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Neue Solidarität
Nr. 44, 29. Oktober 2014

Wirtschaftlicher Zusammenbruch und globale Pandemien

Der folgende Auszug stammt aus einem EIR-Sonderbericht mit dem Titel „Economic Breakdown and the Threat of Global Pandemics“ („Wirtschaftlicher Zusammenbruch und die Bedrohung durch globale Pandemien“), der im Juli 1985 erschien.

Es gibt im wesentlichen drei Möglichkeiten, wie es zu einer umfassenden, globalen Pandemie kommen kann, die vielleicht noch schlimmer wäre als die Pest des 14. Jahrhunderts. Welche Form diese Pandemie genau annehmen wird, hängt davon ab, welche Krankheiten oder Mutationen dieser Krankheiten in den Gebieten verbreitet sind, die das „schwache Glied“ der menschlichen Gattung ausmachen, nämlich denjenigen Gebieten im Entwicklungssektor, die durch die Politik von Weltwährungsfonds und Weltbank vorsätzlich geschwächt werden. Der Charakter der vor uns stehenden Periode könnte möglicherweise von isolierten Ausbrüchen oder dem lokalen „Aufflammen“ einer Reihe solcher Krankheiten geprägt sein. An einem bestimmten Punkt würde dieser Prozeß dann ausreichend Energieflußdichte erreichen, um „abzuheben“ und sich zu einer umfassenden, globalen Pandemie auszuweiten.

I. Eine Pandemie, die an einem Ort ausbricht und dann überall auf der Welt „abhebt“. Verschiedene tödliche Seuchen, wie beispielsweise die Pest, mörderische Grippemutationen oder Cholera, die meistens in Indien, China und Afrika endemisch sind, haben gezeigt, daß ein solches „Ausbrechen“ möglich ist. Diese Seuchen können in sehr kurzer Zeit große Entfernungen überwinden und Millionen Menschen töten. Unter den Bedingungen eines allgemeinen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Zusammenbruchs, wie sie in Asien, China und Afrika bereits herrschen, könnten diese Regionen in unserem Zeitalter weltweiter Flugreisen praktisch über Nacht jedem beliebigen Teil des Globus eine solche mörderische Pandemie „bescheren“.

II. Mehrere Pandemien, die von verschiedenen endemischen Krankheiten ausgehen, die in verschiedenen Gebieten endemisch sind, breiten sich gleichzeitig aus. Wie Dr. John Grauerholz in seinem Human Disease Handbook („Handbuch menschlicher Krankheiten“) dokumentiert, gibt es bereits brodelnde Kessel solcher Seuchen wie Malaria, Tuberkulose und potentiell auch Gelbfieber in Mexiko, Brasilien, im übrigen Iberoamerika, Asien und Afrika.

III. Neu auftretende tödliche Krankheiten wie AIDS. Die wahrscheinlichste wissenschaftliche Hypothese ist, daß das AIDS-Virus vermutlich schon seit Jahrhunderten - oder vielleicht noch länger - in einer weniger virulenten Form unter Affen, Menschen oder unter anderen Tiergattungen existiert. Bei einer medizinischen Fachtagung im Senegal äußerten Forscher die Vermutung, das AIDS-Virus HTLV III sei vielleicht erst in jüngster Zeit „aufgrund des Zusammenbruchs der sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen“ in Afrika als virulente Form entstanden, und es könnten vielleicht auch weitere „Konversionen“ anderer, relativ harmloser Viren zu krankheitsübertragenden Formen folgen. Es wurde vorgetragen, daß das AIDS-Virus wahrscheinlich aus einem Virus, das bei Grünen Affen vorkommt, in seine derzeitige Form - ein tödliches, sich schnell veränderndes Virus - mutierte.

Die Verbreitung der Krankheit in die Vereinigten Staaten erfolgte, nachdem es aus Afrika über das immunologisch „schwache Glied“ der Homosexuellenszene in die Industriegesellschaft eingeschleppt wurde, aber inzwischen breitet sich das Virus auch in der übrigen Bevölkerung aus.

Kurz, eine äußerst tödliche Viruswaffe, die eine Bevölkerung ohne wirklichen Schutz angreift, kann innerhalb kurzer Zeit große Schäden verursachen. An einem bestimmten Punkt kann dann die Seuche aus bestimmten „Hochrisikogruppen“ ausbrechen in die gesamte übrige Bevölkerung. Alle verfügbaren Fakten deuten darauf hin, daß das Virus eine Reihe von Mutationen durchlaufen muß, die immer ansteckendere Virenstämme hervorbringen. Daß an verschiedenen Orten verschiedene Krankheiten auftreten, hängt davon ab, welche Organismen in dem Gebiet vorhanden sind. Die existierenden „Reservoirs“ der Pest, der Malaria und anderer Krankheiten liefern den Rohstoff für die Ausbreitung von Epidemien und Pandemien.

Der besondere Fall der Pest ist ein lehrreiches Beispiel. Die Pest ist derzeit endemisch [stärker als anderswo vorhanden, aber nicht zunehmend] im Westen der Vereinigten Staaten, Vietnam, Zaire, Brasilien, Peru, Bolivien und Madagaskar. Zwei Drittel aller Fälle in den USA treten im Bundesstaat New Mexico auf. Nach Angaben eines führenden Epidemiologen vor Ort in New Mexico stehen wir derzeit nahe vor dem Ausbruch einer Epidemie. Vor zehn Jahren [1975] schnellte die Zahl der Fälle von 1-2 Fällen pro Jahr plötzlich auf 20 Fälle/Jahr in die Höhe. 1983 gab es 40 Fälle, im vergangenen Jahr 31. Sollte die Zahl der Fälle weiter in den Bereich von 30-50 Fällen pro Jahr anwachsen, könnte damit nach Einschätzung dieses Epidemiologen die Schwelle zu einem unkontrollierten Ausbruch überschritten werden. Unter den Bedingungen einer schweren Dürre könnten in der Wüste lebende Nagetiere auf der Suche nach Wasser und Müll in bewohnte Gebiete vordringen. Schon jetzt existieren in den Vereinigten Staaten äußerst günstige Bedingungen für die Ausbreitung von Nagetieren in Dörfer und Städte. Metropolen wie Baltimore und Washington D.C. erleben derzeit ein unkontrolliertes Wachstum der Rattenpopulationen. Nach Einschätzung verschiedener Seuchenexperten besteht hier jedenfalls die Möglichkeit, daß unter den Bedingungen eines anhaltenden wirtschaftlichen und gesundheitlichen Zusammenbruchs die Schwelle zu einer unkontrollierten Pestepidemie überschritten wird.

Die Dynamik der Entstehung von Seuchen

Was sind die wichtigsten treibenden Kräfte, die uns an die Schwelle einer Pandemie führen?

  1. Krankheiten wie AIDS und Herpes sind Indikatoren des Zusammenbruchs des immunologischen Systems des Menschen. Derzeit verdoppelt sich die Zahl der AIDS-Fälle innerhalb von sechs Monaten.

  2. Der Verfall der Innenstädte, in denen die Bevölkerung konzentriert ist, führt zu starken Kürzungen bei der Instandhaltung der Kanalisation und Wasserversorgung.

  3. Die Nahrungsmittelversorgung und die Qualität der Ernährung der Bevölkerung hben sich deutlich verschlechtert.

  4. Die Kindersterblichkeit in Städten wie Detroit und New York ist schon lange über ein normales Maß hinaus gewachsen. Sie liegt nun bei 25-30/1000, während früher höchstens 9-10/1000 als „normal“ galten.

  5. Die Verbreitung von Pflanzen- und Tierkrankheiten wirkt sich unmittelbar auf die Nahrungsmittelversorgung aus, und sie schafft günstige Bedingungen für die Verbreitung schädlicher Insekten. Man schätzt, daß unter den knapp 1 Mrd. bekannten verschiedenen Tierarten rund 740.000.000 Insektenarten sind.

Unter den Bedingungen des voranschreitenden Zusammenbruchs der menschlichen Wirtschaft, wird die Biosphäre die Ausbreitung von Parasiten auf Kosten ihrer Wirte begünstigen. Kurz, die Dynamik der Evolution kehrt sich sozusagen um. Gleichzeitig ereignen sich bereits schwere Störungen der Wetter-Muster und der Erdoberfläche - Dürren, ungewöhnlich große Tornados, Wirbelstürme und Flutwellen, Entwaldung und ein Zusammenbruch des „natürlichen“ und menschlichen Wassermanagements.

eir