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Die humanitäre Krise in Afghanistan hat ein erschütterndes Ausmaß erreicht. Nach dem jüngsten Bericht über die Ernährungssicherheit, der am 26. Oktober von den zuständigen UN-Organisationen FAO und WFP veröffentlicht wurde, leiden von 38 Mio. Einwohnern etwa 18,8 Mio. unter „akuter Ernährungsunsicherheit“. Das ist ein Anstieg um 35% seit der letzten Schätzung von 14 Mio. Menschen im April. Seitdem haben internationale Institutionen und westliche Regierungen nach der Machtübernahme der Taliban im August nicht nur die Entwicklungshilfe gestrichen, sondern auch Afghanistans Guthaben von 9 Mrd.$ bei der US-Notenbank und anderen Banken eingefroren; hinzu kommen eine schwere Dürre im Land und das Chaos nach dem Abzug der US- und NATO-Truppen.
Das Schiller-Institut führt eine weltweite Kampagne für die Freigabe der Gelder, die rechtmäßig dem afghanischen Volk gehören, sowie die Aufhebung der Sanktionen, die den Bankensektor und das gesamte Wirtschaftsleben lahmgelegt haben. Vor dem US-Rückzug wurden fast 75% aller Staatsausgaben von internationalen Organisationen bereitgestellt, die ihre Zahlungen eingestellt haben.
Die Folgen für den Gesundheitssektor sind brutal. Bis August finanzierte die Weltbank die sog. „Sehatmandi“, die mit 2300 Einrichtungen im ganzen Land das Rückgrat des Gesundheitssystems bildete. Heute sind davon nur noch 390 in Betrieb. Schon vor dem Sturz der vorherigen Regierung wurde das Gesundheitspersonal monatelang nicht bezahlt, und es herrscht ein unerträglicher Mangel an medizinischem Material und Medikamenten.
UN-Organisationen warnen, die Krise in Afghanistan drohe noch schlimmer zu werden als die im Jemen, wenn nicht sofort gehandelt wird.
In diesem Zusammenhang kündigte Helga Zepp-LaRouche an, daß das Programm des Schiller-Instituts für Wiederaufbau und Entwicklung Afghanistans den Namen „Operation Ibn Sina“ tragen werde.
In einem Interview mit Omar Khalid Butt im pakistanischen Fernsehsender PTV am 29. Oktober rief sie die internationale Gemeinschaft dazu auf, die benötigte Soforthilfe zu mobilisieren und ein modernes Gesundheitssystem aufzubauen. Ibn Sina (980-1037), ein persischer Arzt, der im heutigen Afghanistan geboren wurde, gilt als Vater der modernen Medizin und als einer der größten Wissenschaftler des Goldenen Zeitalters des Islam, und alle Afghanen, unabhängig von ihrem ethnischen Hintergrund, und viele andere in der Region sind stolz auf Ibn Sina, was als Ansporn für den Aufbau einer besseren Zukunft mit angemessenen Gesundheitseinrichtungen, Infrastruktur, Energie- und Wasserversorgung dienen kann.
eir