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Neue Solidarität
Nr. 5, 4. Februar 2021

Nachrichten zu COVID-19

COVID-19-Impfungen in der EU noch bis 2024?

Wie die Website politico.eu berichtet, sind wir vom Ziel der Europäischen Kommission, 70% aller Erwachsenen in der EU impfen zu lassen, noch weit entfernt. „Wenn das derzeitige Tempo der Impfungen anhält, würde der gesamte EU-Block bis Ende September nur 15% erreichen. Basierend auf dem Durchschnitt der letzten Woche müßte die EU die Impfquote verfünffachen, um ihr Ziel zu erreichen.“

Beim derzeitigen Tempo würde die EU insgesamt das Ziel erst im März 2024 erreichen, so die Webseite. „Am äußersten Ende steht Bulgarien, das das Ziel erst 2040 erreichen würde und die Impfquote um den Faktor 29 erhöhen müßte. Lettland müßte sein Tempo um den Faktor 17 beschleunigen, Italien um den Faktor 10 und Ungarn um den Faktor 9.“ Beim derzeitigen Tempo kommt kein EU-Land bis Ende September in die Nähe des Impfziels der Kommission.

Zur Beschleunigung der Impfungen könnte der dritte Impfstoff von Oxford/AstraZeneca beitragen, der billiger und einfacher handhabbar ist als die beiden bisher zugelassenen von BioNTech/Pfizer und Moderna. Ein weiterer Faktor, der den Ablauf beschleunigt, sind die Einsatzpläne: Bisher konzentrieren sich die Gesundheitsbehörden auf ältere Menschen in Pflegeheimen, was viel mehr Zeit und Aufwand erfordert als die Einrichtung von Massenimpfstellen.

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Sputnik V-Entwickler:
„Wissenschaft, nicht Politik, sollte uns leiten“

Die russischen Produzenten des Impfstoffs Sputnik V werden die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union und AstraZeneca fortsetzen. Bereits am 1. Dezember unterzeichneten der russische Direktinvestitionsfonds, das Gamaleya Center (der Sputnik-V-Entwickler), AstraZeneca und das russische Unternehmen R-pharm ein Kooperationsabkommen für ein Programm klinischer Tests einer Kombination von Covid-19-Impfstoffen sowie über die mögliche gemeinsame Verwendung des russischen Impfstoffs und AZD1222 von AstraZeneca, um einen dauerhafteren Schutz zu gewährleisten.

„Nur ein diversifiziertes Portfolio von Impfstoffen kann Technologie- und Lieferrisiken reduzieren. Sputnik V, das bereits in zwölf Ländern zugelassen ist, wird seine Arbeit mit der EU und AstraZeneca fortsetzen, um den Zugang zum Impfstoff Sputnik V und seinen Komponenten weltweit zu ermöglichen“, heißt es in einer Meldung auf dem offiziellen Twitter-Account von Sputnik V. „Die Wissenschaft, nicht die Politik, sollte uns leiten“, wird betont. Kurz zuvor hatte AstraZeneca am 22. Januar die Europäische Kommission vor Problemen bei der Versorgung mit ihrem Covid-19-Impfstoff gewarnt, da dieser an die neuen Mutationen des Virus angepaßt werden müsse.

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Impfstoffproduktion in Amerika wächst

Am 26. Januar berichtete Pfizer-Chef Albert Bourla über das erfolgreiche Hochfahren der Produktion. In einem Interview mit Bloomberg News erklärte Bourla, sie könnten die mit den US-Behörden vertraglich vereinbarten 200 Mio. Dosen zwei Monate früher liefern. Diese waren für den 31. Juli vertraglich festgelegt, aber Bourla sagt, sie würden es bis Ende Mai schaffen.

Es gab viele Schlagzeilen dazu, die Fünf-Dosen-Ampullen auf sechs Dosen zu strecken, aber es bedeutet nur, daß Pfizer die Liefermenge mit gut 33 Mio. statt 40 Mio. Ampullen Impfstoff erfüllen wird. (Und das erste Ziel von 20 Mio. Ampullen, die bis Ende März geliefert werden sollen, entspricht 120 Mio. statt 100 Mio. Dosen.) Dennoch ist der Zeitgewinn von zwei Monaten in erster Linie eine Folge der voraussichtlich höheren Produktion.

Kürzlich wurde bekanntgegeben, daß 2021 nicht 1,3 Mrd., sondern 2 Mrd. Dosen produziert werden könnten. Zusammen mit der jüngsten Ankündigung der Firma Moderna, ihre Produktion 2021 von ca. 500 Mio. auf 600 Mio. Dosen zu steigern und vielleicht sogar in die Nähe einer Milliarde zu kommen, bewegen sich die Parameter in die richtige Richtung. Die USA erhalten 400 Mio., das läßt 2,2 bis 2,6 Mrd. Dosen für andere Länder übrig. Dies gibt Hoffnung, daß das egoistische und kontraproduktive Horten von Impfstoffen in den wohlhabenderen Ländern aufhören könnte. Die Welt braucht einige Milliarden Dosen mehr, als bisher geschätzt wurde, und die jüngsten Ankündigungen bringen uns 0,8-1,2 Mrd. Dosen näher.

Ansonsten wiederholte Bourla, daß die neuartige mRNA-Impfstofftechnik es relativ einfach macht, die Impfstoffe für verschiedene Stämme zu rekonfigurieren, so daß das eigentliche Problem darin bestehe, zu überwachen und zu identifizieren, welche Stämme vorhanden sind. Unabhängig davon gab Moderna bekannt, daß ihr Impfstoff den britischen Stamm ohne Anpassung abdeckt, und daß sie untersuchen, ob ein Booster für den südafrikanischen Stamm erforderlich ist.

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„Niemand ist sicher, wenn einige Länder impfen und andere nicht“

In seiner Rede auf der „Davos Agenda“-Internetkonferenz des Weltwirtschaftsforums warnte der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa die reichen Länder, die mehr Covid-19-Vakzine kaufen und horten wollen, als sie benötigen, daß sie riskieren, dadurch die Pandemie zu verlängern. Die ganze Welt müsse bei der Bewältigung der Herausforderungen durch Covid-19 zusammenarbeiten, betonte Ramaphosa, und mahnte: „Niemand von uns ist sicher, wenn einige Länder ihre Menschen impfen und andere Länder nicht.“

Ramaphosa, der derzeit auch Vorsitzender der Afrikanischen Union ist, berichtete, eine afrikanische Task Force zur Beschaffung von Covid-19-Impfstoff habe eine vorläufige Menge von 270 Mio. Dosen für den Kontinent direkt bei den Herstellern gesichert. Hinzu kommen die 600 Mio. Dosen, die von der Covax-Initiative zur weltweiten Impfstoffverteilung erwartet werden. Dies ist jedoch zu wenig, um die 1,3 Mrd. Afrikaner zu versorgen.

„Durch die Teilnahme an diesen kontinentalen und globalen Initiativen setzt sich Südafrika weiter für die Notwendigkeit eines universellen, fairen und gerechten Zugangs zu Covid-19-Impfstoffen ein“, sagte er. „Wir müssen bei der Bekämpfung des Coronavirus alle gemeinsam handeln, denn es betrifft uns alle gleichermaßen, und deshalb müssen auch unsere Mittel - unsere Maßnahmen zur Bekämpfung – gleich sein“, sagte er laut einem Bericht der südafrikanischen Tageszeitung Business Day.