|
|
Die Gründerin des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche eröffnete die 148. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 3. April mit einem Appell an die Vernunft: Wir alle müßten uns der gefährlichen Weltlage bewußt sein. Sie zählte einige der jüngsten Angriffsziele im Irankrieg auf, darunter eine der größten Brücken der Region sowie iranische Vergeltungsschläge gegen Entsalzungsanlagen und Ölraffinerien und die Ankündigung, US-Unternehmen in der Region ins Visier zu nehmen. Präsident Trump behaupte, der Iran sei wehrlos, in Wirklichkeit habe der aber noch mehr als die Hälfte seiner Raketen, Drohnen etc. Die Kriegsausgaben der USA betrügen umgerechnet acht Millionen Dollar pro Opfer – der teuerste Krieg der Geschichte. Der Iran sei unbesiegt und werde nicht zum Status quo zurückkehren. Nur Schiffe befreundeter Länder dürften jetzt die Straße von Hormus passieren.
Zepp-LaRouche verwies auf Berichte aus Israel, die es als „spartanische“ Nation beschreiben, mit der trügerischen Sicherheit, die Raketenabwehr Iron Dome würde sie vor den Folgen ständiger Kriege schützen. Sie verurteilte das rassistische neue Gesetz für die Todesstrafe gegen Palästinenser. Sie kritisierte auch scharf US-Kriegsminister Pete Hegseth, der Führungskräfte im Pentagon entlasse und mit religiösem Eifer ein Armageddon herbeiführen wolle. Präsident Trump sei entschlossen mit Gewalt zu regieren und sei wenig an Bündnissen wie der NATO interessiert. Ob er es nun wisse oder nicht, Trump betreibe die Politik der globalen Eliten, die die Weltbevölkerung auf eine Milliarde Menschen reduzieren wollen. Organisationen wie die UNO und die Welternährungsorganisation warnten vor Nahrungsmittelmangel und Preisschocks, die über 300 Millionen Menschen gefährden.
Die IPC sei jedoch eine Aktivisten-Organisation. Das nächste Krisenforum am 6. April werde wirtschaftliche Entwicklung als einzige Lösung für den Krieg anbieten, der leicht zu einer nuklearen Vernichtung führen könne.1 Dort werde der „Erweiterte Oasenplan“ vorgestellt, um die gesamte Region – von Indien bis zum Mittelmeer und vom Kaukasus bis zum Golf – zu einem Zentrum der Produktion zu machen. Wir könnten Wüsten in Wälder verwandeln, indem wir Chinas Erfolg bei der Begrünung von zwei Wüsten als Vorbild nehmen. Nur der Ansatz der „einen Menschheit“ und ein Appell an die Vernunft, wie im Westfälischen Frieden von 1648, könnten die USA retten. Das sei auch die einzige Hoffnung für Israels Überleben.
Sie schloß, viele Anhänger Trumps seien gegen seine Kriege, und viele hätten an den „No Kings“-Protesten am 28. März teilgenommen. Zepp-LaRouche zeigte eine Landkarte des riesigen Persischen Reiches der Antike und sagte ironisch, wenn Trump den Iran wirklich „zurück in die Steinzeit bomben“ wolle, werde das Ergebnis ihm vielleicht nicht gefallen.
Der nächste Redner war Stanislav Krapivnik, ein ehemaliger Offizier der US-Armee, der heute in Moskau lebt. Er sprach über die Korruption in der Ukraine, die die Ausbeutung durch ausländische Interessen auf Kosten der Bevölkerung ermögliche. 10.000 ukrainische Kinder würden vermißt, und die Ukraine sei heute ein Zentrum für den illegalen Handel mit Menschen, Organen, Drogen und Waffen. Viele der weltweit größten Drogenkartelle nutzten ukrainische Waffen und Kampftraining, ähnlich wie Rebellengruppen in der Sahelzone.
Estland werde als möglicher Brennpunkt für eine Konfrontation mit Rußland genutzt. St. Petersburg werde mit Drohnen angegriffen, die aus Estland stammen oder durch dessen Luftraum fliegen. Seine einzige gute Nachricht sei, daß kürzlich russische Öltanker unter militärischer Eskorte Kuba erreichen konnten.
Der letzte Redner war Imam Mohammad Ali Elahi, ein iranisch-amerikanischer Geistlicher aus dem Raum Detroit, der über den bis dahin seit 34 Tagen laufenden, unmoralischen, wahnsinnigen und illegalen Krieg gegen den Iran sprach. Über hundert US-Rechtsexperten hätten in einer Erklärung diesen Angriffskrieg als Kriegsverbrechen verurteilt. Die USA und Israel behaupteten, sie wollten Frieden, hätten aber inmitten der Friedensverhandlungen angegriffen und versuchten nun, alle zu töten, die am Friedensprozeß beteiligt waren. Trump sage, er wolle die Entwicklung von Atomwaffen im Iran stoppen, dabei hätten ihm seine eigenen Experten erklärt, daß der Iran kein solches Programm verfolgt, und dann wurde der Oberste Führer Ali Chamenei ermordet, der eine Fatwa gegen Atomwaffen erlassen hatte. Selbst der Geheimdienstausschuß des US-Senats habe bestätigt, daß es keine Beweise für ein Atomwaffenprogramm im Iran gibt.
Kriegsminister Pete Hegseth sehe in dem Krieg einen neuen Kreuzzug, er habe sogar entsprechende Tätowierungen. Trump führe den Krieg um Öl und Geld, so der Imam, und Israels Regierungschef Netanjahu um Macht und Kontrolle. Die acht Millionen Amerikaner bei den „No Kings“-Kundgebungen gegen Trumps Politik hätten die Ehre des Landes gerettet. Der Iran wolle keinen Krieg und habe kein Problem mit dem amerikanischen Volk. Ein „goldenes Zeitalter“, von dem Trump spricht, sei völlig unmöglich, während man den Iran in die Steinzeit zurückbombt.
Zepp-LaRouche wies auf andere Gebiete menschlichen Leids hin, wie Sudan oder Haiti. Während der Kubakrise habe es noch diplomatische Beziehungen, Gespräche über inoffizielle Kanäle und andere Kommunikationswege gegeben, aber jetzt finde kein Dialog statt. Sie verurteilte die Doppelmoral, Rußland einen „Angriffskrieg“ vorzuwerfen, aber den Irankrieg nicht so zu nennen. Wir seien heute versammelt, um genügend Kräfte zu mobilisieren, um den Krieg zu beenden und eine Eskalation zur nuklearen Konfrontation zu verhindern. In den letzten Monaten der Biden-Regierung hätten laut einer Umfrage 50% der Leute im Pentagon einen Atomwaffeneinsatz erwartet und gemeint, das wäre nicht schlimm. Wir bräuchten eine Vision für 50 Jahre und müßten mit den BRICS zusammenarbeiten. Die Menschheit sei die einzige mit Vernunft begabte Gattung, und wir müßten Nikolaus von Kues’ „Zusammenfall der Gegensätze“ nutzen, um einen Ausweg aus der Krise zu finden.
José Vega, Kongreßkandidat in der Bronx in New York, sagte, er sei stolz auf die Astronauten und Ingenieure der NASA, die die Artemis-II-Mission ermöglichen. In den Berichten über die Mission könne man die Erde aus der Ferne sehen: „Wir sind alle auf diesem Bild.“ Vega rief alle dazu auf, „ihre Unabhängigkeit von der Epstein-Klasse zu erklären“. Die Menschen sollten sich an gewaltfreien Aktionen für den Frieden beteiligen. Er zitierte Martin Luther King, der 1968 in einer Rede sagte, wir hätten nur die Wahl zwischen Gewaltlosigkeit oder Nicht-Existenz. Vega wird diese Woche offiziell auf dem Vorwahlzettel der Demokraten stehen. Er forderte 10.000 Ingenieure für Gaza und 10.000 Ingenieure für die Bronx für den Wiederaufbau. Er sei „gespannt darauf, was als nächstes kommt“.
Anschließend gab es Fragen und Berichte von Aktivisten aus dem Publikum. Die erste Rednerin war eine Frau aus Rumänien, die bei lokalen Friedenskundgebungen gesprochen, Zepp-LaRouches Appell an Papst Leo XIV. verbreitet und im Parlament Lobbyarbeit geleistet hat. Sie sagte, die Vorstellung, die NATO sei ein „Verteidigungsbündnis“, sei ein grausamer Aprilscherz.
Co-Moderator Dennis Small fügte hinzu, der russische Wirtschaftsbeauftragte Kirill Dmitrijew habe vor einem globalen Tsunami wegen des Ausfalls der Energie- und Nahrungsmittelversorgung gewarnt. Small sprach auch über die Geschichte des britischen Interesses an einer Kontrolle strategischer Engpässe wie der Straße von Hormus.
Eine Teilnehmerin aus den Niederlanden sagte, viele Aktivisten hätten zwar gute Absichten, aber wir müßten sie noch besser informieren. Ein Vertreter von Veterans for Peace dankte Zepp-LaRouche dafür, daß sie „das Banner der Ideen von Lyndon LaRouche weiterträgt“. Es gab eine Frage zur möglichen Verstaatlichung des Militärisch-Industriellen Komplexes, und Small antwortete, noch besser wäre es, den Militärisch-Finanziellen Komplex einer Insolvenzsanierung zu unterziehen, gegen die Macht von Hedgefonds und Personen wie Peter Thiel.
Zum Abschluß erklärte Helga Zepp-LaRouche, sie sei optimistisch, daß wir Kriege beenden, Frieden schaffen und die Welt aufbauen können. Bündnisse wie die NATO würden vielleicht verschwinden, statt dessen bräuchten wir Nationen, die gemeinsam für wirtschaftliche Entwicklung arbeiten. Sie forderte ein Ende der Geopolitik und reinen Machtpolitik – wie etwa Trumps Äußerung, er brauche kein Völkerrecht. Sie war entsetzt darüber, daß in Deutschland Männer im wehrpflichtigen Alter nun um Erlaubnis bitten müssen, das Land länger zu verlassen, weil es für den Krieg mobilisiert werden soll. Die Wurzel aller dieser Probleme liege darin, daß Menschen ihre axiomatischen Annahmen nicht hinterfragen. Wir müßten denken wie Nikolaus von Kues, und der beste Ausgangspunkt dafür sei das Krisenforum am 6. April. Sie rief alle auf, die Einladung und ihren Brief an den Papst in ihren örtlichen Kirchen zu verteilen.
Dennis Speed fügte hinzu, wir sollten die Welt nicht von „links“ oder „rechts“ betrachten, sondern so, wie Martin Luther King sie betrachtete – „vom Gipfel des Berges“.
Anmerkung
1. schillerinstitute.com/de/blog/2026/04/01/eir-kuendigt-dringlichkeitskonferenz-am-6-april-an/
Liebe Leserinnen und Leser, dank Ihrer freundlichen Resonanz auf unseren Aufruf zur finanziellen Unterstützung ist es uns gelungen, das Jahr finanziell zu überstehen, auch wenn wir leider im vergangenen Sommer dazu gezwungen waren, die Erscheinungsweise der Neuen Solidarität von bisher acht Seiten wöchentlich auf zwölf Seiten alle zwei Wochen umzustellen.
Ihre Hilfe zeigt uns, daß Sie unsere einzigartige Fähigkeit schätzen, strategisch zu denken und sozusagen „im Voraus“ die entscheidenden Dynamiken des Weltgeschehens zu erkennen. Freuen wir uns über die Fortschritte, die unsere Ideen gemacht haben, und freuen wir uns auf weitere Fortschritte in den kommenden Monaten!
Nutzen Sie unsere Zeitung als ein Instrument, dies zu erreichen! Helfen Sie uns, neue Leser zu finden, und empfehlen Sie unsere Zeitung weiter. Für die aktuellen Meldungen empfehlen wir als Ergänzung unsere täglich erscheinenden E.I.R. Nachrichten, die den Abonnenten per E-Mail zugestellt werden. Neukunden können sie 10 Tage lang kostenlos und unverbindlich testen, siehe https://www.eir.de/abo/dadabo/.
Man kann Abonnements auch verschenken. Manche unserer Leser haben Mehrfach-Abonnements, damit Sie die Zeitung an Interessierte weitergeben können. Und natürlich können Sie uns auch weiterhin mit Förderabonnements und Förderbeiträgen helfen.
Kontaktieren Sie uns direkt,
um eine Rechnung anzufordern (Telefon: ++49 +61173650),
oder senden Sie Ihren Beitrag per Banküberweisung an:
E.I.R. GmbH, Verwendungszweck: Unterstützung für die Neue Solidarität
Postbank Frankfurt IBAN: DE93 5001 0060 0330 0216 07
Paypal: buchhaltung@eir.de