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Neue Solidarität
Nr. 36, 9. September 2021

Zentralbanker sehen Crash kommen und nutzen IWF für Rettungsaktionen

Da die Zentralbanker auf ihrer Jahrestagung in Jackson Hole (26.-28. August) offenbar keine Lösung für den drohenden Finanzkollaps finden konnten, wurde in aller Stille der Internationale Währungsfonds (IWF) eingesetzt, um die Schuldenbombe der Entwicklungsländer zu entschärfen.

Wie der ehemalige Vizechef der Federal Reserve für Finanzaufsicht, Donald Kohn, auf der Tagung erklärte, wird die globale Schuldenblase auf über eine Billiarde Dollar geschätzt, daher sollten Aufsichtsbehörden und Gesetzgeber schnell handeln. Einer der besonders gefährdeten Bereiche ist die Auslandsverschuldung armer Länder, die infolge der COVID-19-Pandemie in die Höhe schoß. Deshalb vergab der IWF erst letzte Woche 650 Mrd.$ an „Sonderziehungsrechten“ (SZR) an 215 Mitgliedsländer, um einen Kollaps abzuwenden.

Das ist eine ähnliche Taktik wie die hyperinflationäre „Quantitative Lockerung“ der Fed und der anderen großen Zentralbanken gegen einen Schuldenkollaps von Unternehmen und Haushalten in Europa und den USA.

Die SZR erscheinen als eine große Summe, es handelt sich aber nur um das Recht der Länder, ihre eigenen IWF-Quoten auf unbestimmte Zeit zu leihen, um Auslandsschulden zu begleichen, weil unterentwickelte Länder sonst sofort zahlungsunfähig wären. Was wird der IWF als nächstes tun? Er wird die großen Länder um neue Quoten bitten, um seine Kasse wieder aufzufüllen, so wie er beim G20-Treffen im Februar 2009, nach dem Crash von 2008, 500 Mrd.$ forderte.

Tatsächlich ist die Ausgabe dieser SZR ein unverschämter Schachzug des IWF, der sich damit das Recht nimmt, als Kreditgeber letzter Instanz für überschuldete Länder aufzutreten und ihnen das Einkommen zu verschaffen, um Schulden bei Megabanken und multilateralen Finanzinstituten zu zahlen.

Eine solche reine Verschwendung definiert den Unterschied zwischen dem „dummen Geld“, wie hier, und Kredit, was es hier gerade nicht ist. „Dumm“ ist es, weil es darauf hinausläuft, den großen entwickelten Volkswirtschaften Geld zu stehlen und es als neue Schulden auszugeben, um unbezahlbare Schulden zu verlängern. Das war unter dem Bretton-Woods-Abkommen verboten, das von 1945-70 ein gesundes, funktionierendes Weltwährungssystem lieferte.

Als der IWF 1982 das letzte Mal ein solches Programm durchführte, war Lyndon LaRouche trotz Henry Kissingers Drohungen gegen ihn bei der Führung der Entwicklungsländer gut bekannt und genoß deren Vertrauen. LaRouche sagte ihnen, die Schulden der Dritten Welt müßten reorganisiert werden, so wie es Alexander Hamilton für die junge amerikanische Republik getan hatte, und zur Grundlage für neue Kredite für die wirtschaftliche Entwicklung gemacht werden. LaRouche behielt Recht: Die Intervention des IWF ließ die Schuldenbombe nur noch mehr explodieren!

Die produktive Kreditvergabe von großen, souveränen Nationen an ebenso souveräne Entwicklungsländer für wirtschaftliche Entwicklung und zukünftige Industrialisierung ist das entscheidende Element, das jetzt sofort gebraucht wird, um vom Paradigma der endlosen Kriege zum Frieden durch Entwicklung überzugehen.

eir