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Neue Solidarität
Nr. 49, 7. Dezember 2017

Maidan-Schützen lassen politische Bombe platzen

Von Rachel Douglas

Laut einer Dokumentation wurden die Schützen des Maidan-Massakers von einem Militärberater des früheren georgischen Präsidenten Saakaschwili angeheuert.

Vor vier Jahren kündigte der damalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch an, daß er die geplante Unterzeichnung des Assozierungsabkommens mit der Europäischen Union aufschieben werde, um zunächst Schritte zu unternehmen, daß die Beziehungen der Ukraine zu ihrem größten Handelspartner Rußland nicht unter dem Abkommen leiden würden. Aus Protest gegen diese Entscheidung strömten viele Demonstranten auf den größten Platz der Hauptstadt Kiew, den Maidan, weil sie auf ein besseres Leben wie in Westeuropa gehofft hatten, nachdem ihr Lebensstandard durch die Politik der Liberalisierung und Privatisierung der Wirtschaft seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 dramatisch abgestürzt war. Diese Proteste entwickelten sich schnell zu gewalttätigen Zusammenstößen und führten schließlich zum Sturz von Präsident Janukowitsch am 22. Februar 2014.

Das ganze Vorgehen wurde von einer Clique radikaler Nationalisten und paramilitärischen Gruppen gesteuert, die die faschistische Ideologie von Stepan Bandera (1909-1959) vertraten, Nazisymbole und rassistische Slogans verwendeten und ethnische Säuberungen und Gewalt gegen Nicht-Ukrainer (insbesondere Russen) forderten. Die Vertreter der USA, der europäischen Regierungen und der Nichtregierungsorganisationen unterstützten den Putsch und argumentierten, die Demokratie und die „europäischen Werte“ müßten verteidigt werden. Tatsächlich haben aber die westlichen Geheimdienste die faschistischen Gruppen in der Ukraine schon seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gefördert und trainiert.

Eine Chronologie des methodischen Vorgehens der Maidan-Putschisten erschien 2014 als Teil eines Dossiers in der Neuen Solidarität („Ukraine 2014: Gewalttätiger Umsturz, faschistische Axiome und offene Neonazis“, Neue Solidarität 22/2014). Auf die schnelle Formierung der paramilitärischen „Maidan-Verteidigungskräfte“ folgte die Blockade der Regierungsgebäude. Der Maidan-Kommandant Andrij Parubij versprach für das neue Jahr einen „Übergang zur Offensive“, und im Januar und Februar kam es zu einer Reihe von Schußwechseln: „Gegen Morgen wurden vom Konservatorium, wohin Parubij und die Maidan-Kommandanten ausgewichen waren, nachdem das Gewerkschaftsgebäude ausgebrannt war, Schüsse abgefeuert. Berichten zufolge trafen diese Schüsse sowohl Polizisten als auch Demonstranten. Den ganzen Tag über liefen Feuergefechte, bei denen weitere 70 Menschen im Feuer nicht identifizierter Schafschützen starben.“

Nach dem Putsch behauptete das Kiewer Regime ohne Beweise, die Maidan-Scharfschützen seien Sicherheitskräfte der Regierung und russische Infiltranten gewesen.

Nun aber erschien im italienischen Internet-Fernsehsender occhidellaguerra.it („Augen des Krieges“) eine Dokumentation, in deren Mittelpunkt Interviews mit drei Scharfschützen stehen, ehemaligen Soldaten aus Georgien, die erklärten, sie hätten zu den Scharfschützen gehört, die von den Aufständischen angeheuert worden waren.

Prof. Iwan Katschanowski von der Universität Ottawa, Autor einer umfassenden forensischen Untersuchung der Maidan-Morde vom 20. Februar 2014, bezeichnete die Dokumentation am 15. November in einer Facebook-Stellungnahme als eine „Maidan-Massaker-Bombe“, und schrieb: „Die Informationen, die in dieser Dokumentation gegeben werden, stimmen im großen und ganzen mit den verschiedenen öffentlich zugänglichen Belegen überein, die ich in meinen akademischen Studien des Maidan-Massakers untersuchte und die im Maidan-Prozeß offengelegt wurden.“

Warum diese bekennenden Maidan-Scharfschützen sich gerade jetzt geäußert haben, ist bisher nicht bekannt. Ihr Boß sei der frühere georgische Präsident Micheil Saakaschwili (2003-2013) gewesen, der in Georgien durch eine vom Westen unterstützte „Farbenrevolution“ an die Macht gekommen war und nach dem Maidan-Putsch die ukrainische Staatsbürgerschaft annahm, um Gouverneur von Odessa werden zu können. Ein weiteres Detail dieser strategisch wichtigen Ereignisse von 2013-2014 ist, daß der britische MI6-Offizier Christopher Steele, dessen zwielichtiges Schmutzdossier über Donald Trump eine zentrale Rolle im sogenannten „Russiagate“ spielt, soeben in einem neuen Buch der britischen Tageszeitung Guardian über Russiagate als wichtiger Berater der Regierung Obama zur Zeit des Maidan-Putsches genannt wurde. Steele hatte mehr als hundert für Privatkunden 2014-2016 erstellte Berichte über die Lage in der Ukraine auch dem US-Außenministerium zugeleitet.

Es folgen Auszüge aus der Zusammenfassung, die occhidellaguerra.it über seine Dokumentarsendung veröffentlichte.