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Neue Solidarität
Nr. 49, 7. Dezember 2017

LaRouche-Repräsentant spricht in Zug in der Schweiz

Harley Schlanger, der langjährige Sprecher Lyndon LaRouches in den USA, der weitreichende politische Verbindungen hat, war am 17. November zu Gast im schweizerischen Zug, um bei einem Treffen der Bürgergruppe Impulswelle zu sprechen (http://www.impulswelle.ch). Vor 60 Mitgliedern und Gästen berichtete Schlanger über die Krise in den Vereinigten Staaten, insbesondere den Putschversuch gegen Präsident Trump mit dem „Russiagate”, an dem Teile von CIA, NSA und FBI beteiligt sind. Noch niemals in der Geschichte der Vereinigten Staaten sei ein Präsident derart massiv angegriffen und verteufelt worden, so Schlanger.

Dies hänge eng mit dem Bankrott des Finanzsystems zusammen, es handele sich um einen verzweifelten Versuch der Eliten, „ihre Haut zu retten”, weil die Bevölkerung deren Politik, ständige Kriege und Lügen leid sei. Die ständigen Finanzkrisen haben die amerikanische Bevölkerung jahrelang gebeutelt, so daß viele Familien gezwungen seien, „auf Pump“ zu leben: die Haushaltsschulden, die Kreditkarten-, Hypotheken-, Studenten- und Autoschulden beinhalten, betrügen mittlerweile 13 Billionen $, die Zahlungsverpflichtungen der Unternehmen (außerhalb des Finanzsektors) 14 Billionen.

Zusätzlich müsse man sich vorstellen: es existierten Hunderte von Billionen an Forderungen aus Derivatgeschäften in den Büchern der Banken, von denen keiner wirklich weiß, wie hoch sie sind, aber jeder weiß, daß es nichts gibt, womit sie abgesichert sind.

Wie Präsident Trump bei seiner Asienreise deutlich gemacht habe, sei er entschlossen, diese Politik des „billigen Geldes“ zu ändern und mit den Staatsführern Rußlands und Chinas einen Dialog zu führen, um die reale Wirtschaft und Infrastruktur in den USA wieder aufzubauen. Verglichen mit dem, was in China aufgebaut werde, sei die verrottende Infrastruktur in Amerika ein schlechter Witz, meinte Schlanger. Deshalb brauche man Großprojekte, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, und ein Ende der ständigen Kriege. Das seien die Ziele aller großen Staatsmänner für ihre Länder – das „Neue Paradigma“.

Schlanger erklärte, daß hinter den Bestrebungen, Trump schlechtzumachen und zu stürzen, klare strategische Ziele stehen. In Wirklichkeit gehe es nicht um den Verdacht, daß Putin die US-Präsidentschaftswahl 2016 manipulierte, um Trump zum Sieg zu verhelfen, oder daß Putin Trump die Linie diktieren kann, weil er ihn erpressen könne. Diejenigen, die das behaupten, hatten inzwischen ein ganzes Jahr Zeit, Beweise vorzulegen, haben aber nichts vorzuweisen. Die ersten Anklagen, die Mueller gegen Trumps Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort und einen Mitarbeiter erhoben hat, stehen in keinem Zusammenhang mit dieser angeblichen russischen Einmischung.

Der wirkliche Streitpunkt sei, daß Trump jetzt Bereiche gemeinsamer Interessen für eine Zusammenarbeit mit Rußland und China finden will. Dies läuft natürlich den Bestrebungen für eine von den anglo-amerikanischen Finanzinteressen und der amerikanischen Militärmacht beherrschte „unipolare Welt“ entgegen – der Weltordnung im Sinne der „Elite des Establishments“, wie Trump sie nennt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nutzten diese Interessen ihre Macht in den Regierungsinstitutionen der Vereinigten Staaten, um die neokonservativen strategischen Doktrinen durchzusetzen – wie die „Regimewechselkriege“ und „Farbenrevolutionen“, um die wichtigsten Gegner des „unipolaren“ Konzepts zu schwächen oder zu beseitigen –, und die neoliberale Wirtschaftspolitik mit Freihandelsabkommen, Deregulierung und Austerität, um das bankrotte Finanzsystem zu stützen. Und Trump hat diese neokonservativen und neoliberalen Anschauungen immer wieder scharf angegriffen, zuletzt auch in mehreren Reden in Asien.

Schlanger betonte, daß Trumps Feinde aber vor allem wütend seien über seine Abkehr von Obamas Doktrin des „Schwenks nach Asien“, der Idee der „Eindämmung“ Chinas durch Amerikas wirtschaftlichen Einfluß und militärische Macht. Dieser „Schwenk“ beruhte auf dem Glauben, China werde nur dann von seinem angeblichen Streben nach globaler Hegemonie zurückstecken, wenn es mit überlegenen militärischen Kräften und der Entschlossenheit, diese notfalls auch einzusetzen, konfrontiert sei. Doch Trump habe offensichtlich erkannt, daß Xi Jinpings „Win-Win“-Ansatz, bei dem die kooperierenden Staaten im gemeinsamen Interesse handeln, für Amerika viel besser ist. Und damit droht die ganze unipolare Strategie zu scheitern.

Harley Schlangers Vortrag wurde sehr positiv aufgenommen, mehrfach brach spontan Applaus aus, und es gab viele Fragen. Der Nahe Osten war einer der zentralen Punkte, und eine Frage lautete, ob nicht der Iran die Achillesferse Trumps sei? Darauf führte Schlanger aus, daß Trump eigentlich den Nahen Osten und vor allem die Rolle Saudi-Arabiens und Israels als britische Schöpfungen und Agenten nicht verstehe.

Eine weitere Frage war, ob es nicht besser sei, die Federal Reserve und andere Zentralbanken abzuschaffen, was Schlanger absolut bejahte und betonte, sie müßten dringend wieder durch eine Nationalbank ersetzt werden! Zum Schluß kam die Frage nach seinen Quellen auf, und ob es eine Wahrheit gebe, worauf Schlanger erstens auf seine vielen Kontakte zu Personen in Politik und Wirtschaft verwies, aber auch auf die Recherchemethode LaRouches und seiner Mitarbeiter, über mehr als 30 Jahre immer besser zu wissen, wie der Feind denke. Und er sagte über die Rolle der Wahrheit in der heutigen üblichen Berichterstattung: „Es gibt ein bekanntes jüdisches Sprichwort, das lautet: Die Wahrheit wird ewig da sein. Aber sie führt ein ganz miserables Leben!“

Nach Schlangers Ausführungen ergriff die Präsidentin der Impulswelle, Frau Doris Honegger, das Wort, dankte den zahlreichen Gästen fürs Kommen und die Diskussion und regte an, daß die Impulswelle für die weitere Vertiefung der Idee der Neuen Seidenstraße, der One Belt and One Road-Initiative, eine Studiengruppe über Konfuzius veranstalten wolle, um den Geist der Neuen Seidenstraße in die Schweiz zu bringen.

cah