Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
Folgen Sie uns auf
acebook
Neue Solidarität
Nr. 15-16, 9. April 2026

Souveräner Frieden statt Barbarei

Von Fernando Garzón

Es folgt eine überarbeitete Mitschrift der Ausführungen von Fernando Garzón beim EIR-Online-Krisenforum am 2. März 2026 „Epstein und die grenzenlose Verderbtheit der ‚Eliten‘: Wir brauchen dringend eine kulturellen Renaissance!“ Garzón ist ehemaliger Staatssekretär der Regierung von Euador und Vorsitzender der Ecuadorianisch-Palästinensischen Union. Übersetzung aus dem Spanischen, Zwischenüberschriften wurden hinzugefügt.

Guten Morgen Ihnen allen, ganz besonders Helga Zepp-LaRouche, Dennis [Small] und allen anderen Anwesenden. Für diesen Vortrag hielt ich es für angebracht, mich auf jenen Frieden zu konzentrieren, den ich als „souveränen Frieden“ bezeichne, und diesen dem gegenüberzustellen, was Barbarei ist. In dem Zusammenhang möchte ich auf eine Aussage von Ernest Hemingway aus dem Jahr 1958 verweisen: Er habe von Leo Tolstoi, dem russischen Autor von Krieg und Frieden, gelernt, wie man „auf die direkteste, ehrlichste, objektivste und schonungsloseste Weise über Krieg schreibt“.

Fahren wir in diesem Sinne fort und stellen fest, daß sich im Ursprung und in der Entwicklung menschlicher Gemeinschaften die Gewalt als Instrument zur Eroberung der Natur und zur Unterwerfung menschlicher Gruppen durch andere manifestiert hat. Angesichts der Warnungen vor einem Weltuntergangskrieg und der moralischen Krise falscher Staatsführungen darf die Wahrheit heute nicht sterben.

Und hier ist eine Aussage, die einen Rahmen für das bietet, was wir sagen möchten, und die uns Orientierung gibt:

Die niederländische Bewegung PAX, Gewinnerin des Friedensnobelpreises 2017, hat dazu in ihrem Bericht von 2022 aufgezeigt, daß Finanzunternehmen in den Vereinigten Staaten und Europa mehr als 746 Milliarden Dollar für 24 Unternehmen bereitgestellt haben, die stark in der Waffenproduktion engagiert sind. Von Januar 2020 bis Juli 2022 waren es 746 Milliarden Dollar. Zu den wichtigsten dieser Finanzunternehmen gehörten BlackRock, Vanguard, Citigroup, Bank of America, JP Morgan Chase und Wells Fargo. Solche Finanzinvestitionen in Zusammenarbeit mit der Rüstungsindustrie konzentrieren sich auf US-Unternehmen wie Northrop Grumman, Boeing, Lockheed Martin und andere sowie ein britisches Unternehmen, BAE Systems.

Die Vereinten Nationen schätzen, daß es im Jahr 2022 noch immer rund 12.500 Atomwaffen gab, von denen 5943 drei NATO-Ländern gehören: den Vereinigten Staaten (5428), Frankreich (deutlich weniger) und dem Vereinigten Königreich; eine vergleichbare Anzahl gehört Rußland mit 5977. Unter diesen Waffen sind auch taktische Atombomben.

Die nukleare Barbarei liegt nicht an US-Präsident Donald Trump oder dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, die bloß Ausführende des Krieges sind, sondern an den Aktionären transnationaler Finanzunternehmen, die bereit sind, taktische Atomwaffen einzusetzen, selbst wenn dies zu einem strategischen Atomkrieg führt.

Profit durch Völkermord

Wir sollten hierzu zur Kenntnis nehmen:

Der Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2024, der auf Bildern der UNOSAT-Satelliten basiert, identifizierte 156.409 zerstörte oder beschädigte Gebäude in Gaza auf einer Fläche von 361 Quadratkilometern. Bis 2026 sind schätzungsweise 215.137 Häuser beschädigt worden.

Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, legte dazu am 3. Juli 2025 einen Bericht über die Wirtschaft der Besatzung vor – die Wirtschaft des Völkermords. Daraus wird die Rolle transnationaler Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz deutlich, wie Palantir, das dem israelischen Militär technologische Unterstützung für die Tötung von Menschen und die gezielte Zerstörung von Infrastruktur und Gebäuden leistet, um das Land in weniger als drei Jahren für Trumps großspurige „Riviera“ nutzbar zu machen. Ebenfalls aufgeführt sind Google, Amazon, Microsoft, Caterpillar und Volvo. Hinzu kommen Unternehmen des Militärisch-Industriellen Komplexes wie Lockheed Martin, das wir bereits erwähnt haben und das mit Elon Musks aufstrebendem Raumfahrtunternehmen SpaceX und Kommunikationsunternehmen Starlink um Aufträge konkurriert.

Nun verhandeln diese Unternehmen mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der am 22. Januar 2026 auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos den Masterplan für den Wiederaufbau von Gaza als Teil des von der amerikanischen und israelischen Regierung auferlegten „Friedensplans“ vor dem neu eingesetzten Friedensrat präsentierte, der Gaza regieren soll und dessen Vorsitz Trump sich selbst gab.

Man hat allmählich das Gefühl, daß wir nicht mehr derselben Menschheit angehören.

Es geht weiter mit einem ähnlichen Vorschlag: Das blutige und souveränitätsfeindliche Modell, das derzeit in Gaza umgesetzt wird, wird nun mit einigen Varianten kopiert in Venezuela nach der Entführung des verfassungsmäßigen Präsidenten Nicolás Maduro, in Kuba, im Norden Mexikos und sogar in Grönland, Patagonien in Argentinien und Chile; sowie schließlich auf dramatische Weise im Iran nach dem Angriff der Vereinigten Staaten und Israels am 28. Februar 2026.

Konflikte um Monopole

Am 4. Dezember 2025 gab Warner Brothers (WB), seit mehr als hundert Jahren in der audiovisuellen Welt tätig, eine vorläufige Vereinbarung mit dem mächtigen Netflix bekannt, das 82,7 Milliarden Dollar für die Studios und Streaming-Sparten bot, zu einem Preis von 27,75 Dollar je Aktie. Zu den Marken von WB gehören unter anderem Harry Potter, Game of Thrones, Der Herr der Ringe, viele Kinofilme, HBO (Home Box Office) und TNT (Warner TV Film).

Vier Tage später, am 8. Dezember 2025, unterbreitete der Paramount-Konzern den Aktionären ein feindliches Übernahmeangebot in Höhe von 108,4 Milliarden Dollar, zu einem Preis von 30 Dollar pro Aktie. Dieser Kauf sollte die Trump-kritischen Fernsehsender CNN und CBS einschließen. Nachdem sich Netflix aus dem milliardenschweren Bieterwettstreit zurückgezogen hatte, einigte sich Paramount am 28. Februar schließlich mit Warner Brothers auf den Kauf. Dabei halfen die Beziehungen Trumps zur Familie Ellison, darunter der Tech-Milliardär und Großspender der Republikaner Larry Ellison als Hauptaktionär, der dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu nahesteht und Geld an Israels Streitkräfte spendet.

An dem Geschäft war auch Affinity Partners beteiligt, ein Investmentunternehmen von Jared Kushner, Trumps Verhandlungsführer der „Friedenspläne“ für Gaza, die Ukraine und möglicherweise Venezuela. Weitere Geldgeber für das Paramount-Angebot waren saudische und katarische Staatsfonds.

Die damit verbundenen regionalen Varianten sind auffällig. José Luis Manzano, ein Investor, der unter dem argentinischen Präsidenten Carlos Menem Minister war und heute der rechten Regierung Milei angehört, hat Berichten zufolge am 17. Februar Ecuadors größte Zeitung El Universo gekauft und verhandelt gleichzeitig über die spanische Wirtschaftszeitung Cinco Días.

Diese Investition wurde von der Cuban-American Foundation des berühmten Anti-Castro-Terroristen Jorge Mas Canosa aus Miami unterstützt, der die Interessen der Exilkubaner in Miami vertrat. Diese Stiftung steht in Verbindung mit Marco Rubio, der kubanischer Herkunft ist und als Außenminister in der Regierung von Donald Trump fungiert, der eine kriminelle Blockade gegen das kubanische Volk vorantreibt und dabei das Gaza-Modell nachahmt.

Der Ausgang dieses Monopolkonflikts wird den globalen geopolitischen Kontext, die Ausrichtung der Informationen, Narrative und Konstruktion falscher Realitäten prägen.

Die Epstein-Klasse

Wie es scheint, ist die Unmoral von Politikern und Wirtschaftsführern Teil der Macht, es hat sich ein System von Strukturen und Verhaltensmustern herausgebildet, das sich über Ethik und Moral erhebt und ein System von Erpressung, Kontrolle und Nötigung für strategische Wirtschafts- und Staatspolitik geworden ist.

Viele Personen auf Epsteins Liste entsprechen diesem Profil. In Lateinamerika: der mexikanische Geschäftsmann Ricardo Salinas, Präsident von TV Azteca; Carlos Slim, Präsident von Telmex (Telekommunikation); María Aramburuzabala, eine der reichsten Personen Mexikos; Alfonso de Angoitia, Präsident von Televisa; und Ramos Allup, der Epstein empfahl, sich mit einem Anti-Chávez-Führer zu treffen. Auch Andrónico Luksic aus Chile taucht in Epsteins Akten auf, erwähnt in einem Gespräch mit einem Sultan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, worin sie eine Reise nach Dubai besprechen, wo laut dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro der Sitz des Weltdrogenhandels ist. Der Zweck war demnach, den Chef von DP World, Sultan Ahmed bin Sulayen, zu treffen. Der Sultan, schockiert von den Enthüllungen über Verbindungen zu dem Pädophilen Epstein, verließ das Unternehmen am 13. Februar 2026.

Dieses Unternehmen DP investierte mehr als 1,2 Milliarden Dollar in den Tiefwasserhafen von Posorja in Ecuador, meinem Land, eine wichtige Infrastruktur, die für 50 Jahre konzessioniert wurde und den Betrieb von Schiffen mit großem Tiefgang (15 Meter) ermöglicht. Isabel Noboa Pontón soll über das Nobis-Konsortium Vertreterin von DP World in Ecuador sein.

Relevant ist weiter, daß laut anderen E-Mails eine Beziehung zwischen dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak und Epstein bestand, mit dem er ähnliche Interessen teilte, darunter ein israelisches Sicherheits-Startup [Reporty Homeland Security]. Ebenso unterhielt der ehemalige kolumbianische Präsident Andrés Pastrana eine sehr enge Beziehung zu Epsteins Freundin Ghislaine Maxwell, die angeblich den Model-Agenten Jean-Luc Brunel – der wegen sexueller Belästigung und Mißbrauch von Minderjährigen angeklagt ist – gebeten hat, Pastrana vor dem Milliardär Tommy Mottola zu warnen: „Der wird versuchen, der Unterhaltungszar Kubas zu werden.“

Schließlich verhandelte Epstein laut Dropsite News mit einem Rothschild-Banker über die Finanzierung neuer israelischer „Cyberterrorismus“-Unternehmen.

Zuletzt noch einige abschließende Bemerkungen:

Ein großes Dankeschön an unsere Leser

Liebe Leserinnen und Leser, dank Ihrer freundlichen Resonanz auf unseren Aufruf zur finanziellen Unterstützung ist es uns gelungen, das Jahr finanziell zu über­stehen, auch wenn wir leider im vergange­nen Sommer dazu gezwungen waren, die Erscheinungsweise der Neuen Solidarität von bisher acht Seiten wöchentlich auf zwölf Seiten alle zwei Wochen umzu­stellen.

Ihre Hilfe zeigt uns, daß Sie unsere ein­zig­artige Fähigkeit schätzen, strategisch zu denken und sozusagen „im Voraus“ die entscheidenden Dynamiken des Welt­geschehens zu erkennen. Freuen wir uns über die Fortschritte, die unsere Ideen gemacht haben, und freuen wir uns auf weitere Fortschritte in den kommenden Monaten!

Nutzen Sie unsere Zeitung als ein Instrument, dies zu erreichen! Helfen Sie uns, neue Leser zu finden, und empfehlen Sie unsere Zeitung weiter. Für die aktuellen Meldungen empfehlen wir als Ergänzung unsere täglich erscheinen­den E.I.R. Nachrichten, die den Abonnenten per E-Mail zugestellt werden. Neukunden können sie 10 Tage lang kostenlos und unverbindlich testen, siehe https://www.eir.de/abo/dadabo/.

Man kann Abonnements auch verschenken. Manche unserer Leser haben Mehrfach-Abon­nements, damit Sie die Zeitung an Interes­sierte weitergeben können. Und natürlich können Sie uns auch weiterhin mit Förder­abonnements und Förderbeiträgen helfen.

Kontaktieren Sie uns direkt, um eine Rechnung anzufordern (Telefon: ++49 +61173650),
oder senden Sie Ihren Beitrag per Banküberweisung an:

E.I.R. GmbH, Verwendungszweck: Unterstützung für die Neue Solidarität
Postbank Frankfurt IBAN: DE93 5001 0060 0330 0216 07
Paypal: buchhaltung@eir.de