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Christine Schneider vom Bayerischen Rundfunk berichtete am 8. November in der ARD unter dem Titel „Teurer Dünger setzt Landwirte unter Druck“ über die Probleme der bayerischen Landwirte im Zuckerrübenanbau. Die Preise für Stickstoffdünger haben sich innerhalb eines Jahres verdreifacht, deshalb werden die Landwirte „nervös“. Auch die steigenden Treibstoffpreise machen ihnen zu schaffen.
Ernte von Wintergerste: Aufgrund der hohen Düngemittel- und Treibstoffpreise
lohnt sich der Getreideanbau für viele Landwirte nicht mehr.
In der Sendung erklärt der Landwirt Max Ampferl aus der Nähe von Ingolstadt, er habe 2020 Stickstoffdünger für 170 Euro pro Tonne bekommen, im Sommer 2021 habe er bereits 270 Euro gekostet, und nun liege er bei 550 Euro pro Tonne. Und er ist nicht nur teuer, sondern auch schwer zu bekommen, da die Düngemittelhersteller (wie die SKW Stickstoffwerke Piesteritz in Sachsen-Anhalt, der größte deutsche Hersteller von Ammoniak und Harnstoff-Stickstoff) ihre Produktion wegen der hohen Preise für Erdgas, der wichtigsten Ressource für die Herstellung, um 30% reduziert haben. Sie rechnen damit, daß die Landwirte ihre Produktion aufgrund der hohen Kosten ebenfalls reduzieren werden und haben ihre Produktion bereits im Vorfeld gesenkt – es ist ein Teufelskreis.
Einige Landwirte sind dabei, die Aussaat ihres Winterweizens und anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse einzustellen, da ein Teil davon dreimal gedüngt werden muß, bis er geerntet werden kann, und sie befürchten, daß die Kosten im nächsten Jahr weiter steigen werden.
Erschwerend kommt hinzu, daß die Dieselpreise für ihre Motoren um 40 Cent je Liter höher sind als im letzten Jahr, was das Bild noch düsterer macht. Einige der Landwirte, die ihre Traktoren und Mähdrescher stark nutzen, müssen in diesem Jahr mit einem Anstieg der Kraftstoffkosten um bis zu 40.000 Euro rechnen.
cam