Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Neue Solidarität
Nr. 7, 15. Februar 2018

Alaska bereit zur Kooperation mit China bei der Entwicklung der Arktis

Pläne für Kooperation mit China sorgen im US-Staat Alaska für Optimismus. Gouverneur Bill Walker erklärte am 24. Januar, „die Sterne stehen sehr günstig“ für die wirtschaftliche Erschließung der Arktis. Alaska ist nach West-Virginia der US-Bundesstaat mit den größten chinesischen Investitionen (43 Mrd.$ in den kommenden Jahren), die im November im Rahmen des China-Besuchs von US-Präsident Donald Trump vereinbart wurden. Gouverneur Walker sprach am 24. Januar mit Kabinettsmitgliedern und örtlichen Bürgermeistern über Gemeinschaftsprojekte mit China, allem voran den Bau einer 1280 km langen Gaspipeline vom Norden zur Küste der Halbinsel Kenai für Lieferungen nach Asien. Drei Viertel des verflüssigten Gases würden nach China transportiert.

Walker spricht sich dabei eng mit dem Weißen Haus ab. Er hatte als einziger Gouverneur eines US-Bundesstaats Präsident Trump im letzten Jahr auf der Reise nach Beijing begleitet, und Walker hatte im Mai 2017 den chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf dessen Rückreise von Florida zu Gast. Walker lobte überschwenglich die Unterstützung, die er aus dem Weißen Haus erhält: „Ich könnte stundenlang über all die Dinge reden, die sich dermaßen verändert haben... Ich führe etwa alle zwei Wochen direkt mit dem Weißen Haus ein Telefonat über dieses Projekt... Es ist absolut erstaunlich, daß es eine solche Beziehung mit dem Weißen Haus über dieses Projekt gibt. Auch für den Markt und die Produzenten stehen die Sterne absolut günstig“, sagte Walker laut einem Bericht von Newscenter 11, dem Landesstudio des Senders NBC TV in Alaskas Hauptstadt Fairbanks.

Alle Voraussetzungen sind gegeben, daß Alaska in Zusammenarbeit mit China eine ebenso prominente Rolle bei Erschließung der arktischen Gasvorkommen spielen wird wie die neue Flüssiggasanlage Jamal in Rußland. China hat seine Ziele in seinem am 26. Januar veröffentlichten Weißbuch zur Arktispolitik beschrieben, worin ausdrücklich erklärt wird, daß dies Teil der Wirtschaftsgürtel-Initiative ist. China will „die Kooperation bezüglich der Arktis in Rahmen der Belt & Road Initiative in Übereinstimmung mit den Grundprinzipien des Respekts, der Kooperation, Win-Win-Resultaten und Nachhaltigkeit fördern“. In Abschnitt IV über „Chinas Politik und Positionen zur Beteiligung an den arktischen Angelegenheiten“ heißt es: „China respektiert die souveränen Rechte der arktischen Staaten über die Öl-, Gas- und Mineralvorkommen“ in der Region „und ermutigt sie, sich durch Kooperation in verschiedenen Formen an der Ausbeutung der Öl-, Gas- und Mineralvorkommen in der Arktis zu beteiligen, unter der Voraussetzung eines angemessenen Schutzes für die Umwelt in der Arktis“.

Auch aus West-Virginia hört man optimistische Erklärungen über Chinas Pläne, mit dem Bundesstaat beim Aufbau der Erdgasindustrie und -infrastruktur in den Appalachen zusammenzuarbeiten. Bei der Legislativkonferenz des Rates für Wirtschaftliche Entwicklung am 22.-23. Januar in der Landeshauptstadt Charleston äußerten sich hierzu Vertreter der großen Wirtschaftsverbände. Wenn China seine Zusagen einhalte, seien die Möglichkeiten „unbegrenzt“, erklärte die Präsidentin der West Virginia Manufacturers Association, Rebecca McPhail, und der Exekutivdirektor des Verbandes Unabhängiger Öl- und Gasproduzenten Charlie Burd sagte: „Wir sind begeistert, ganz vorne mit dabei zu sein bei etwas, was ein gewaltiger wirtschaftlicher Motor sein kann. Es werden ganz aufregende Zeiten für West-Virginia sein, davon sind wir überzeugt. Es wird nicht über Nacht geschehen, aber in den kommenden fünf bis zehn Jahren könnte sich die Landschaft in West-Virginia dramatisch verändern.“

Nun wartet man gespannt auf Erklärungen des Gouverneurs und des Wirtschaftsministeriums zu den ersten konkreten Projekten. Dabei geht es um die Festlegung der Standorte für einen Gasumschlagsplatz, eine oder mehrere Gasraffinerien, Pipelines und damit zusammenhängender Infrastruktur. Mitte Januar reiste der Handelsminister von West-Virginia, Woody Thrasher, nochmals nach China. Thrasher hatte am 9. November in Beijing persönlich die Vereinbarung unterzeichnet, wonach China in den kommenden 20 Jahren 83,7 Mrd.$ in West-Virginia investieren wird.

eir