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Das Friedensbündnis „Nie Wieder Krieg“ veranstaltete am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart Friedenskundgebungen. Laut den Veranstaltern kamen in Berlin 20.000 Menschen und in Stuttgart 15.000 Menschen zusammen. Erfreulich ist die Bereitschaft von immer mehr Organisationen, zusammenzuarbeiten. Laut einer Pressemitteilung hatte ein breites Bündnis von über 300 Organisationen zu den Veranstaltungen aufgerufen, darunter die BüSo, Friedens- und Anti-Kriegsgruppen, die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft, das Bündnis gegen Wehrpflicht sowie einzelne Verdi-Ortsgruppen (https://friedensdemo0310.org/unterstuetzende/).
In Berlin gehörten Jutta Kausch-Henken (Mitveranstalterin, Vorstand FRIKO Berlin), Patrick Köbele (Vorstand der DKP) und der Politikwissenschaftler Johannes Varwick zu den Rednern. Die BüSo war zwischen etlichen anderen Organisationen wie die DKP (Deutsche Kommunistische Partei), die Freidenker und die Initiative „1.000.000 Stimmen für den Frieden“, mit einem Büchertisch und Schildern wie „Frieden: Das größte Aufbauprojekt der Geschichte“ und „Aufruf an den Papst: Friedensgipfel organisieren!“ sowie einem großen Banner mit einem Ausschnitt aus der Weltlandbrücke unter dem Titel „Die Zukunft Deutschlands ist die Neue Seidenstraße“ vertreten. Diese Schilder lockten in Kombination mit dem Schild „Raus aus der NATO! Unterschreiben Sie hier“ viele Menschen an den Informationstisch, so daß die Aktivisten der BüSo alle Hände voll zu tun hatten. Viele unterzeichneten den Aufruf und wollen in Kontakt bleiben. In den Gesprächen wurde deutlich, daß immer mehr Menschen immer stärker einen funktionierenden Ausweg aus der Kriegsdynamik suchen.
In Stuttgart forderten die Teilnehmer der Demonstration und Kundgebung unter dem Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!“ unter anderem, die Waffenlieferungen und Wirtschaftssanktionen zu beenden. Stattdessen verlangten sie höhere Ausgaben im Sozialbereich. Weitere Forderungen waren die Schließung aller US-Militärstützpunkte in Deutschland sowie der Abzug von US-Atomwaffen. Zu den Rednerinnen gehörten hier die stellvertretende Linke-Parteivorsitzende Özlem Alev Demirel und die frühere Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen vom BSW-Bundesvorstand. Auch die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann richtete ein Video-Grußwort an die Kundgebung. Moderiert wurde die Veranstaltung von Wiltrud Rösch-Metzler (Pax Christi Rottenburg-Stuttgart) und von Heike Hänsel (BSW BW).
Auffällig war die hohe Anzahl älterer Menschen unter den Demonstranten, sowie von Jugendlichen der Initiative „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“, deren Vertreter auch mehrere kurze Ansprachen vom Podium ans Publikum richteten. Die Kundgebung war deutlich größer als in den Vorjahren, und dieses Mal waren viele Teilnehmer von weiter außerhalb angereist. Die große Sorge vor Krieg und wirtschaftlichem Abstieg steht im Vordergrund, was auch durch die zahlreich mitgebrachten selbstgebastelten Pappschilder, Banner und Fahnen deutlich wurde. Aktivisten der BüSo verteilten mehrere hundert Flugblätter und Ausgaben der Neuen Solidarität, und übergaben Materialpakete an einige der Redner.
Gegen Ende der Kundgebung, als Sevim Dagdelen gerade mit ihrer Rede begann, versuchten sich mehrere hundert teils Vermummte des Schwarzen Blocks/Antifa Zugang zur Bühne zu verschaffen, um ihren Auftritt zu verhindern. Die Polizei schritt mit mehreren Hundertschaften, berittenen Polizisten und Tränengas ein, sicherte die Bühne und nahm mehrere Protestler fest, worauf die Antifa mit lautstarken Rufen, Pfiffen und elektrisch verstärkten Sirenen die Rede störten. Nach wenigen Minuten konnte die Veranstaltung fortgesetzt werden, allerdings waren Dagdelens Worte nicht zu verstehen. Nach diesem Zwischenfall ging die Kundgebung nach ca. drei Stunden friedlich zuende.
Was leider in fast allen Redebeiträgen der Kundgebungen fehlte, war eine positive Perspektive, die gegenwärtigen Konflikte durch die Schaffung einer globalen neuen Sicherheits- und Entwicklungsordnung auf der Grundlage der Kooperation mit den BRICS-Ländern zu überwinden – eine Idee, die in den Gesprächen der BüSo-Aktivisten mit anderen Teilnehmern der Demonstrationen großen Anklang fand. Verstünden die Organisatoren der Kundgebung, daß die BRICS Länder unsere besten Verbündeten sind, um Frieden durch Entwicklung zu schaffen, würde dies viel mehr Menschen begeistern und die Friedensbewegung würde schnell wachsen.
jct/cam
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