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Neue Solidarität
Nr. 8, 20. Februar 2013

Leserforum: Londons Signal

Jede Ausgabe der Neuen Solidarität ist ein Weckruf zu Trennbankensystem und Ausstieg aus dem Euro. Die Welt wurde zum globalen Spielkasino, in das die soliden Geschäftsbanken und das Geld fleißiger Sparer hineingerissen werden sollen. EU und Euro sind doch nur Unterabteilungen für das Glückspiel der Reichen und Superreichen.

Irrsinnige Freudenfeste wurden am 1. Januar 2001 gefeiert, als der Euro begann, pünktlich mit Datum, aber ohne Vernunft - und mit Schuldenmisere schon nach sechs Jahren. Eine einzige Währung für 17 krass unterschiedliche Volkswirtschaften, das konnte und sollte gar nicht gut gehen, wie uns später Jacques Attali verriet, Berater Mitterrands: der Geburtsfehler des Euro war gewollt, um später die politische Union zu erzwingen. Und das heißt: Beseitigung lästiger Staatsverfassungen und ihrer Demokratien, damit das Kapital freie Bahn bekam.

Die größten Profite versprechen die sog. Rohstoffmärkte mit Zentrum in London. Dort werden Gelder umgesetzt von der Größe aller staatlichen Entwicklungshilfen global, und sie verschwinden als Zockergewinne in ganzen Systemen von Briefkastenfirmen, wo sich alle Spuren verwischen. Das sind z.B. Weizen und Soja bis hin zu sog. „seltenen Erden“, ohne die in der Elektronik nichts mehr läuft. Letztere liegen vor allem in der 3. und 4. Welt, und dort wird man immer mehr Kriege entfesseln, vor allem in Afrika.

Im entgrenzten Europa wird der Krieg der Reichen statt mit Gewehren über Geld ausgefochten - gegen die da unten. Über Südeuropa breitet sich längst das Leichentuch der Armut und Arbeitslosigkeit, denn dort fehlen die attraktiven Industrieprodukte für Exporterlöse, um Importe zu bezahlen. „Sparen“ ist doch nur ein anderes Wort für verelenden. Teure Importmedikamente fehlen schon in den Apotheken.

Wie lange hält die Jugend still? Nördlich von Magdeburg entsteht bereits eine Geisterstadt zur Übung der Polizei im Straßenkampf. Und bei Mailand steht schon längst eine mobile Hubschraubertruppe bereit zum Einsatz. Deutschland hält noch am besten als bekannter Industriestandort aus. Dem Süden fehlt der Tourismus: Die Sonne scheint in der Türkei eben billiger. Aber die Milliarden EMS-Garantien, die Berlin geben mußte, werden spätestens die nächste Generation erwürgen, auch in Deutschland.

Die Reichen, verquickt mit politischer Klasse und Bankenwelt und international vernetzt - sie alle brauchen keinen Staat. Sie zahlen - so wie in Griechenland - keine Steuern. Der Euro wurde willkommenes Mafiageld; willkommen deshalb, weil es nur beim Euro die große Stückelung bis 500-Euro-Scheine gibt, womit man 1 Million in der Aktentasche wegtragen kann. In gewissen Kreisen sind diese hohen Scheine sehr beliebt und diskret.

Daß Staaten nur gekünstelt „Freunde“ haben, weiß eigentlich jeder. Staaten haben Interessen. Und der britische Premier Cameron macht jetzt Ernst damit: Er will raus aus der EU. Spätestens in vier Jahre soll das ungeduldige Volk selbst entscheiden. Volkssouveränität steht auch in der Präambel des Grundgesetzes, das nach Art. 146 GG ohnehin auf eine endgültige Entscheidung des souveränen Volkes wartet. England ist das Land der Magna Charta Libertatum von 1215. Mit dem Euro ist für freie Völker nichts mehr zu „retten“. Cameron gab das Signal, die Diskussion ist eröffnet.

Karl-Herrmann Dittmar, Bad Arolsen