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Neue Solidarität
Nr. 1, 3. Januar 2019

Sind die US-Banken bereits in einer Liquiditätskrise?

US-Finanzminister Steve Mnuchin schockierte die Finanzwelt am 23. Dezember, als er die Vorstandschefs der sechs größten US-Banken aufforderte, deren Liquidität zu überprüfen, dies sogar öffentlich bekanntgab und an Heiligabend ein Konferenzgespräch des sog. „Absturzverhinderungsteams“ über die „Koordination der Bemühungen, den normalen Betrieb der Märkte sicherzustellen“ einberief.

In den Medien gab es daraufhin große Aufregung über die Frage, warum Mnuchin über eine mögliche Liquiditätskrise sprach, da dies doch ein Problem sei, von dem niemand wisse, ob es überhaupt existiert. Die meisten Journalisten spielten es herunter, es sei nur Teil einer Auseinandersetzung innerhalb der Regierung Trump, ein fehlgeschlagener Versuch, die Märkte zu beruhigen, etc. Ein Analyst bemerkte jedoch in einer CNBC-Talkshow beunruhigt, seines Wissens habe es eine solche Erklärung zur „Liquidität“ zuletzt von Alan Greenspan unmittelbar nach der Lehman-Krise 2008 gegeben.

In der offiziellen Erklärung des Pressebüros im Finanzministerium über Mnuchins Telefongespräche am 23. Dezember wird klar gesagt, daß es um die Liquiditätsfrage ging: „Minister Mnuchin führte getrennt Telefonate mit den Vorstandschefs der sechs größten Banken... Die Banken bestätigten allesamt, daß genug Liquidität vorhanden ist, um Kredite auf den Verbraucher- und Unternehmensmärkten zu vergeben.“ Mnuchin habe mit den Chefs von Bank of America, Citi, Goldman Sachs, JP Morgan Chase, Morgan Stanley und Wells Fargo gesprochen. „Die Vorstandschefs bestätigten, daß sie über genug Liquidität für die Kreditvergabe auf den Verbraucher- und Unternehmensmärkten und für alle anderen wichtigen Marktoperationen verfügen.“ Der Minister „bestätigte auch, daß sie keine Probleme mit der Abrechnung von Einschüssen haben und daß die Märkte auch weiterhin ordentlich arbeiten“, heißt es in der Meldung.

Am 24. Dezember führte Mnuchin dann ein Konferenzgespräch mit dem „Absturzverhinderungsteam“ – die offizielle Bezeichnung lautet „Arbeitsgruppe des Präsidenten für die Finanzmärkte“ –, dem die Mitglieder des Gouverneursrats des Federal Reserve Systems, der Wertpapier- und Börsen-Kommission und der Kommission für den Warenterminhandel angehören. Mnuchin „lud auch das Bankenaufsichtsamt und die Bundeseinlagenversicherung ein, daran teilzunehmen“, vermeldet das Ministerium. Nach dieser Krisensitzung wurde keine Erklärung veröffentlicht, aber bis zum Handelsschluß an Heiligabend um 13 Uhr stürzte die New Yorker Börse um fast 3% ab.

Bloomberg verbreitete dazu eine vielzitierte Meldung, in der es hieß, die teilnehmenden Bankaufseher hätten „Mnuchin versichert..., daß sie auf den Märkten nichts außergewöhnliches sehen“. Bloomberg berief sich hierbei wie üblich auf „eine Person mit Kenntnis der Diskussion“, die jedoch nicht befugt sei, sich öffentlich darüber zu äußern. Diesem Gewährsmann zufolge informierten die Teilnehmer Mnuchin – der gerade in dem Ferienort Cabo San Lucas in Mexiko Urlaub macht – über ihre Pläne zur Beobachtung der Märkte während des Stillstands der Regierungsgeschäfte (aufgrund des Haushaltsstreits im Kongreß).

eir