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Neue Solidarität
Nr. 21-22, 21. Mai 2026

Wichtiges kurzgefaßt

Die wahren Kosten des Iran-Krieges

Der amtierende Rechnungsprüfer des Pentagons, Jay Hurst, teilte dem US-Kongreß am 29.4. mit, die ersten 60 Tage des Krieges gegen den Iran hätten die Amerikaner etwa 25 Mrd.$ gekostet. Doch diese schockierende Zahl umfaßt nur die Kosten der Operationen und Munition, z.B. sind Schäden an US-Stützpunkten ausdrücklich nicht eingeschlossen. Und die wahren Kosten für die Welt sind um ein Vielfaches höher.

Nach ersten Schätzungen verschiedener Institutionen liegen die tatsächlichen Kosten – unter Berücksichtigung der militärischen Ausgaben der USA und Israels, der Schäden an allen militärischen Einrichtungen und in Ländern der Region sowie der globalen Folgen der Sperrung der Straße von Hormus und der damit verbundenen Produktionsausfälle – im Bereich von 4 Billionen Dollar und steigen weiter an.

Doch selbst diese Zahl zeigt wahrscheinlich bei weitem nicht das wahre Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens. Es dauerte nur 60 Tage, Schulen, Wohnhäuser, Fabriken und Infrastruktur in Südwestasien zu zerstören – nun stellt sich die Frage: Wie viel Zeit und Geld wird es kosten, all das wieder aufzubauen? Ein Teil des Schadens ist wahrscheinlich irreversibel.

Hinzu kommt der Anstieg der Energiekosten, der mit der Sperrung der Straße von Hormus noch bevorsteht. Neben den Tausenden, die direkt infolge des Krieges ums Leben kamen, könnten als Folge von Gas- und Düngemittelknappheit und damit Nahrungsmittelmangel hunderte Millionen Menschen in Armut und Hunger geraten. In den Industrienationen wird dies zu Entbehrungen führen, aber in den Entwicklungsländern macht es den Unterschied zwischen Leben und Tod aus.

Wie wird sich das auf die relative potentielle Bevölkerungsdichte der Welt auswirken, den Maßstab für echten physischen wirtschaftlichen Fortschritt? Was sind die Folgen für die Fähigkeit, die Arbeitsproduktivkräfte pro Kopf und Quadratkilometer zu steigern, um so eine wachsende Bevölkerung bei steigendem Lebensstandard zu versorgen? Und wie hoch werden die Kosten in Form von nicht gelebten Leben sein?

Wenn man sich dieses Bild vor Augen führt, drängen sich zwei miteinander verbundene Dinge auf: Erstens entspricht ein solcher Zusammenbruch des globalen Systems in einen Modus der Entvölkerung genau der Absicht des imperialen Systems. Zweitens müssen die Nationen der Welt der Tatsache ins Auge sehen, daß gewisse Maßnahmen den Zusammenbruch zwar verzögern, aber nicht aufhalten können, solange nicht die gesamte Geopolitik und Kriegspolitik durch eine neue globale Architektur für Sicherheit und Entwicklung abgelöst wird, die den gemeinsamen Zielen der Menschheit dient.

* * *

Wachsender Widerstand im Globalen Süden gegen Piraterie

Donald Trumps Wahlversprechen, sich nicht in endlose Kriege zu verwickeln und zur Beendigung langjähriger internationaler Konflikte beizutragen, sind spätestens seit dem illegalen amerikanisch-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran unwiderruflich gebrochen. Als wolle er seine Mißachtung des Völkerrechts unterstreichen – von seiner Realitätsferne ganz zu schweigen –, erklärte Trump am 1.5. schadenfroh, die US-Streitkräfte wären wie „Piraten“, mit denen die USA viel Geld verdienen!

Im Zusammenhang mit der Beschlagnahmung eines iranischen Frachters in der Nähe der Straße von Hormus durch die US-Marines sagte er: „Wir sind wie Piraten“, und es sei „ein sehr profitables Geschäft“.

Aber etliche Länder im Globalen Süden geben den Drohungen nicht nach, wie die folgenden beiden Beispiele zeigen:

  • Iran zum Vizepräsidenten der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag gewählt. Die Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag wurde am 27.4. bei der UNO eröffnet. Am ersten Tag legte die Bewegung der Blockfreien Staaten, die 121 der 191 vertretenen Länder umfaßt, eine Liste von Ländern vor, die sie als Vizepräsidenten für die bis zum 22.5. andauernden Beratungen vorschlugen. Der Iran war darunter. Der US-Vertreter Christopher Yeaw erhob sofort Einspruch und warf Teheran vor, die Zusammenarbeit unter dem Vertrag zu verweigern. Auch Australien und die Vereinigten Arabischen Emirate erhoben Einspruch, während die Briten im Namen der E3 – Großbritannien, Deutschland, Frankreich – „Besorgnis“ äußerten.

    Daraufhin wies der iranische Vertreter Reza Najafi darauf hin, daß die USA selbst ihr Atomwaffenarsenal unter Verletzung des Vertrages ausbauen. Er wurde vom Vertreter Chinas unterstützt, der anmerkte, daß die USA Billionen in die Modernisierung ihrer Nuklearstreitkräfte investieren. Der Iran wurde gewählt.

  • China trotzt US-Sanktionen. Am 2.5. wies Chinas Handelsministerium Unternehmen an, die Sanktionen des US-Finanzministeriums gegen fünf chinesische Raffinerien, die iranisches Rohöl kaufen – u.a. mit Einfrieren ihrer Vermögenswerte und Verbot ihrer Transaktionen – einfach zu ignorieren. Die Sanktionen seien rechtswidrig, weil sie den normalen Handel zwischen Ländern einschränken und keine völkerrechtliche Grundlage haben. US-Finanzminister Scott Bessent zeigte sich am 4.5. etwas versöhnlicher und erklärte, die Präsidenten Xi und Trump würden das Thema bei ihrem Gipfel in Peking am 14.-15.5. erörtern.

    Ebenfalls am 2.5. hob China ein Exportverbot für raffinierte Ölprodukte in südostasiatische Länder auf, wobei Indien der wichtigste Abnehmer ist. Das bringt den Ländern eine willkommene Entlastung und läßt darauf schließen, daß Chinas eigene Ölreserven derzeit ausreichend sind.

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