Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Neue Solidarität
Nr. 49, 7. Dezember 2017

USA greifen erstmals Heroinlabors und Opiumlager in Afghanistan an

Nachdem die US-Regierungen in den 16 Jahren seit Beginn des Krieges 2001 die explosionsartige Zunahme der Opium- und Heroinproduktion in Afghanistan geflissentlich ignoriert hatten, wird nun offenbar eine andere Strategie verfolgt. Am 19. November begann die „Operation gezacktes Messer“, bei der schon am ersten Tag amerikanische B-52-Bomber und F-22-Kampfjäger zusammen mit afghanischen A-29-Erdkampfflugzeugen zehn Anlagen zur Opiumverarbeitung in der nordafghanischen Provinz Helmand zerstörten. Diese Provinz liefert rund 70% des afghanischen Opiums, das wiederum etwa 85-90% der weltweiten Opiumproduktion darstellt. Nach inoffiziellen Angaben hat die Opiumproduktion in Afghanistan in diesem Jahr mit 9000 Tonnen alle Rekorde gebrochen. Vor der US-Invasion in Afghanistan war die größte verzeichnete Ernte 2000 t gewesen. Die Taliban hatten die Produktion von 1996-2001 auf 2000 t gesteigert, dann aber vor ihrer Entmachtung auf etwa 100 t stark reduziert.

Wie die Navy Times berichtete, starteten die F-22 vom Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die B-52-Bomber der 69. Expeditions-Bomberschwadron gehören zum 379. Expeditions-Geschwader am Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid in Katar. Der Kommandeur der US-Streitkräfte in Afghanistan, Gen. John Nicholson, erklärte: „Die amerikanischen Geheimdienste und Polizeibehörden schätzen, daß die Taliban jährlich rund 200 Mio.$ an der Opiumproduktion in Afghanistan verdienen“ – was vermutlich noch stark untertrieben ist. Die Angriffe richteten sich nur gegen die Anlagen zur Drogenproduktion, nicht gegen die Landwirte, die den Schlafmohn anbauen. Nicholson schätzt, daß es in Afghanistan 400-500 solcher Anlagen gibt, so die Navy Times.

In den 16 Jahren des Afghanistankrieges waren die Opiumlager und Heroinlabors in Afghanistan für die US- und NATO-Truppen (bis 2014 gemeinsam als International Security Assistance Force, ISAF) faktisch tabu. Diese Anordnung kam von Präsident George W. Bushs Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der erklärte, das einzige Ziel des Pentagon in Afghanistan sei es, die Taliban zu besiegen, eine Ausweitung auf Drogenbekämpfung sei nicht erwünscht. Das Resultat war, daß keines der beiden Ziele erreicht wurde: Die Taliban wurden nicht besiegt, dafür nahm der Opiumanbau explosionartig zu und die Taliban beschafften sich aus den steigenden Gewinnen aus dem Opiumanbau Waffen und Sprengstoff. Heute beherrschen sie fast 40% des afghanischen Territoriums.

Einige US-Kongreßabgeordnete, darunter die Republikaner Walter Jones (Nord-Carolina) und Thomas Massie (Kentucky), haben im Rahmen ihrer Bemühungen, den Krieg in Afghanistan zu beenden, das Drogenproblem immer wieder angesprochen. So sagte beispielsweise Massie am 1. November in einer Anhörung über Afghanistan vor dem Ausschuß zur Regierungsaufsicht: „Obwohl wir seit 2002 in Afghanistan 8,6 Mrd.$ für die Drogenbekämpfung ausgegeben haben, wurde dort die Opiumernte seit 2015 um 43% gesteigert. 60% der Einnahmen der Taliban kommen vom Opium... Es ist Zeit für eine neue Strategie.“

eir