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Im Format, etwas größer als DIN A3, eignet sich diese interessante Publikation zwar schlecht als Bettlektüre, lädt aber den Leser ein, sich auf entsprechend großer Unterlage über das heutige Rußland zu informieren. Es handelt sich um den Nachdruck von Reiseberichten aus Rußland und Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die zwischen 2019 und 2025 im Nordkurier (Neubrandenburg) veröffentlicht wurden.
Der Autor, Robby Scholz, hatte in den 80er Jahren Luftbildvermessung im damaligen Leningrad studiert und kann sich dank seiner russischen Sprachkenntnissen auf all seinen Reisen durch das große Land ungefiltert über Land und Leute informieren. Da er bei seinen Reisen nur mit einer sehr begrenzten Zahl von Menschen zusammentrifft, sind seine Berichte naturgemäß immer subjektiv, aber er hört zu, beschreibt die Fortschritte beim Aufbau der Regionen und den noch unbewältigten Aufgaben. Diese vorurteilsfreie Berichterstattung ist in unserer Zeit der Propagandakriege schon eine Wohltat.
In seinem Titel bezieht sich Scholz auf die Thesen von Natalja Subarewitsch, die von „vier Rußlands“ spricht, die nebeneinander existieren: die modernen, wohlhabenden Großstädte, dann die kleineren (ärmeren) Industriestädte und schließlich die wenig entwickelte Provinz sowie die autonomen Regionen. Das fünfte Rußland soll wohl das im Entstehen begriffene neue Rußland, insbesondere in Fernost, darstellen.
Das größte Hindernis für die Entwicklung dieses gewaltigen Staatsgebiets ist die viel zu geringe Einwohnerzahl. In seinen Reisebildern weist der Autor immer wieder auf die großen Potentiale für die Entwicklung der Regionen hin – z.B. die Insel Sachalin oder Wladiwostok im Fernen Osten. Aber durch die schiere Anzahl von Aufgaben, und jetzt noch zusätzlich abgelenkt durch den Ukrainekrieg, bleiben viele notwendige Projekte (vorerst) auf der Strecke.
Neben St. Petersburg und Moskau besuchte Robby Scholz viele der geschichtsträchtigen Städte wie Nischni Nowgorod, Kasan, Kaliningrad. Erst durchkreuzte Corona seine Reisepläne, nach Beginn des Ukrainekrieges machten die Sanktionen die Besuche in Rußland schwieriger, aber nicht unmöglich. So fährt der Autor mit dem Auto durch Polen nach Kaliningrad, macht den Umweg auf dem Luftweg über Istanbul oder überquert die estländische Grenze in Narwa ins russische Iwangorod zu Fuß.
Ehemalige Staaten der Sowjetunion, wie in Zentralasien, standen genauso auf dem Programm wie der Kaukasus und zusätzlich noch Reiseberichte aus Ungarn und Montenegro. Die Berichte, angereichert mit vielen Bildern, können jeweils nur ein kurzes Schlaglicht auf die aktuelle Situation, den geschichtlichen Hintergrund und nicht zuletzt die kulinarischen Spezialitäten der bereisten Länder, Städte und Regionen werfen. Aber der Leser bekommt einen Eindruck der vielfältigen Eigenheiten und wird vielleicht angeregt, die eine oder andere Reise selber anzutreten. In jedem Fall ist es ein Blick in einen riesigen Teil Eurasiens, den uns die heutige geopolitische Zuspitzung nur zu gern verwehren würde.
Das Buch (112 Seiten DIN A3) kann zum Preis von 43,00 € zzgl. Versandkosten
direkt vom Autor bezogen werden:
Robby Scholz, Lindenstr. 2a, 17033 Neubrandenburg, oder per Mail: robbyscholz01@gmail.com
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