Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
» » » Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche « « «
Neue Solidarität
Nr. 5, 4. Februar 2021

EU-Taxonomieregeln als „grüne Blase“ entlarvt

Im Dezember stellte die EU-Kommission den Entwurf ihrer „Taxonomie-Regeln“ vor, d.h. eine Klassifizierung von wirtschaftlichen Aktivitäten, Produkten und Materialien nach ihrem „CO2-Fußabdruck“. Spätestens zu dem Zeitpunkt wurde ihr zerstörerischer Charakter selbst für diejenigen deutlich, die die aktuelle Klimapolitik unterstützen. Der 233 Seiten lange Bericht ist ein Manifest zur Deindustrialisierung – wenig überraschend, wenn man bedenkt, daß er von der Finanzwirtschaft verfaßt wurde. Tatsächlich besteht die Technische Expertengruppe für nachhaltige Finanzen aus Finanzinstitutionen, NGOs und anderen Organisationen, die sich alle dafür einsetzen, eine neue Finanzblase zu schaffen, indem man Hunderte Milliarden von produktiven in unproduktive Investitionen umleitet (siehe https://ec.europa.eu/transparency/regexpert/index.cfm?do=groupDetail.groupDetail&groupID=3588).

Glücklicherweise wachen einige Regierungen in der EU auf und erkennen den Irrsinn der grünen Wende. So mußte die EU-Kommission die Veröffentlichung ihrer Taxonomie-Regeln wegen des Widerstands von 10 Mitgliedsstaaten verschieben. Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Malta, Polen, Rumänien, die Slowakei, Tschechien, Ungarn und Zypern sprachen sich in einem gemeinsamen Papier gegen den Ausschluß von Erdgas von der Liste der „Übergangskraftstoffe“ aus und forderten die Möglichkeit der Nutzung von Wasserstoff aus verschiedenen Energiequellen. Angesichts eines möglichen Vetos lenkte die EU-Kommission ein, und diese Forderungen wurden in die Schlußfolgerungen des EU-Rates vom 10.-11. Dezember aufgenommen.

Jedoch „endeten die Probleme der Kommission mit der grünen Finanztaxonomie nicht bei Gas oder den zehn Unterzeichnern des Papiers“, wie Euractiv berichtet. „Fast jedes EU-Land oder jede Interessengruppe hatte Probleme mit dem Entwurf des delegierten Rechtsakts – so eine gut positionierte Quelle im Europäischen Parlament, die das Dossier genau im Auge behält.“

Sogar die grünste Regierung Europas, die in Berlin, fand die Taxonomie-Regeln ziemlich gefährlich. Eine unabhängige Studie, die das deutsche Umweltministerium in Auftrag gab, kam zu dem Schluß, daß nur 1% der Top-Unternehmen an der deutschen Börse DAX als „nachhaltig“ gälten, wenn der Taxonomie-Entwurf der Kommission in seiner jetzigen Form angewendet würde. Beim französischen Index CAC 40 und den Euro Stoxx 50 wären es 2%. Ohne eine Änderung in der Klassifizierung der Unternehmen drohe durch die Taxonomie eine „grüne Blase“, indem Investoren nur Aktien der wenigen Firmen kaufen, die nach den EU-Regeln als wirklich „nachhaltig“ gelten, so die Studie.

eir