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Neue Solidarität
Nr. 37, 12. September 2019

Die Farbrevolution besiegen durch das Neue Paradigma

Helga Zepp-LaRouche kommentiert die Hongkong-Krise

In einer Telefonkonferenz mit Aktivisten des LaRouche-Aktionskomitees sprach Helga Zepp-LaRouche am 3. September über die Lage und die Hintergründe der jüngsten Entwicklungen in Hongkong. Sie betonte, daß es sich dabei um „eine klassische Farbrevolution“ handle. „Ich meine, Hongkong hätte nie Britische Kronkolonie sein dürfen. Das war Diebstahl. Das war der Diebstahl nach den Opiumkriegen, und es war ein eklatanter, illegaler Raubüberfall auf etwas, das seit Jahrtausenden rechtmäßig zu China gehörte. Das hielten sie dann 150 Jahre lang besetzt, und Hongkong ist berühmt für Drogen, für Prostitution, für all diese Dinge.“ (Original Englisch).

Natürlich seien einige Liberale dagegen, daß die Gesetze von Festlandchina bei der Strafverfolgung von Kriminellen auch für Hongkong gelten sollten, vielleicht spielten auch noch einige andere Anliegen eine Rolle, aber das alles sei in einem gewissen Sinne irrelevant. Denn das Prinzip sei, daß gezielt Provokationen arrangiert werden, sobald Menschen zu irgendeinem Anliegen demonstrieren. „Das wird dann von den internationalen Medien aufgegriffen, und das ist das Drehbuch von Gene Sharp.1 Das ist viele Male bei Farbrevolutionen anderswo passiert, genau das ist auf dem Maidan passiert. Und dann ist da das Eingeständnis der NED2, daß sie 1,7 Millionen Dollar für die Ausbildung dieser Leute ausgegeben haben. Dann benutzen sie die amerikanische Flagge, was nur aus dem Kochbuch von Gene Sharp stammen kann. Man sollte sich also nicht den Blick darauf verstellen lassen, daß dies eine klassische Farbrevolution ist.“

Das Ziel sei ein „Regimewechsel“, und man müsse das alles in Verbindung mit der Kampagne gegen Xinjiang sehen, mit den Waffenlieferungen an Taiwan, den Provokationen im Südchinesischen Meer und der Kampagne gegen den chinesischen Telekom-Konzern Huawei. „Es ist das britische Schachspiel, das große Schachspiel für Eurasien.“

China sei durch seinen erfolgreichen wirtschaftlichen Aufbau aus der globalen britischen Kontrolle ausgebrochen. Zepp-LaRouche verwies auf die britische Eugenik- und Naturschutzbewegung und Julian Huxley, der erklärte, der Umweltschutz müsse die Eugenik ablösen, weil die Nazis die Eugenik aufgebraucht und in Verruf gebracht hätten. „Der World Wildlife Fund. Denken Sie mal nach! Warum gibt es in den Vereinigten Staaten kein NAWAPA?3 Beschweren Sie sich bei Prinz Philip, beim World Wildlife Fund! Wie viele Brücken, wie viele Staudämme, wie viele Projekte wurden verhindert? Warum, glauben Sie, ist Afrika in dem Zustand, in dem es sich heute befindet? Weil es so etwas wie den World Wildlife Fund gab und Naturparks zur Unterhaltung des Establishments! Es hat Gründe, warum Afrika und Teile Lateinamerikas und Asiens nicht entwickelt sind!

Nun aber kommt China daher und sagt: Wir wollen unsere Erfahrungen teilen, wie wir in den letzten 40 Jahren die Armut für 800 Millionen Menschen überwunden haben, um sie bis 2020 ganz zu beseitigen, und wir wollen dieses Modell mit allen Ländern der Welt teilen. Wir laden Länder der Dritten Welt ein, an unseren Raumfahrt-Programmen teilzunehmen – Bolivien, Ekuador und viele andere. Das ist das völlige Gegenteil von dem, was die Briten taten, um die Entwicklung einzudämmen und die dunkelhäutigen Rassen unter Kontrolle zu halten... Es ist also kein Geheimnis, warum all das passiert.“

Ein krasses Beispiel für diese rassistische Einstellung sei die bisherige Direktorin für politische Planung im US-Außenministerium Kiron Skinner. „Es geht also im Kern um die mörderische malthusianische Weltsicht. Schauen Sie sich nur die Zitate von Malthus an: ,Laßt so viele Kinder wie möglich sterben. Sucht keine Mittel gegen Krankheiten, denn Krankheiten sind hochwillkommen, um die Bevölkerung klein zu halten.’“

China hingegen tue etwas, „was im Zusammenhang mit der chinesischen Geschichte der letzten 5000 Jahre steht, insbesondere mit dem 2500jährigen konfuzianischen Einfluß. Sie wollen eine harmonische Welt aufbauen. Das meiste, was sie sagen, meinen sie ehrlich: daß sie eine ,Win-Win-Kooperation’ und eine Zukunftsgemeinschaft der Menschheit wollen – ich denke, das wollen sie wirklich!“

Sie betonte:

Zepp-LaRouche fuhr fort:

Wahre Menschlichkeit liege vielmehr darin, „sich wie Einstein und Planck, wie Schiller und Humboldt, aufeinander zu beziehen und den kreativen Beitrag des anderen zu betonen und zu lieben. Und wer das tut, der entwickelt Freundschaft, Vertrauen, Optionen für die Zukunft! Es ist eine völlig andere Denkweise!“ Diese Denkweise sei aber zu einem sehr großen Teil verloren gegangen, weil die Menschen nicht von dem Standpunkt heraus handeln, „was die Menschheit alles erreichen kann, wenn wir aus diesem gegenwärtigen Zustand herauskommen“.

Wenn jedes Kind eine solche universelle Bildung erhält, dann werde die Wahrscheinlichkeit, daß es Kriminelle gibt, immer geringer, „denn wie Nikolaus von Kues sagte: ,Die Sünde ist kein selbstbestehendes Übel. Sünde und Böses ist nur der Mangel an Entwicklung.’“

Sie schloß: „Ich bin absolut überzeugt, daß das der richtige Ansatz ist, denn die Menschen sind nicht böse... Wenn sie einen freien Willen hätten, würden sie das nicht wählen. Aber sie sind bestialisiert worden... Sobald der Mensch den Weltraum erobert, werden wir die letzten Überreste der tierischen Seite unserer Natur verlieren. Und wir werden sie ablegen. Sie wird nicht mehr da sein. Denn wenn man sich so verhält, kann man im Weltraum nicht überleben – man kann nicht in einem Wutanfall einfach das Raumschiff verlassen oder aus dem Monddorf verschwinden, weil es einem nicht gefällt. Man muß rational sein, man muß vernünftig sein, und wie Krafft Ehricke oft sagte: Das wird nur funktionieren, wenn man die Menschen nach den Vorstellungen Schillers ästhetisch erzieht.

Also, ich denke, es ist sehr klar – ich habe es oft gesagt: Das Neue Paradigma muß in deinem eigenen Kopf präsent sein. Du mußt darüber nachdenken, wie die Menschheit sein sollte – und es leben!“


Anmerkungen

1. Prof. Gene Sharp von der Harvard-Universität war der weltweit führende Theoretiker der Farbrevolutionen.

2. Die Nationale Stiftung für Demokratie (National Endowment for Democracy, NED) ist eine vom US-Kongreß gegründete Einrichtung zur Finanzierung erwünschter politischer Bewegungen in anderen Ländern.

3. Die Nordamerikanische Wasser- und Strom-Allianz NAWAPA war ein Plan aus den 60er Jahren für großangelegte Wasserumleitung aus Kanada in die USA und Mexiko zur Wasser- und Stromversorgung.