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Neue Solidarität
Nr. 6, 5. Februar 2014

„Stimme Rußlands“ interviewt Jacques Cheminade zur strategischen Lage

Am 27. Januar veröffentlichte der regierungsamtliche russische Sender Stimme Rußlands auf französisch ein ausgezeichnetes Interview mit dem früheren Präsidentschaftskandidaten Jacques Cheminade unter dem Titel „Die Finanzoligarchie an der Wurzel packen“.1

In dem sehr ausführlichen Interview, das angesichts der gegenwärtigen Zuspitzung in der Ukraine besonderes Gewicht hat, wurde Cheminade u.a. zu seiner Präsidentschaftskampagne, seinem Kampf für Glass-Steagall und seinen Warnungen vor der westlichen Konfrontationspolitik gegenüber Rußland befragt. Er sei in der französischen politischen Landschaft praktisch der einzige, der sich zu Themen wie dem europäischen Raketenabwehrschild äußere. „In diesem Bereich und vielen anderen Fragen rufen Sie zu einer Annäherung zwischen Frankreich und Europa auf der einen, und Rußland auf der anderen Seite auf. Warum? Was können wir miteinander teilen? Wird die Kluft zwischen Europa und Rußland nicht immer breiter?“

Cheminade betonte, man müsse „um jeden Preis verhindern, daß sich der Riß zwischen Europa und Rußland vertieft“. Er sei sehr besorgt über das Zusammentreffen der Präventivkriegsdoktrin der NATO und der gravierenden Wirtschaftskrise der transatlantischen Welt. Das Ende des Kalten Krieges habe, paradoxerweise unter der Herrschaft der sogenannten „liberalen“ Finanzoligarchie im Westen, Bedingungen herbeigeführt, unter denen eine thermonukleare Konfrontation zwischen den Supermächten möglich wird.

Cheminade konnte ausführlich die Wichtigkeit von Glass-Steagall darstellen und seine Politik der großen Projekte mit dem Schwerpunkt neuer wissenschaftlicher Durchbrüche erläutern. Zu den Angriffen der Medien auf ihn während seiner Präsidentschaftskampagne sagte er, dies habe seine Ursache vor allem im Atlantizismus und Oligarchismus des offiziellen Frankreich. Diese Kreise könnten nicht tolerieren, daß es in Frankreich einen Freund des amerikanischen Politikers Lyndon LaRouche gibt. In den USA kämpfe LaRouche gegen „die Partei des Britischen Empire“, das „Frankreich durch seine finanziellen und kulturellen Netzwerke dominiert. Daß eine Verbindung über den Atlantik hinweg zwischen denen existiert, die gegen dieses System kämpfen, ist für diese ,Oligarchie der Unfähigen’ nicht tolerierbar.“ Cheminade sagte, das Thema seiner Kampagne ,Eine Welt ohne City und Wall Street - die Welt von morgen aufbauen’, hätte für die Franzosen, die auf einen „Außenseiter, der wirklich progressiv und patriotisch ist“, warten, attraktiv sein können. Deshalb habe die Medienberichterstattung seine Ideen verfälscht und sich über seine Raumfahrtpolitik lustig gemacht, obwohl die Europäische Raumfahrtagentur ESA ihr positiv gegenübersteht.

Die Moscovici-Finanzreform, die am 26. Juli 2013 verabschiedet wurde, bezeichnete Cheminade als „Farce“. Sie sei unter dem Druck der französischen Bankenlobby mit ihren engen Verbindungen zur anglo-amerikanischen Finanzwelt durchgesetzt worden. Selbst der Chef von Société Générale, Frédéric Oudea, habe bei seiner Aussage vor der Finanzkommission der Französischen Nationalversammlung am 30. Januar 2013 zugegeben, daß die Reform nichts ändert. Die Banken dürften sich weiterhin in den Steuerparadiesen tummeln, mit landwirtschaftlichen Rohstoffen spekulieren und zocken.

Nach seiner politischen Position befragt, bezeichnete sich Cheminade als „linken Gaullisten“ - jemanden, der das Recht der Bevölkerung auf Selbstbestimmung, auf sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt verteidigt. Sein Ziel sei es, gegen die zerstörerische Finanzoligarchie „eine Allianz politischer Kreise in Frankreich zu katalysieren, in der sich der Sozialismus von Jean Jaurès, der Gaullismus der französischen Résistance und das soziale Christentum vereinigen“.

eir


Anmerkung

1. Den Mitschnitt des Interviews im französischen Original finden Sie auf der Internetseite
http://french.ruvr.ru/2014_01_28/Jacques-Cheminade-Frapper-loligarchie-financiere-a-la-racine-8236/

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