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Chinas erster unbemannter Weltraumfrachter, Tianzhou-1, der für den Betrieb der geplanten Raumstation unverzichtbar sein wird, traf am 13. Februar im chinesischen Weltraumbahnhof auf der Insel Hainan ein. Dort wird er überprüft und für den für April vorgesehenen Start zum Orbitalmodul Tiangong-2 vorbereitet, wie Andrew Jones in der GBTimes berichtet. Die Startrakete vom Typ Langer Marsch 7 soll im März auf Hainan eintreffen, wo die beiden Fahrzeuge miteinander gekoppelt und zahlreichen Tests unterzogen werden.
Die wichtigste Aufgabe des unbemannten Frachtfahrzeugs ist es, Tiangong-2 in der Umlaufbahn mit Treibstoff zu versorgen. Obwohl die Atmosphäre im Weltraum sehr dünn ist, bremst sie dennoch das Orbitalfahrzeug, das daher regelmäßig auf seine korrekte Umlaufbahn angehoben werden muß. Für die Internationale Raumstation ISS übernehmen die russischen Progress-Fahrzeuge mit ihren Antriebsraketen diese Aufgabe.
Jones berichtet auch einige Details über die wissenschaftliche Nutzlast des Tianzhou-Frachters. In einem Bioreaktor sollen in Mikrogravitation Säugetierzellen, darunter embryonale Stammzellen, wachsen. Ein anderes Experiment befaßt sich mit Flüssigkeitsströmung. Ein elektrostatischer Beschleunigungssensor soll Schwebezustände erforschen, um „den unerklärten großen Unterschied der Stärke der Schwachen Kraft und der Gravitation zu untersuchen“.
Der Weltraumfrachter wird nach erfüllter Mission, ähnlich wie der russische Progress-Frachter, mit Abfällen der Weltraumstation gefüllt und verbrennt dann mit ihnen beim Wiedereintritt in die Atmosphäre.
China treibt auch seine Forschungsprogramme im All weiter voran. Das Nationale Zentrum für Weltraum-Wissenschaften prüft derzeit mehr als 130 Vorschläge für zukünftige wissenschaftliche Missionen im Weltraum. Die Vorschläge stammen von 54 Forschungsinstituten, Universitäten und anderen Organisationen und beziehen sich auf die Missionen, die zwischen 2021 und 2030 im Rahmen des 14. und des 15. Fünfjahresplans durchgeführt werden sollen. Der Direktor des Zentrums, Wu Ji, sagte dazu, die Aufgabe sei, „Vorschläge zu sammeln, die eine Theorie widerlegen oder etwas entdecken können, was man bisher noch nicht gefunden hat. Was wir brauchen, sind neue Ideen - innovative Ideen, die für die Wissenschaft von Bedeutung sind.“
Bei einem Seminar über bemannte Weltraummissionen in naher Zukunft, das am 16. Februar von Airbus Industries und anderen Produzenten von Weltraumtechnik in Bremen veranstaltet wurde, wurde ausführlich über die bevorstehende Orion-Mission der NASA gesprochen, zu der die ESA ein Dienstleistungsmodul beisteuert. Wenn der vorgesehene Zeitplan eingehalten wird - woran jedoch viele wegen der noch ungelösten technischen Probleme auf beiden Seiten zweifeln - soll die erste, unbemannte Orion-Mission 2018 in die Mondumlaufbahn gebracht werden, und wenn alles gut abläuft, 2022 dann eine zweite, diesmal bemannte, Mission für einen Dauereinsatz in der Umlaufbahn folgen. Auch hierzu wird die ESA ein Dienstleistungsmodul beisteuern, und bei der Bremer Veranstaltung unterzeichneten die ESA und Airbus einen entsprechenden Vertrag mit der NASA.
Für ESA-Direktor Johann-Dietrich Wörner und den Chefkoordinator der ESA für bemannte Missionen, Thomas Reiter (beide aus Deutschland), ist die Orion-Mission ein großer Schritt auf dem Weg zur Schaffung einer permanenten menschlichen Präsenz auf der Mondoberfläche, dem „Monddorf“, das nach Wörners Ansicht in internationaler Kooperation, insbesondere mit Rußland und China, aufgebaut werden sollte. Die Gespräche über das Projekt laufen schon seit geraumer Zeit, aber erst beim jüngsten Treffen auf höchster Ebene wurden auch die ersten Gelder dafür bewilligt.
Zwei indische Kernforscher, K. Banerjee und C.P. Kaushik vom Bhabha-Atomforschungszentrum (BARC), haben einen Prozeß vervollkommnet, durch den das in Nuklearabfällen enthaltene Element Cäsium-137 sicher daraus gewonnen werden kann, um es zum Wohl des Menschen einzusetzen. Dies berichtete die Economic Times am 20. Februar.
Die World Nuclear News (WNN) beschrieb diese Innovation folgendermaßen: „Eine seltene, aber gewöhnlich tödliche Komplikation von Bluttransfusionen ist eine mit der Transfusion verbundene Abstoßungsreaktion, was ein großes Risiko für Föten und Frühgeborene sowie für Patienten mit geschwächtem Immunsystem darstellt.“ Unter bestimmten medizinischen Bedingungen kann eine sichere Bluttransfusion nur vorgenommen werden, wenn alle weißen Blutkörperchen des Blutspenders abgetötet werden, um tödliche Komplikationen zu vermeiden. Dazu muß das Blut bestrahlt werden, wofür meist ein anderes chemisches Element, Kobalt-60, genutzt wird. Kobalt-60 hat jedoch eine Halbwertszeit von nur 5,3 Jahren, was bedeutet, daß die Techniker regelmäßig neue Strahlungsquellen herstellen, antransportieren und installieren müssen.
Cäsium-137 biete mit 30,2 Jahren eine längere Halbwertszeit, stelle jedoch in seiner üblichen Einsatzform als pulverförmiges Cäsiumchlorid ein Freisetzungs-Risiko dar, wenn nicht richtig damit umgegangen wird, berichten die WNN. Bei der neuen Technik, die von den BAARC-Wissenschaftlern entwickelt wurde, wird das pulverförmige Cäsium-137 in einem als Vitrifizierung bezeichneten Verfahren in ein Glasmedium eingeschmolzen. Das festgewordene Cäsium wird dann zu sogenannten „Stiften“ verarbeitet, die bis zu 30 Jahre lang genutzt werden können. Die Economic Times berichtete vor einigen Wochen, daß die erste kommerzielle Lieferung von zehn solchen Cäsium-137-Stiften an Krankenhäuser ausgeliefert wurde, damit diese damit Blut sterilisieren können.