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Wie die indische Zeitung The Statesman Ende Dezember unter Berufung auf einen hohen indischen Diplomaten berichtete, prüfen Indien und Japan gegenwärtig, welche Projekte sie im Rahmen ihrer gemeinsamen Initiative, dem Asiatisch-Afrikanischen Wachstumskorridor (AAGC), vorschlagen wollen. „Die beiden Länder stehen in ständigem Kontakt. Die Idee ist, mit Infrastrukturprojekten in afrikanischen Ländern anzufangen, die der Bevölkerung nützen“, zitiert die Zeitung ihre Quelle.
Der Diplomat wendet sich gegen die Vorstellung, die AAGC sei gegen Chinas Einfluß gerichtet, und fährt fort: „Die Vision der indisch-japanischen Initiative beruht auf vier Säulen: Entwicklung und Kooperation bei Projekten, Schaffung von Qualitätsinfrastruktur und Vernetzung der Institutionen, Verbesserung der Kapazitäten und Fertigkeiten, und Partnerschaft zwischen den Völkern.“
Aufbauend auf einem Erfolg der AAGC in Afrika wollen die beiden Länder später auch gemeinsame Projekte in Asien unternehmen. Japan investiere bereits in Vernetzung und Infrastrukturprojekte im Nordosten Indiens. „Wir möchten natürlich, daß die Initiative [des Asiatisch-Afrikanischen Wachstumskorridors] auf allgemein anerkannten internationalen Normen beruht, wie guter Regierungsführung, Rechtstaatlichkeit, Offenheit, Transparenz und Gleichrangigkeit“, sagte der Diplomat.
Am 24. Dezember fand in der iranischen Hafenstadt Tschahbahar ein trilaterales Treffen zwischen Vertretern von Indien, Afghanistan und dem Iran statt, die über Pläne für diesen strategisch wichtigen Hafen verhandelten. Die Teilnehmer einigten sich auf mehrere Routen für den Handels- und Transitverkehr zwischen ihren Ländern, wie Express News meldete. Das indische Außenministerium teilte mit: „Die drei Seiten führten positive und konstruktive Gespräche über die vollständige Umsetzung des Trilateralen Transitabkommens für den internationalen Transit und Transport über den Hafen Tschahbahar.“ Parallel zu dem Treffen hat das Unternehmen India Ports Global Ltd. sein Büro in Tschahbahar eröffnet und die Verwaltung des Schahid-Beheschti-Hafens in Tschahbahar übernommen.
Die Kapazität des Hafens Tschahbahar wurde in der letzten Zeit von 2 Mio.t auf 8,5 Mio.t jährlich erweitert, allein in den ersten acht Monaten 2018 wuchs der Umschlag gegenüber dem Vorjahr um 40%. Der Hafen kann Schiffe mit bis zu 100.000 t Nutzlast abfertigen.
Seit der Ministerkonferenz des China-CELAC-Forums, die am 22. Januar 2018 in Santiago de Chile stattfand, haben sich innerhalb knapp eines Jahres 16 Nationen Lateinamerikas und der Karibik offiziell der Gürtel- und Straßen-Initiative (Belt & Road Initiative, BRI) angeschlossen.
Bei der Ministerkonferenz hatten der chinesische Außenminister Wang Yi, der persönlich teilnahm, und Präsident Xi Jinping, der sich in einem Brief an die Teilnehmer wandte, die Nationen der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (CELAC) eingeladen, sich dem globalen Entwicklungsprojekt der BRI anzuschließen. Xi erinnerte daran, daß die Vorfahren der beiden Regionen bereits den Weg für die „Transpazifische Seidenstraße“ bereiteten. „Heute müssen wir neue Pläne für unsere gemeinsamen Bemühungen im Rahmen der Gürtel- und Straßen-Initiative zeichnen.“ Die Außenminister der CELAC hatten bereits damals in einer gemeinsamen Erklärung ihr großes Interesse an der Zusammenarbeit mit China in der BRI bekundet.
Der Direktor des Instituts für Lateinamerikastudien der Chinesischen Akademie für Moderne Internationale Beziehungen, Yang Shouguo, erklärte gegenüber Xinhua, daß innerhalb eines Jahres fast die Hälfte der 33 Nationen der Region Vereinbarungen mit China über den gemeinsamen Aufbau der BRI unterzeichnet haben. Das zeige „die große Begeisterung für dieses globale Projekt... Die chinesisch-lateinamerikanischen Beziehungen sind, was die Vernetzung und die Verbindung ihrer Entwicklungsstrategien angeht, in eine neue Phase der Entwicklung eingetreten.“
Schon 2017 war das Handelsvolumen zwischen China und den lateinamerikanisch-karibischen Nationen um 20% gewachsen. Inzwischen ist China der zweitgrößte Handelspartner und drittgrößte Investor in der Region. Mehr als 2000 chinesische Unternehmen haben Vertretungen in der Region aufgebaut und beschäftigen dort insgesamt mehr als 1,8 Mio. Menschen.
Xinhua nennt einige der wichtigsten Vorhaben: „Vom Bau der vierten Brücke über den Panamakanal über den Ausbau der Route 32 in Costa Rica und die Wiederaufnahme der Belgrano-Cargas-Bahn in Argentinien bis zum Bau der Ultra-Hochspannungsleitung für das Wasserkraftwerk Belo Monte in Brasilien hat der gemeinsame Aufbau von Gürtel und Straße greifbaren Nutzen für die örtliche Bevölkerung geschaffen.“ Prof. Marisela Conelly vom Colegio de Mexico wird zitiert, bisher bremse der unzureichende Ausbau der Infrastruktur in Lateinamerika die wirtschaftliche Entwicklung, „aber nun vernetzt die Belt & Road-Initiative die Infrastruktur, und das ist genau das, was Lateinamerika braucht.“