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Neue Solidarität
Nr. 35, 27. August 2020

Ein Chor von Stimmen für die Umsetzung der LaRouche-Lösung

Die Umsetzung des LaRouche-Plans für eine neue Wirtschafts- und Sicherheitsarchitektur war Thema einer Internetkonferenz des Schiller-Instituts.

Das Schiller-Institut veranstaltete am 15. August eine sechsstündige Internet-Konferenz in spanischer Sprache mit zwei Vortragsrunden zum Thema „Auf dem Weg zu einem Gipfeltreffen der Weltmächte im September: der LaRouche-Plan für eine neue Wirtschafts- und Sicherheitsarchitektur für den Planeten“. Das Ziel der Konferenz – viele Menschen zu erreichen, um den weltweiten „Chor von Stimmen“, die einen Großmachtgipfel zur Umsetzung der LaRouche-Lösung fordern, zu vergrößern – wurde erreicht: Die Zahl der zugeschalteten Teilnehmer lag im Durchschnitt bei rund 400, insgesamt sahen rund 500 Personen Teile des ersten Konferenzabschnitts. Die Reaktionen zeigen, daß es „da draußen“ ein echtes Verlangen nach einem vollständigen Paradigmenwechsel gibt.

Eine neue Architektur

Dennis Small leitete als Moderator den ersten Konferenzabschnitt ein, indem er erklärte, die Videokonferenz sei als „Zubringerveranstaltung“ zur bevorstehenden internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 5. und 6. September gedacht (Lesen Sie dazu bitte auch die Einladung zur Konferenz am 5. und 6. September). Zum Konferenzthema merkte er an, man müsse den Ausdruck neue Architektur so verstehen, wie ihn Leibniz in seiner Schrift Prinzipien der Natur verwendet: „Unsere Seele ist architektonisch auch in ihren freiwilligen Handlungen und in der Entdeckung der Wissenschaften, nach denen Gott die Dinge geregelt hat. In ihrem eigenen Bereich und in der kleinen Welt, in der sie handeln darf, ahmt die Seele nach, was Gott in der großen Welt tut.“

Helga Zepp-LaRouche stellte die Konferenz in ihrer Hauptrede in den Kontext der derzeitigen Weltlage: „Offensichtlich findet dieses Veranstaltung zu einem beispiellosen Zeitpunkt in der Geschichte statt... Wir haben es mit einer Pandemie zu tun. Diese Pandemie ist noch keineswegs unter Kontrolle. Wir haben als Folge dieser Pandemie einen unglaublichen wirtschaftlichen Zusammenbruch. Einige Leute sagen, es sei der größte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.“ Vor allem die Entwicklungsländer, wo 60% der Menschen in der informellen Wirtschaft arbeiten, seien betroffen; wenn man dort eine Ausgangssperre verhänge, seien diese Menschen unmittelbar vom Hungertod bedroht. Die Gefahr einer Hungersnot werde noch verstärkt durch den Zusammenbruch der Landwirtschaft. In Afrika und Asien seien viele Länder von einer Heuschreckenplage bedroht, wie es sie seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Hinzu komme, daß die Menschen in vielen Ländern der Welt das Vertrauen in ihre Regierungen und ihre führenden Institutionen verloren haben.

Deshalb habe ihr verstorbener Ehemann Lyndon LaRouche argumentiert, man brauche eine Macht, die stark genug ist, die Agenda zu ändern und ein neues System zu schaffen. Und dazu müßten sich die vier mächtigsten Nationen der Welt zusammenschließen – „die Vereinigten Staaten, China, Rußland und hoffentlich Indien“. Aber leider wüchsen derzeit die Spannungen zwischen den USA und China, weshalb wir heute am Rande eines möglichen Krieges zwischen den beiden größten Volkswirtschaften stünden.

Deshalb habe sie Anfang des Jahres „einen Aufruf veröffentlicht, daß mindestens die Vereinigten Staaten, Rußland und China zusammenarbeiten müssen, um die Geopolitik zu überwinden und gemeinsame Regeln aufzustellen, um den Herausforderungen zu begegnen, mit denen die gesamte Menschheit konfrontiert ist.“ Wenige Tage später habe der russische Präsident Putin ein Gipfeltreffen der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates vorgeschlagen, um Gespräche zu führen und Prinzipien auszuarbeiten, die das langfristige Überleben der Zivilisation sicherstellen.

Aber um dies zu erreichen, betonte Helga Zepp-LaRouche, brauche man einen „Chor internationaler Stimmen, von Regierungen, von Individuen, von Institutionen, die alle zusammenarbeiten, um zu verlangen, daß diese Krise eine Lösung von oben erfordert.“ Sie berichtete dann ausführlich über den mehr 50 Jahre langen Einsatz von Lyndon LaRouche und seiner Organisation für genau eine solche Lösung, und schloß ihre Ausführungen mit der Feststellung:

Auf diese Grundsatzrede folgte ein Video-Ausschnitt aus einer berühmten Rede von Lyndon LaRouche aus dem Jahr 1997, in der er über die Rolle zweier Mächte, China und die USA sprach, über die Institution der US-Präsidentschaft und über das Landbrücken-Projekt, das von China als Mittel gewählt wurde, um „allen Menschen auf der Erde Arbeit zu geben“.

Stimmen aus Lateinamerika

Es folgten vier kurze Beiträge, die im voraus aufgenommen worden waren, aber alle, wie Frau Zepp-LaRouche anschließend betonte, den Kampfgeist widerspiegelten, den man braucht, um diese politische Schlacht zu gewinnen.

Victor Cortizo, Vizepräsident der wichtigsten spanisch-chinesischen Denkfabrik in Spanien „Catedra China“ und Koordinator des Graduiertenprogramms für Internationale Beziehungen an der Universität Francisco de Vitoria in Madrid, hob die Bedeutung der Neuen Seidenstraße als das große Friedensprojekt hervor, das für eine Erholung von der COVID-19-Pandemie erforderlich ist, sowie die Rolle Spaniens in diesem Projekt als „Brücke“, die Afrika, Lateinamerika und Europa mit China in beide Richtungen verbindet.

Nächster Redner war der bekannte Enthüllungsjournalist Daniel Estulin. Er stellte die Frage: „Kann Lyndon LaRouches Vision vom Weltraum-Imperativ verwirklicht werden?“ Er lobte LaRouche als den größten Staatsmann seiner Zeit, einen Mann mit Visionen, sowohl in Bezug auf die Menschheit, die über die Erde hinausgeht, als auch in Bezug auf die Notwendigkeit einer modernen Infrastruktur in ganz Afrika und die wirtschaftliche Erschließung des Nordmeers.

Walter Formento, Direktor des argentinischen Forschungszentrums für Wirtschaft und Politik, wählte das Thema „Realwirtschaft, Wissenschaft und Technologie aus Südamerika für die Entwicklung der neuen multipolaren Welt“. Die Krise des neoliberalen, unipolaren Huntington-Paradigmas vom „Kampf der Kulturen“ als Folge der großen Finanzkrise biete eine Chance für einen Dialog der Zivilisationen, durch den die Nationen ihre Souveränität zurückgewinnen können. Als Vorbild hierfür verwies er auf die positiven Auswirkungen der produktions- und beschäftigungsorientierten Politik Franklin Roosevelts auf Argentinien, Mexiko und andere Länder.

José Antonio Benllochpiquer, Präsident der Christlich-Demokratischen Partei in Peru, sprach über „Peru und die neue internationale Architektur“ und beschrieb die schreckliche Unterentwicklung in Peru und das große Potential für LaRouches Ideen heute, weil das Ende der finanziellen Globalisierung es den Nationen erlauben werde, ihre Hoffnungen zu verwirklichen.

Alle Redner beteiligten sich dann live an der Debatte, diskutierten untereinander und beantworteten eine Reihe der etwa 35 Fragen, die im Laufe der Konferenz per E-Mail eingesandt wurden. Alle vier dankten dem Schiller-Institut dafür, daß es ein Forum zur Verfügung gestellt hat, in dem ein echter Dialog über die verfügbaren Alternativen zu dem systemischen Zusammenbruch – darin waren alle einig – stattfinden kann.

Mehrere Redner griffen scharf die Briten, die Londoner City und die Wall Street an und identifizierten sie als die Kraft hinter den systematischen Bemühungen, Alternativen zu sabotieren. Cortizo lobte die Bemühungen des Schiller-Instituts, die jüngeren Generationen zu ermutigen, die Führung in dem politischen Kampf zu übernehmen. Benllochpiquer sagte, es sei großartig, wieder Lyndon LaRouches Stimme zu hören. Formentos Bericht, daß in Argentinien noch Jahre nach Perons Umsetzung eines Roosevelt-artigen Programms 90% der Arbeitsplätze in der „formellen“ Wirtschaft waren, löste die Frage aus, wie denn die Lage heute sei: Inzwischen arbeiten 73% der argentinischen Arbeitskräfte in der informellen oder schwarzen Wirtschaft.

Helga Zepp-LaRouche beantwortete die immer wieder aufkommende Frage, warum ein Gipfeltreffen zwischen Xi, Putin und Trump so entscheidend ist und was andere Nationen tun können, um es zu ermöglichen: „Wir haben eine Chance, den Kampf zu gewinnen, wenn diese drei zusammenkommen, egal in welchem Format.“ Aber dazu müsse die aktuelle chinafeindliche Dynamik unterbrochen werden; sie schaffe ein sehr gefährliches Umfeld, in dem ein Krieg ausbrechen könne. Sie appellierte nochmals an alle Regierungen und Institutionen und an jeden einzelnen, einen Chor von Stimmen für den Dialog zu schaffen, der dazu beiträgt, einen Wandel zu bewirken und die gegenwärtige Kräftekonstellation zu verändern.

Als Antwort auf eine Frage zu den weitgehend unbekannten Parallelen zwischen dem Denken von Cusanus und Konfuzius schlug Zepp-LaRouche vor, das Schiller-Institut solle helfen, Dialoge zwischen den Kulturen zu organisieren, bei denen jeder das Beste aus den anderen Kulturen kennen lernt. Dieser Vorschlag fand die nachdrückliche Zustimmung aller anderen Redner, die eigene Ideen zur Verwirklichung dieses Dialogs präsentierten. Cortizo forderte eine „Kultur der Entdeckung“ anderer Kulturen, insbesondere der chinesischen, und verwies auf Matteo Ricci und einige seiner spanischen Mitarbeiter sowie die berühmten „Manila-Galeonen“.

In ihren Schlußbemerkungen kamen die Redner auf die Notwendigkeit zurück, das zu fördern, was der Menschheit nützt, und hoben erneut die Rolle des Schiller-Instituts hervor, das die Mittel zur Verfügung stellt, um der Londoner City (und den anderen „Finanzzentren“) die Fähigkeit zu nehmen, Länder gegeneinander auszuspielen.

Es war klar, daß die Redner, die sich noch nie zuvor getroffen hatten, eine enge Verbundenheit mit den anderen Teilnehmern verspürten, und sie wollen mit dem Schiller-Institut in Kontakt bleiben und weiter mit ihm zusammenarbeiten. Cortizo merkte an, er sei glücklich, weil er sich von Menschen umgeben fühle, die erkennen, daß dies ein einzigartiger Moment in der Geschichte ist und daß der Wandel nicht von dort kommen wird, woher die Menschen ihn erwarten, sondern von denen unter uns, welche die Notwendigkeit des Wandels erkennen.

Helga Zepp-LaRouche konzentrierte sich in ihrem Schlußwort auf die Verbrechen des Systems der City und der Wall Street – eines Systems, das jetzt auch moralisch am Ende sei. Immer mehr Menschen erkennen die Notwendigkeit eines neuen Bretton-Woods-Systems. „Wir haben eine unglaubliche Chance“, betonte sie, und sie forderte die Menschen auf, sich zu bessern, wie Schiller in seinen Ästhetischen Briefen argumentiert, damit jeder selbst eine größere Rolle spielen kann. „Wir werden diese Zusammenarbeit in den nächsten Wochen fortsetzen.“

Mut zur Veränderung

Die Nachmittagssitzung umfaßte dann einen reichhaltigen und produktiven „Chor von Stimmen“, der zum Ausdruck brachte, was Jacques Cheminade später so beschrieb: „Optimismus der Redner, Demonstration von Multipolarität und Vertrauen in die organisatorische Fähigkeit eines jeden, die Region zu verändern“.

Den Ton für die Diskussion setzte ein Videoausschnitt aus einer Rede Lyndon LaRouches im brasilianischen Sao Paulo 2002, in dem er sich gegen die Vorstellung wendet, Axiome dürften nicht verletzt werden und die Menschen müßten nach den „Regeln“ spielen. In Krisenzeiten verleugnen die Menschen die Realität, sie sind ängstlich und fühlen sich machtlos, sagte er. Aber, so betonte er nachdrücklich, es gebe keine Lösung für die Krise und die Dekadenz der Gesellschaft und Kultur, wenn man nicht die Regeln bricht. Wenn die Menschen dagegen ihren persönlichen Ängsten nachgeben und sich diese gescheiterten Axiome zu eigen machen, zerstören sie sich damit selbst.

Jacques Cheminade, Präsident von Solidarité et Progrès und mehrfacher Präsidentschaftskandidat in Frankreich, schloß sich mit einer Grundsatzrede an, in der er sagte, Lyndon LaRouche habe das Beste der iberoamerikanischen Staatsmänner verkörpert, die für die Souveränität ihrer Nationen kämpften – wie Juan Peron, Getulio Vargas, Lazaro Cardenas und andere –, sei aber in seiner Weise einzigartig gewesen. LaRouche habe die Menschen gedrängt, gegen die herrschenden „Spielregeln“ zu kämpfen und ihre Denkweise zu ändern. Wenn die gegenwärtige COVID-19-Pandemie und der damit einhergehende wirtschaftliche Zusammenbruch besiegt werden sollen, dann müsse man die alten Regeln brechen. Die anti-entropische Dynamik der Gesellschaft müsse herausgefordert werden, man brauche ein positives Programm und müsse „mit den Augen der Zukunft sehen“, wie die Welt aussehen wird, wenn die Briten und ihre amerikanischen Verbündeten besiegt sind. Cheminade beschrieb LaRouches Vier Gesetze, die keine „technokratischen Lösungen“ seien, sondern ein Mittel zur Verteidigung des Gemeinwohls, eine „Plattform zum Aufbau der Zukunft“. Die neuartige Wirtschaft, mit der man der Pandemie entgegentreten könnte, existiere noch nicht, sie müsse geschaffen werden, und „wir dürfen nicht versagen“. Die Vier Gesetze seien „die Grundlage des menschlichen Glücks“, und dies sollte den bevorstehenden Gipfel der P5 inspirieren. „Es liegt in unserer Verantwortung, alles Mögliche zu tun, um dafür zu kämpfen – sonst verlieren wir unsere Überlebensfähigkeit.“

Die folgenden Redner entwickelten verschiedene Aspekte der Entwicklungsperspektive, deren Umsetzung über Leben und Tod entscheiden wird.

Justo Vargas vom Amazonischen Integrationsnetzwerk aus Peru erörterte bestehende Pläne zum Bau mehrerer biozeanischer (transkontinentaler) Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnkorridore durch den Norden, die Mitte und den Süden des iberoamerikanischen Kontinents, die integraler Bestandteil der Gürtel- und Straßen-Initiative und der Weltlandbrücke seien. Diese Pläne, die auch den Bau neuer Städte umfassen, erfordern enorme Investitionen, für die neue Finanzierungsinstitutionen und Entwicklungsbanken erforderlich seien, die über die bereits bestehenden hinausgehen.

Der mexikanische Ingenieur Marco Mendez, Vizepräsident des mexikanischen Dachverbands der Ingenieursverbände und Präsident des Nationalen Rates der Absolventen polytechnischer Studiengänge, ergänzte dies durch eine Diskussion der Rolle der Infrastruktur – Verkehr, Straßen, Häfen, Atom- und Wasserkraft – und unterstrich die Notwendigkeit, daß sich Ingenieurverbände organisieren und an Entscheidungen der Regierungen auf nationaler und globaler Ebene mitwirken.

Carolina Domínguez, führendes Mitglied der Internationale Jugendbewegung des Schiller-Instituts aus Mexiko, überbrachte der Jugend eine bewegende und beredte Botschaft und appellierte an sie, sich dem Kampf zur Schaffung einer neuen politischen Kraft anzuschließen, die sich für LaRouches wirtschaftlichen Wiederaufbauplan zur Schaffung von 1,5 Milliarden neuen Arbeitsplätzen einsetzt. Sie kritisierte die Dichotomie zwischen der Ideologie der „freien Marktwirtschaft“, die den jungen Menschen in der Schule eingetrichtert wird, und der Realität der Welt, in der sie leben, in der es keine Chancen und keine produktiven Arbeitsplätze gibt. Die Jugendbewegung schaffe eine politische Führung, indem sie die Jugend mit schönen Ideen, Kultur und Wissenschaft erzieht und ihnen den Auftrag erteilt, sich von „dem Hedonismus zu befreien, der sie in die Falle lockt“, und junge Menschen in der Realität aufwachsen läßt, daß universelle Prinzipien existieren, die man erkennen kann, wie Lyndon LaRouche immer betont hat.

Dennis Small, Koordinator des Schiller-Instituts für Iberoamerika, sprach über die entscheidende Bedeutung der Rehabilitierung LaRouches und seiner Ideen, die heute dringend benötigt werden, um die katastrophale Wirtschaftskrise zu beheben, mit der die Welt konfrontiert ist.

Alberto Vizcarra, Koordinator der Bürgerbewegung für Wasser aus Mexiko, betonte, die Verantwortlichen müßten ihre Angst vor dem entschlossenen Handeln überwinden, weil wir uns in einer Zivilisationskrise befänden. Durch den heute sichtbaren wirtschaftlichen Zusammenbruch und die damit verbundene Armut und Arbeitslosigkeit drohe den Nationen ein territorialer Zerfall, wie er sich gerade in Mexiko vollziehe. Die Länder seien gezwungen worden, wieder bloße Rohstofflieferanten zu werden, und hätten die Idee aufgegeben, daß Nationen transformiert werden können. Er erinnerte an Franklin Roosevelts Besuch im mexikanischen Monterrey im April 1943 und sein Treffen mit dem damaligen Präsidenten Avila Camacho, bei dem Roosevelt Mexikos Rolle im Kampf gegen den Faschismus würdigte. Die beiden waren sich einig, daß die Nachkriegszeit frei sein müsse von Kolonialismus und der Dominanz privater Finanzinteressen – ein echtes Bretton Woods für souveräne wirtschaftliche Entwicklung. Die beiden sprachen darüber, daß die USA ihre großen Möglichkeiten nutzen müßten, um die wirtschaftliche Befreiung der Nationen sicherzustellen. Vizcarra sagte: „Wir sollten die Menschen an Roosevelt erinnern“, und an dessen antiimperiale Politik, die sich heute im Vorgehen Chinas widerspiegele.

Im abschließenden Vortrag beschrieb Pedro Rubio aus Kolumbien, Präsident der Vereinigung der Beamten des Rechnungshofes der Republik, ein wissenschaftliches Projekt, an dem er mit Jugendlichen arbeitet. Sie wenden Wladimir Wernadskijs Konzept der Noosphäre und LaRouches Konzepte der physischen Ökonomie auf ein Projekt zur Verdoppelung der Nahrungsmittelproduktion in Iberoamerika an, dies sei gleichzeitig Teil der Pläne für die Weltlandbrücke, den Ausbau der physischen Infrastruktur und die biozeanischen Korridore. Es sei möglich, Länder umfassend zu transformieren - als Beispiele verwies er auf Japan und die Aktivitäten der Chinesen in Afrika sowie auf die Bedeutung des Transaqua-Projekts zur Wiederauffüllung des Tschadsees.

„Wir haben kein Recht, zu verlieren“

Nach einer lebhaften Runde von Fragen und Antworten wurden die Redner gebeten, in ihren abschließenden Bemerkungen kurz darauf einzugehen, welche Schritte als nächstes unternommen werden sollten, um sicherzustellen, daß der P5-Gipfel stattfindet und daß globale Zusammenarbeit an die Stelle des Marsches in Krieg und wirtschaftliche Katastrophe tritt. Alle waren sich einig über die entscheidende Rolle des Schiller-Instituts bei der Sammlung der Kräfte, die zur Erreichung dieses Ziels erforderlich sind.

Cheminade sprach in seinem Schlußwort nochmals die Dringlichkeit der Rehabilitierung LaRouches an, damit seine Ideen allen bekannt gemacht werden können, wobei er daran erinnerte, daß Lyn immer sagte, daß Minderheiten über die Zukunft entscheiden können. „Wir haben kein Recht zu verlieren.“

Im Laufe der zweiten Konferenzsitzung hörten die Zuschauer Grußworte des Mexikaners Francisco Roman vom Demokratischen Bauernzentrum Cardenista und des Ingenieurs Rafael Nava. Ein besonderer Gruß, der zu Beginn des ersten Panels verlesen wurde, kam von General Edwin de la Fuente, dem ehemaligen Oberbefehlshaber der bolivianischen Streitkräfte. Er lautet wie folgt: „Jede Bemühung um einen Dialog in einer Welt, die wie nie zuvor in Gefahr ist, kann nur als Hoffnung gesehen werden, und mehr noch, als ein Licht am Ende des Tunnels. Noch nie zuvor hat der Planet einen solchen Reichtum hervorgebracht, und gleichzeitig doch im Widerspruch dazu eine solche Armut für die großen Mehrheiten. Ich bin dankbar für diese großartige Initiative, in dem Wissen, daß ein [P5]-Gipfel zu einem glücklichen Abkommen für den Weltfrieden führen könnte. Ich gratuliere dem Schiller-Institut, seinen Mitgliedern und seiner Leiterin, der unermüdlichen Helga Zepp-LaRouche, zu dieser wunderbaren Arbeit im Namen besserer Tage für die ganze Menschheit.“

Zum Abschluß der Konferenz schlug Zepp-LaRouche vor, daß die Teilnehmer eine Resolution beschließen, in der „die Staatsoberhäupter der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen dringend aufgefordert werden, sich zu treffen, um etwas gegen die Zusammenbruchskrise zu tun, mit der jede einzelne Nation auf diesem Planeten konfrontiert ist“, und die zu einer möglichst breiten Beteiligung an der bevorstehenden internationalen Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 5.-6. September aufgerufen wird.1 Sie betonte: „Das vergangene halbe Jahrhundert der Katastrophen, in dem die Welt weit hinter das zurückgefallen ist, was sie hätte sein können – mit der bemerkenswerten Ausnahme von Chinas kometenhaftem Aufstieg in jüngster Zeit –, verlangt nach einer Abhilfe, und Ihre Beteiligung an der LaRouche-Bewegung ist der Schlüssel zur Verwirklichung einer Zukunft, auf die wir stolz sein können.“


Anmerkung

1. Eine deutsche Übersetzung dieser Resolution sowie die Einladung zur Konferenz am 5. und 6.9. 2020 mit der Möglichkeit, sich zur Teilnahme anzumelden, finden Sie auf der Internetseite des Schiller-Instituts unter https://schillerinstitute.com/de/.