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Neue Solidarität
Nr. 3, 16. Januar 2020

– Kommentar –

So schnell verdrängen „Gürtel und Straße“ den Krieg

Ein langer Artikel in der Washington Post vom 31. Dezember, der vielleicht in der Absicht verfaßt wurde, Angst und Schrecken über Chinas neue Militärbasis in Dschibuti zu verbreiten, zeigt in Wahrheit, daß chinesisch finanzierte Projekte am Horn von Afrika „in weniger als einer Generation eine enorme infrastrukturelle Entwicklung gebracht haben“. In einer Region, die lange Zeit von ständigen Kriegen zwischen Äthiopien, Eritrea, Dschibuti und Somalia geprägt war, ist nun stattdessen eine wirtschaftliche Entwicklung in Gang gekommen. Was das für Syrien, den Irak und den Iran bedeutet, ist offensichtlich.

„Chinesische Unternehmen haben hier den größten Hafen Afrikas, eine Eisenbahn nach Äthiopien und den ersten Marinestützpunkt des Landes finanziert und gebaut“, schreibt der Autor Max Bearak. „Unter dem Meer verlegen sie ein Kabel, das Daten in einer Region übertragen wird, die sich von Kenia bis zum Jemen erstreckt. Das Kabel wird an einen Internetknoten angeschlossen, der hauptsächlich von Chinas staatlichen Telekommunikationsfirmen betrieben wird.“ Und von einer Zentrale in Dschibuti aus, berichtet der Ingenieur und Telekom-Manager Habib Daoud Omar, werden Internetdienste für den gesamten Jemen, Äthiopien und Somalias Region Somaliland bereitgestellt.

In dem Artikel heißt es, daß die amerikanische Militärbasis in Dschibuti seit 20 Jahren besteht und zuletzt dazu benutzt wurde, die Miliz al-Shabab in Somalia anzugreifen und zu schwächen, „aber ansonsten wenig zur Entwicklung des Landes beigetragen hat“.

Zur chinesischen Politik schreibt der Autor: „Der Aufbau wird hauptsächlich durch Kredite von Chinas staatlichen Banken angetrieben. Netze chinesischer Straßen haben sich über den Kontinent ausgebreitet, zusammen mit riesigen Brücken, neuen Flughäfen, Dämmen und Kraftwerken als Teil der 152 Länder umfassenden Belt & Road-Initiative.“ Der ehemalige US-Botschafter in Äthiopien, David Shinn, sagt: „Die Chinesen denken in Dschibuti und in Afrika im allgemeinen weit in die Zukunft.“

Bearaks Bericht enthält natürlich auch Diskussionen über „Schuldenfallen“ und ähnliche Themen, aber er kommt nicht um den Schluß herum: „Die transformative Präsenz Chinas an so vielen Fronten hat die Abhängigkeit vieler afrikanischer Länder von westlichen Regierungen in Bezug auf Entwicklung gelockert.“

Der Artikel trägt die Überschrift „In Dschibuti stärkt China seinen Einfluß, während der Westen ins Wanken gerät“.

pbg