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Neue Solidarität
Nr. 36, 9. September 2021

Der Westen machte Afghanistan zum Land der Drogen

Ein Gastbeitrag in der französischen Tageszeitung Le Figaro vom 27. August mit dem Titel „Wie der Westen Afghanistan wieder zum Land der Drogen werden ließ“ beschreibt auf erschütternde Weise, wie der Schlafmohnanbau in Afghanistan 1999-2001 unter der Taliban-Herrschaft drastisch zurückging, aber unter der Besatzung durch US-, britische und NATO-Truppen wieder zunahm. Der Autor ist Bernard Frahi, ehemaliger Direktor des UNODC-Regionalbüros für Afghanistan und Pakistan (1998-2002), als das UNODC von Pino Arlacchi geleitet wurde. Er beschreibt präzise, wann und wo die britischen und US-Behörden nach der Invasion nach dem 11. September 2001 die Maßnahmen zur Beendigung der Opiumproduktion rückgängig machten.

So erhielten beispielsweise die Briten die Aufgabe, die neue Karzai-Regierung bei der Drogenbekämpfung zu unterstützen. Sie investierten „im März 2002 rund 60 Mio. Dollar in den Kauf von Opiumpflanzen“ und gaben den Milizenführern in den Provinzen Nangarahar, Oruzgan, Kandahar und Helmand hohe Geldbeträge zur Entschädigung der Bauern, die im März/April 2002 ihre Opiumfelder zerstörten. Das Ergebnis war jedoch katastrophal“, stellt Frahi fest, denn ein Jahr später wurden die Felder wieder mit Schlafmohn bestellt. Die Amerikaner „konzentrierten sich ausschließlich auf den Kampf gegen den Terrorismus“ und weigerten sich bis 2005, gegen den Opiumanbau und die berüchtigten Drogenhändler vorzugehen.

Heute liefert Afghanistan das Opium für über 80% des weltweit konsumierten Heroins, in Europa sogar über 95%. Für einige Afghanen ist es eine Einnahmequelle, die Vereinten Nationen schätzen diese Summe für das vergangene Jahr auf etwa 350 Mio.$. Doch das ist nur ein Bruchteil des Straßenwerts des in Europa verkauften Heroins, diesen schätzt die UNO auf etwa 10 Mrd. Euro! Ein erheblicher Prozentsatz dieses Geldes wird über das internationale Bankensystem „gewaschen“, das schon seit Jahrzehnten vom Drogenhandel abhängig ist.

eir