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Neue Solidarität
Nr. 34, 21. August 2013

Leserforum: Fukushima

„Verstrahltes Wasser verseucht Pazifik“. Unter dieser Überschrift erschien am 8.8.2013 in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung einmal wieder eine Schauergeschichte über Fukushima, Verfasser ist Lars Nicolaysen (Ausbildung: unklar). Da ist von Hunderten Tonnen verseuchtem Wasser die Rede. Normalerweise, z.B. auf meiner Wasserrechnung, werden Wassermengen in Kubikmeter angegeben; Tonnen klingt wohl dramatischer.

Noch dramatischer wirkt die Umrechnung in Liter, wie es am nächsten Tag, dem 9.8.2013, in der Welt zu lesen war, geschrieben von Sonja Blaschke (Ausbildung: Kultur-Wirtin), unter der Überschrift „Strontium geht in die Knochen“: „Täglich fließen in Fukushima Hunderttausende Liter radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer. Den Fischern ist bereits ein Milliardenschaden entstanden. Experten warnen, nun könnte sich die Lage deutlich verschlechtern.“

Aber wie viel Radioaktivität ist nun durch Grundwasser in der letzten Zeit in den Ozean gelangt? Das ist doch die wesentliche Frage, aber in den Zeitungsartikeln steht nichts darüber. Man erfährt es aus der Internetseite der Asahi Shimbun. Sie ist Japans zweitgrößte Tageszeitung und sieht ihre Aufgabe nicht darin, Aberglauben zu verbreiten und Angst zu erzeugen. Die Antwort: Bisher, d.h. am 10.8.2013, einen Tag nach der Veröffentlichung in der Welt, wurde noch gar nichts nachgewiesen, also Null Becquerel.

Nun gibt es künstliche Radioaktivität im Pazifik. In den ersten Tagen nach dem Unfall ist viel Radioaktivität durch die Luft ins Meer gelangt. Das war Glück im Unglück, die Radioaktivität beeinträchtigt dort zunächst niemanden und wird schnell auf unbedenkliche Werte verdünnt. Würde man den kompletten Reaktor im Pazifik auflösen, dann gäbe es nur einen unbedeutenden Zuschlag zur natürlichen Radioaktivität des Meerwassers.

Wie ist die Situation im Grundwasser, nach Asahi Shimbun und anderen seriösen Berichten? Unter dem Reaktorgelände enthält das Grundwasser künstliche radioaktive Isotope. TEPCO hat viele Brunnen bohren lassen, um Radioaktivität und Wasserstand zu kontrollieren. Zum Meer hin wurden Flüssigkeiten in die Erde gepreßt, die sich dort verfestigten und eine Wand gebildet haben, welche die Grundwasserströmung unterbinden soll.

Nun ist auf der Landseite seit einiger Zeit der Grundwasserspiegel erheblich angestiegen. TEPCO befürchtet, daß der dadurch ausgelöste stärkere Grundwasserstrom von der Sperrwand nicht vollständig zurückgehalten wird. TEPCO: „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß Wasser ins Meer fließt.“ Konkret festgestellt wurde also noch nichts. Der Artikel der Asahi Shimbun schließt mit dem Satz: „Jedoch gibt der starke Anstieg des Grundwasserspiegels in der Nachbarschaft Anlaß, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, daß die Trennwand von Wasser passiert wird.“

Vielleicht wird auch nichts ins Meer strömen, TEPCO baut an einer wirkungsvolleren Sperre. Und wenn doch? Dann muß man sehen, wie viel es ist, und ob sich in Meerestieren und Pflanzen wirklich bedenkliche Konzentrationen an Radioaktivität finden.

Dr. Hermann Hinsch, Hannover