nr. 3, 16. Januar 2013

Leserforum: „Muß man die kennen?“

Erlebnis auf der Post in der ersten Januarwoche 2013

Am ersten Werktag des neuen Jahres mußte ich auf die Post (privat-Filiale in einem Wiesbadener Vorort), um einige 3-Cent-Marken als Zusatz für den Rest der 55-Cent-Marken zu erwerben. Am Morgen hatte bei den Werbebeilagen in der Zeitung eine Übersicht der Post gelegen, welche neuen Wertzeichen es in diesem Jahr geben wird. Allen voran die wunderschöne neue 58-Cent-Marke mit dem edlen Kopf der Nofretete. Die ist so schön, daß man den Ärger über die Preiserhöhung beinahe vergißt. Die junge Postservicedame hatte jede Menge 3-Cent-Häßlichkeiten vor sich liegen - die waren schnell erworben. Von den neuen Marken gibt es derzeit noch keine Selbstklebenden, so hatte sie eine Auswahl mit allen möglichen Motiven vor sich auf dem Tisch, als unterste die schöne Ägypterin. „Da ist sie ja, die edle Nofretete, davon hätte ich gerne 2 X 10“

Sie begann in dem Markengewirr zu kramen, Stadtmotive, Architektur, Blumen - alles schob sie hin und her. „Die Nofretete bitte, da ist sie doch, 2X10 als Set“.

Sie schob weiter hin und her - „Hier, die Nofretete bitte“. Keine Reaktion - mir dämmerte Schlimmes: „Sie kennen die Nofretete nicht? - Da ganz zu unterst, die schöne Frau.“ Ein Blick zu ihrem Chef, einem jungen Türken, der uns inzwischen zugehört hatte. „Muß man die kennen?“ - „Aber ja - die mußt Du kennen.“

Ich hielt ihr ein Kurzreferat über die Ausgrabung in Ägypten, den derzeitigen Hype in Berlin im Ägyptischen Museum und die zehnjährige Asylzeit im Wiesbadener Museum von 1946 bis 56.

Ich verabschiedete mich freundlich von ihr und gab ihr auf den Weg: Man muß sie kennen, Null Ahnung von Nofretete, das ist wirklich eine Bildungslücke.

Jutta Felke, erste Januarwoche 2013, Wiesbaden