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Neue Solidarität
Nr. 3, 21. Januar 2021

Ein guter Politiker setzt die Menschen in Bewegung

Im Rahmen des dritten Konferenzabschnitts wurde auch ein Videoausschnitt von 1996 gezeigt, in dem Lyndon LaRouche eine Frage des ehemaligen Vizeministerpräsidenten der Tschechoslowakei Jozef Miklosko beantwortete.

Lyndon LaRouche: Eine der eindrucksvollsten Predigten von Christus war, die Geldwechsler aus dem Tempel zu werfen. Ich denke, daß die Essenz der Politik Führung ist, intellektuelle und moralische Führung.

Es ist wie bei der Führung von Streitkräften: Als erstes muß man die Leute aus den Kasernen herausholen. Sie haben Angehörige, die mit schlechter Unterhaltung zu Hause sitzen. Sie haben Frauen am Telefon, und nicht nur Frauen, sondern auch ihre Töchter und Söhne, die stundenlang kostbares Geld am Telefon ausgeben, um zu tratschen! Das ist eine entwürdigende, unmoralische Praxis. Und wenn die Leute in der Kaserne sind, können sie würfeln oder Karten spielen oder sich mit anderen Dingen beschäftigen; oder sie gehen aus, um Streit anzufangen oder Ärger zu machen. Wer es mit einer Armee zu tun hat, der weiß, daß die Armee leicht in so etwas ausarten kann. Und deshalb setzt man sie in Bewegung!

Die Aufgabe des Politikers ist nicht, den Leuten zu sagen: „Ich will euer Geld und eure Stimme, und nächstes Jahr komme ich und treffe euch wieder.“ Die Aufgabe des Politikers ist es, ein aktiver Anführer der Menschen zu sein, in dem Sinne, daß man sagt, was gesagt werden muß, und dafür sorgt, daß es an die Menschen verbreitet wird. Man entscheidet, was in Bewegung gesetzt werden muß, und setzt es in Bewegung. Es gibt immer etwas zu bewegen, wie Dr. Miklosko sehr gut weiß. Er gehört zu den Menschen, die immer gerne etwas bewegen. Er ist einer der besten Organisatoren und Aktivisten, die ich kenne, und ich habe schon viele gute im Leben getroffen. Aber es ist ganz einfach, man wird ein guter Organisator, indem man es ständig tut. Du organisierst dies, dann organisierst du das, dann organisierst du das, dann organisierst du das - du organisierst immer etwas! Das ist echte politische Führung.

Das kann man auf verschiedene Weise tun. Man kann es von seinem politischen Büro aus tun, indem man sich ans Telefon setzt, die wichtigsten Leute anruft und sagt: „Schaut, wir haben ein Problem, ich denke, wir sollten das anpacken.“ Und man bezieht die Menschen in die Beteiligung am politischen Prozeß ein. Man kommt nicht irgendwann wieder und sagt: „Seht, das habe ich für euch getan. Ich habe dies für euch erreicht, ich habe das für euch erreicht.“ Das sollte gar nicht nötig sein. Man muß vielleicht erklären, was man tut, aber die Tatsache, daß man etwas getan hat, sollte den Leuten allgemein bekannt sein. Warum? Weil man sie selbst darin einbezieht. Man sagt: „Wir müssen uns in dieser Sache an die Arbeit machen. Wir müssen uns mit dieser Sache befassen. Wir haben hier draußen ein Nest von Armut, wenn ich mir das ansehe, macht es mich krank. Was denken Sie darüber? Ich denke, wir sollten jetzt etwas dagegen tun.“ Oder: „Wir haben eine Schule, die nicht gut ist, wir müssen etwas für den Unterricht in den Schulen tun und so weiter.“

Ein Politiker, egal auf welcher Ebene, ist also immer Führung, im Sinne eines Organisators, der die Leute auf irgendeine Art und Weise in Bewegung setzt, er holt sie aus den Häusern, holt sie aus den Kaffeekränzchen, aus dem Geschwätz auf Hinterhöfen, Parkplätzen und so weiter, und läßt sie arbeiten!“ Daran arbeiten, die Gesellschaft zu organisieren.

Sie sagen: „Aber ich bin müde...“, und man antwortet: „Ihr habt noch genug Zeit zum Ausruhen, wenn ihr tot seid. Na los!“ (Gelächter) „Bleibt in Bewegung! Es gibt Arbeit zu tun! Es gibt Aufgaben, die erfüllt werden müssen. Am Ende des Tages werdet ihr euch besser fühlen. Ihr werdet müde sein, ja, sehr müde, aber so werdet ihr auch besser schlafen.“