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Der folgende, von Dr. Schotz mitverfaßte Entwurf einer „Freiheit von Krieg-Charta“ wurde auf der Grundlage der Freiheitscharta des südafrikanischen ANC und der Rede Präsident John F. Kennedys an der American University über den Weltfrieden ausgearbeitet, als Anstoß für die Schaffung eines Amerikanischen Friedenskongresses, der das für die Schaffung von Frieden notwendige Umdenken in Gang setzt.
Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, erklären, damit unser ganzes Land und die Welt es wissen:
Dem Volk der Vereinigten Staaten wurde sein Recht auf Frieden von einer Regierung geraubt, die unter der Kontrolle wohlhabender Personen und Konzerne steht, die vom Militärisch-Industriellen Komplex beherrscht wird und die von wirtschaftlichen Mächten regiert wird, die danach streben, die Vereinigten Staaten zu einer Weltmacht zu machen. Wir bekräftigen, daß das Volk der Vereinigten Staaten niemals sicher und geborgen sein wird, solange es keine Regierung hat, die auf dem Prinzip der friedlichen Koexistenz zwischen den Nationen beruht. Darüber hinaus bekräftigen wir, daß das Volk der Vereinigten Staaten es selbst in die Hand nehmen muß, dafür zu sorgen, daß es eine solche Regierung hat, die seine Interessen und seinen Wunsch nach Frieden ehrlich vertritt.
Deshalb verabschieden wir, das Volk der Vereinigten Staaten, als Gleiche, Brüder und Schwestern, diese Charta der Freiheit von Krieg, und wir verpflichten uns, gemeinsam zu kämpfen, ohne Kraft und Mut zu schonen, bis die hier dargelegten demokratischen Veränderungen errungen sind.
Auf allen Ebenen unseres Bildungssystems wird Frieden zu einem Thema des Lernens und der Diskussion werden. Die Menschen werden ermutigt, ihre eigene Haltung zum Frieden, zum Krieg, gegenüber anderen Nationen und zum Frieden in unseren eigenen Gemeinden zu hinterfragen. Die Menschen werden dazu erzogen, Propaganda für Krieg zu erkennen und Darstellungen anderer Nationen oder Völker als „Feinde“ zu identifizieren und abzulehnen. Wettbewerb wird nicht als Feindseligkeit angesehen. Die Menschen werden dazu ermutigt, die Perspektive fremder Völker und Regierungen zu verstehen, und erhalten Bildungsmaterialien, die dies ermöglichen. Es werden Gelegenheiten geschaffen, bei denen sich normale Bürger mit normalen Bürgern anderer Länder sowie mit Amtsträgern anderer Länder treffen können. Frieden wird sowohl als eine Angelegenheit der Innenpolitik als auch der Außenpolitik verstanden, und es wird Bildung über den Zusammenhang von Frieden und Gerechtigkeit angeboten. Alle Menschen werden dazu ermutigt, zu erkennen, daß sie eine Verantwortung und eine Rolle bei der Sicherung einer friedlichen Gesellschaft tragen. Frieden wird als Prozeß verstanden, als eine Art und Weise der Problemlösung, die nicht auf Gewalt zurückgreift.
Jeder Mann und jede Frau hat das Recht, alle gesetzgebenden Gremien zu wählen und sich dafür als Kandidat aufstellen zu lassen. Unternehmen sind keine Menschen und haben nicht die Rechte von Menschen. Alle Menschen sollen das Recht haben, an der Regierung des Landes mitzuwirken. Auf allen Regierungsebenen werden öffentliche Räte gebildet, in denen alle gleichberechtigt sind und die allen offenstehen, damit sich die Menschen über relevante Themen informieren und auf dieser Grundlage Regierungsvertreter anweisen können, welche Politik sie sich umgesetzt wünschen. Wahre Demokratie ist mit Geheimhaltung seitens der Regierung unvereinbar. Daher haben alle Menschen das Recht auf Zugang zu allen Regierungsverfahren.
Es werden Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, daß die kleineren Nationen in den Verfahren der Vereinten Nationen gleichberechtigt mitreden können und daß die Vereinten Nationen zu einem zunehmend demokratischen Forum werden.
Eine wesentliche Ursache für Umweltverschmutzung und -zerstörung sind militärische Aktivitäten. Ohne Frieden können wir keine gesunde Umwelt schützen und erhalten.
Vorhandene Übereinstimmungen werden ausgelotet, damit Verträge geschlossen werden können, die den Friedensprozeß vorantreiben und die Menschen dazu ermutigen, zu erkennen, was möglich ist. Wir müssen eine Politik verfolgen, die andere Länder dazu ermutigt, mit uns zusammenarbeiten zu wollen. Wir müssen uns selbst und andere Nationen als Partner im Kampf ums Überleben betrachten, nicht als Feinde.
Zwar ist das Ziel letztendlich die vollständige Abrüstung – sowohl nuklear als auch konventionell – und ein Ende des Krieges an sich, doch das läßt sich nur schrittweise erreichen, durch Verträge, die mit dem Aufbau ziviler Institutionen zu deren Umsetzung einhergehen, die den Friedensprozeß nach und nach ausweiten. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, daß die Vereinigten Staaten zu den zahlreichen Rüstungskontrollverträgen zurückkehren, die sie gekündigt haben. Dieser Prozeß einer schrittweisen Annäherung an die vollständige Abrüstung wurde in einem Dokument der Vereinten Nationen umrissen, das am 20. Dezember 1961 von der UN-Generalversammlung einstimmig gebilligt wurde, die „Gemeinsame Erklärung über vereinbarte Grundsätze für Abrüstungsverhandlungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten“. Die Rückkehr zu diesem Prozeß und dessen Ausweitung auf alle Nationen ist für die Sicherheit der Menschheit von entscheidender Bedeutung.
Krieg bedeutet den Raub von Ressourcen derer, die sie am dringendsten benötigen. Aus Krieg Profit zu schlagen, widerspricht den Interessen des Volkes. Das Volk wird dafür sorgen, daß private Unternehmen, die Waffen für den Krieg herstellen, von der Regierung übernommen oder aufgelöst werden.
Die Goldene Regel – „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest“ – ist in verschiedener Form Teil aller Kulturen. In der heutigen Welt ist die Goldene Regel nicht nur ein moralisches Gebot, sondern auch eine praktische Notwendigkeit geworden. Was wir anderen antun, wird uns selbst widerfahren; daher müssen wir die Goldene Regel befolgen.
Mögen alle, die ihr Volk und ihr Land lieben, nun sagen, wie wir es hier sagen:
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