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Neue Solidarität
Nr. 7, 14. Februar 2019

– Kommentar –

Globale Sicherheit erfordert Kooperation USA-Rußland-China

Von Michael Billington

Der hitzige Streit zwischen Rußlands Vertretern und den neokonservativen und neoliberalen Politikern und Medien in den USA verschärft die Spannungen zwischen den beiden Atommächten. Helga Zepp-LaRouche befaßte sich am 4. Februar mit diesen Spannungen und stellte fest, daß die Welt eine neue Sicherheitsarchitektur braucht, die jedoch nur funktionieren kann, wenn eine gemeinsame wirtschaftliche und kulturelle Mission angenommen und die Geopolitik zurückgewiesen wird. Nur wenn der Westen sich dem Paradigma der Neuen Seidenstraße anschließt, wird die neue strategische Architektur funktionieren.

Präsident Putin und Außenminister Lawrow haben betont, Rußland werde sich nicht an einem Wettrüsten beteiligen, aber mit militärtechnischen Mitteln im Rahmen des bestehenden Verteidigungshaushaltes auf Präsident Trumps Rückzug aus dem INF-Vertrag reagieren. Ähnlich hatte Rußland bereits auf Präsident George W. Bushs Rückzug aus dem ABM-Vertrag reagiert: Es mobilisierte seine wissenschaftlichen und technischen Kapazitäten, um neue Waffen zu entwickeln, die diese Raketenabwehr (ABM)-Systeme, die die USA an den Grenzen Rußlands stationieren, überwinden können. Vor knapp einem Jahr, am 1. März 2018, verkündete Putin die erfolgreiche Entwicklung eines atomaren Unterwasser-Torpedos, eines von einer Interkontinentalrakete abgefeuerten Hyperschall-Gleiters und einer von einem MiG-31-Abfangjäger abgefeuerten Hyperschallrakete und anderer modernster Waffen. Sie sollen das Potential neutralisieren, das die USA mit ihrem verbesserten ABM-System anstreben, nämlich eine „Erstschlagsfähigkeit“, bei der die US-Raketenabwehr einen russischen nuklearen Zweitschlag verhindern würde.

Es wäre allerdings falsch, zu versuchen, die russische Entwicklung dieser neuen Technologien zu verhindern, und das gilt auch für die amerikanische Entwicklung der erforderlichen Technologien für die neuen Raketenabwehrsysteme, die Präsident Trump gerade am 1. Februar angekündigt hat. Denn eine solche Erweiterung des menschlichen Wissens an sich ist nicht falsch – wir müssen aber darauf bestehen, daß dies in Zusammenarbeit der USA mit Rußland und auch mit China geschieht, und, was am wichtigsten ist, daß die neuen Technologien auch gemeinsam für Verbesserungen für die Zivilbevölkerung eingesetzt werden.

Bereits 1977 veröffentlichte EIR eine Schrift mit dem Titel „Von der Detente zur Entente – eine Politik der USA für die SALT-Gespräche“, die Verhandlungen über die Begrenzung der Langstreckenwaffen. EIR beschrieb darin die Bestrebungen einiger imperial denkender Kräfte, ein Waffenabkommen durchzusetzen, das die technische Entwicklung in den Grenzbereichen menschlichen Wissens einschränkt, und schloß daraus:

Dies war der Kristallisationskern für Lyndon LaRouches Vorschlag an US-Präsident Ronald Reagan, daß die USA und die Sowjetunion gemeinsam ein weltraumgestütztes Raketenabwehrsystem entwickeln sollten – eine Idee, die Reagan unter dem Namen Strategic Defense Initiative (Strategische Verteidigungs-Initiative, SDI) übernahm. Dieses Konzept ist heute noch genauso gültig und sogar noch dringlicher geworden, weil wir uns zusätzlich das Ziel setzen müssen, mit solchen weltraumgestützten Systemen Asteroiden abzulenken, die die Erde bedrohen. Diesen Vorschlag hat Dmitrij Rogosin (der heute als Chef des russischen Weltraumprogramms eng mit dem NASA-Chef Jim Bridenstine kooperiert) den USA im Jahr 2011 unter dem Namen Strategic Defense of the Earth (Strategische Verteidigung der Erde, SDE) vorgelegt. Nachdem Trump nun den Aufbau eines neuen weltraumgestützten Raketenabwehrsystems angeordnet hat, ist es unerläßlich, daß dieses Programm, das die Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnisse und Kapazitäten erweitert, in internationaler Kooperation durchgeführt und auch in den Dienst der wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Menschheit gestellt wird.

Ist das ein utopischer Traum? Die Briten, die ihr Empire durch die geopolitische Spaltung zwischen Ost und West erhalten wollen, und diejenigen in Großbritannien und den USA, die verzweifelt versuchen, Präsident Trump durch die Russiagate-Lügen zu stürzen, wollen uns das glauben machen. Aber man erinnere sich, was Trump am 1. Februar sagte, als er seinen Plan für die Raketenabwehr ankündigte:

Wir sind an einem historischen Moment, den man als punctum saliens bezeichnet – dem Punkt, an dem der Sprung entweder nach vorne in eine neue Renaissance oder zurück in ein erneutes finsteres Zeitalter führen kann. Der Geist der Neuen Seidenstraße schafft den Rahmen, in dem schon jetzt viele – und potentiell alle – Nationen der Erde zusammenarbeiten, um durch wissenschaftlichen und technischen Fortschritt die gemeinsamen Ziele aller Völker zu erreichen. Dazu muß Präsident Trump von dem verräterischen Russiagate-Schwindel befreit werden, damit er seine besten Absichten verwirklichen kann, die Vereinigten Staaten wieder aufzubauen und zur globalen Entwicklung beizutragen.

LaRouches gesamtes Programm muß in den USA als Einheit durchgesetzt werden: seine Vier Gesetze, die Neue Seidenstraße, SDI und SDE sowie das Neue Bretton-Woods-Abkommen. Dies wird den Amerikanern ihre Ängste nehmen und ihnen den Optimismus geben, den sie brauchen, um wahrhaft menschlich zu handeln.