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Neue Solidarität
Nr. 10, 8. März 2018

„Amerikas Kultur der Gewalt beginnt mit den ständigen Kriegen“

Die frühere FBI-Whistleblowerin und jetzige Mitstreiterin der „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ (VIPS), Coleen Rowley, sprach in einer Radiosendung am 21. Februar über die jüngste Welle von Massenmorden in den Vereinigten Staaten die Frage des „einheimischen Terrors“ hinter den Massakern an und verwies auf die Rolle der Massenmedien bei der Verbreitung einer „Kultur der Gewalt“.

In dem Podcast auf der Webseite Who. What. Why. bemerkte Rowley, das FBI sehe gerne in allem eine Art „Parry-Mason-Detektivstory“, aber in Wirklichkeit habe man es mit etwas viel Größerem zu tun. „Die CIA und das Pentagon haben die Produktion von etwa 1800 Filmen gefördert“, sagte sie, und nannte als Beispiele Filme wie American Sniper (2014), Zero Dark 30 (2014) oder schon Jahre zuvor Arnold Schwarzeneggers Rolle im Terminator (1984). „Der Held ist immer jemand, dem Unrecht geschehen ist“, sagte Rowley, „und am Ende erschießt er alle... Ein geistig oder emotional gestörter Mensch sieht sich selbst als den Helden in diesen Filmen... Das passiert sogar bei Selbstmorden; wenn ein Freund Selbstmord verübt..., wirkt das auf diese Gruppe von Menschen so, daß es zu Nachahmungs-Selbstmorden kommt.“

„Das bewirkt unsere Kultur!“, betonte sie. „Sie fördert diese Gewaltkultur. Und das natürlich zusätzlich dazu, daß Waffen überall verfügbar und leicht zugänglich sind... Warum geschieht so etwas wie in Columbine? Warum erleben wir diesen Ausbruch von Massengewalt? Auch das wird in den Nachrichtensendungen nicht erwähnt, weil wir... gerne alles in Schubladen stecken und so tun, als hätte es nichts mit uns als Kultur zu tun.“ Indem man die Schuld nur Geisteskrankheiten und der Allgegenwart von Waffen gebe, „will man etwas daraus machen, was unsere Kultur weniger schlecht ausschauen läßt“.

Auch die endlosen Kriege hätten entsprechend negative Folgen auf die Gesellschaft, betonte Rowley. Schon Timothy McVeigh 1996 war „ein Produkt des Ersten Golfkrieges“, ebenso wie der Washingtoner Heckenschütze John Muhammad 2001. Zwei Studien hätten gezeigt, daß die Wahrscheinlichkeit, daß Kriegsveteranen Massenmorde begehen, doppelt so hoch ist wie in der übrigen Bevölkerung. Sie erinnerte etwa an den Polizistenmörder von Dallas/Texas 2016 (5 Tote, 9 Verwundete), den Mörder von der Marinewerft in Washington 2013 (12 Tote) und andere. „Das ist doppelt so wahrscheinlich.“ (Der Schütze von Parkland/Florida hatte eine Ausbildung zum Reserveoffizier durchlaufen, allerdings selbst noch keinen Kampfeinsatz mitgemacht.)

Als der damalige Heimatschutzminister Tom Ridge auf die „Video-Gewaltspiele“ als Ursache von Massenmorden hingewiesen habe, habe man ihm „ganz schnell einen Maulkorb verpaßt“, anstatt die notwendige Debatte darüber zu beginnen.

mpb