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Neue Solidarität
Nr. 22, 28. Mai 2020

Wichtiges kurzgefaßt

BlackRock-Chef Larry Fink ist der neue „grüne“ John Law

1720, auf dem Höhepunkt der Südseeblase, ernannte der König von Frankreich einen der Hauptverantwortlichen für diese Blase, John Law, zu seinem Finanzminister. Law nutzte diesen Posten, um die Blase kontinuierlich weiter aufzublasen – obwohl er wußte, daß sie platzen mußte –, indem er einfach eine Blase nach der anderen schuf.

Heute tun die transatlantischen Zentralbanken offenbar das gleiche: Die Firma BlackRock, Erfinder der hypothekenbesicherten Wertpapiere (MBS), wurde 2008 von der US-Regierung angeheuert, um beim „Management“ der geplatzten Blase zu helfen, und dank dieses Jobs wurde sie zum größten Vermögensverwalter der Welt. Heute verwaltet BlackRock ein Vermögen von über 6 Bio.$, und seine Plattform Aladdin verwaltet ein Vermögen von 15 Bio.€ für Drittkunden.

Die Federal Reserve hat BlackRock zum Manager ihres neuen, unbegrenzten Anleihen-Kaufprogramms ernannt. Die EU-Kommission hat BlackRock damit beauftragt, neue Finanzregeln zu schreiben, um die neue „grüne Blase“ zu schaffen. Die Kommission erklärte erst letzten Monat, der Fonds habe sich gegen acht Mitbieter um einen Auftrag zur Untersuchung der Frage  durchgesetzt, wie die EU am besten ökologische, soziale und Governance-Faktoren (ESG) in ihre Bankenaufsicht integrieren könne. Wie John Law verspricht auch BlackRock, die geplatzte Blase mit einer neuen zu retten, diesmal auf der Grundlage von Umwelt-Schwindeln, wie EIR in der Studie Klimawahn AG – Wie Massengehirnwäsche und Finanzheuschrecken unsere Zukunft zerstören dokumentiert hat (siehe https://shop.eir.de/produkt/klimawahn-ag-wie-massengehirnwaesche-und-finanzheuschrecken-unsere-zukunft-zerstoeren-pdf/). John Law hat damals den französischen Staat erfolgreich ruiniert, und BlackRock wird dasselbe mit seinen Kunden tun.

Schließlich wurde BlackRock-Gründer Larry Fink selbst Opfer der ersten Spekulationsblase, die er mit geschaffen hatte, er verlor bei First Boston 200 Mio.$, weshalb er entlassen wurde. Dann schuf er den MBS-Hochrisikomarkt, als er in einer Blackstone-Abteilung arbeitete, aus der schließlich BlackRock wurde. Wir wissen, wie die Hypothekenblase endete. Niemand ist so dumm, von dem Mann, der einem schon einmal eine Rostlaube angedreht hat, noch einmal ein Auto zu kaufen. Aber die Zentralbanken tun dies anscheinend immer wieder.

Warum stellen alle BlackRock ein? Ganz einfach, BlackRock hat sie in der Tasche. Unter denen, die die Plattform Aladdin nutzen, befinden sich 170 staatliche Institutionen, Pensionskassen, Megabanken und andere private und öffentliche Einrichtungen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Aladdin verwaltet 900 Mrd.€ aus dem Portfolio der Deutschen Bank und 700 Mrd.€ aus dem Portfolio von Prudential.

* * *

Grüne Ideologen wollen Erholung nach der Pandemie verhindern

Die industriefeindliche Weltsicht der radikalen Ökologen war wahrscheinlich noch nie so klar erkennbar wie heute. Kaum hat eine ernsthafte Debatte darüber begonnen, wie die Industrie nach wochenlangen pandemiebedingten Stillegungen wieder in Gang gebracht werden kann, da zetern „grüne“ Ideologen bereits gegen die (ohnehin begrenzten) Versuche der Regierung, Industrieunternehmen vor dem Zusammenbruch zu retten, indem sie Zigmilliarden Euro als direkte Nothilfe oder niedrig verzinste Überbrückungskredite vergibt. Sie bestehen darauf, daß diese Gelder besser in ihren Wunschtraum einer „nachhaltigen Wirtschaft“ als in den produktiven Industriesektor fließen sollten.

Was mit den Millionen von Industriearbeitsplätzen in Ländern wie Deutschland geschehen würde, wo der Mittelstand das Rückgrat der Produktion und der qualifizierten Beschäftigung bildet, ist für solche Ideologen, die den Klimaschutz über alles andere stellen, völlig irrelevant. Leider tappen viel zu viele Politiker und Wirtschaftsführer in die Falle und stellen sich hinter die von Ursula von der Leyen angeführte Europäische Kommission, die mindestens eine Billion Euro verschwenden will, um Europa bis spätestens 2027 „nachhaltig“ zu machen.

Ein Webinar, das am 14. Mai von der Energie-Denkfabrik der deutschen Regierung, Agora Energiewende, organisiert wurde, veranschaulicht das Problem. Das Motto lautete „Der doppelte Booster“ - gemeint ist, daß derzeit so viel Geld für den Kampf gegen die Pandemie bereitgestellt wird, daß man davon so viel wie möglich für den teuren Marsch aus den fossilen Energiequellen in das vermeintliche Paradies der „Erneuerbaren“ wie Sonne, Wind und Biomasse vereinnahmen sollte. Redner der Veranstaltung waren u.a. Prof. Andreas Pinkwart (Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen und Landesminister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie) sowie der Chef des ZF-Konzerns aus Friedrichshafen, Kai Lücke.

Pinkwart wie auch der Chef der Agora Energiewende, Patrick Graichen, forderten einen „nachhaltigen“ Umbau aller Industriesektoren, insbesondere des Baugewerbes und des Automobilbaus. Pinkwart betonte, ein neues Gesetz über einen detaillierten Zeitplan für den endgültigen Ausstieg aus der Kohle werde voraussichtlich im Juni kommen, und beide waren sich einig, daß die Kohle durch Windkraftanlagen in der Nordsee und Solarparks im Süden Deutschlands ersetzt werden sollte. Das Webinar wurde von der European Climate Foundation und der Mercator Foundation finanziert. (Lesen Sie dazu bitte auch den nebenstehenden Kommentar von Andrea Andromidas.)

Am Tag vor dem Webinar hatten die Umweltminister des Bundes und der 16 Bundesländer gefordert, den Klimaschutz in den Mittelpunkt aller Wiederaufbauprogramme nach der Pandemie zu stellen. Und am 13. Mai hatten die Chefs der drei führenden Arbeitgeberverbände in Europa - der deutsche BDI, der französische Medef und die italienische Confindustria - den Green Deal der Europäischen Kommission und ihren Recovery Fund zur Ankurbelung der Wirtschaft unterstützt.