Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
Folgen Sie uns auf
acebook
Neue Solidarität
Nr. 45-46, 5. November 2026

Aus Wissenschaft und Technik

Eine überraschende neue Idee zur Fusionsenergie

E.I.R. Nachrichten, 19.10.2026 – Das Princeton Plasma Physics Laboratory (PPPL) hat ein neues theoretisches Modell für Fusionsenergie-Experimente vorgestellt, das empfiehlt, das Plasmagas erst zu komprimieren, nachdem es zuvor überhitzt wurde. Diese Abfolge der Vorgänge, die die derzeitige Vorgehensweise vieler Experimente weitgehend umkehrt, wird laut einer veröffentlichten Interpretation der Studie1 den Energieaufwand, der zur Erzielung der Fusions-„Zündung“ – also einer anhaltenden Verbrennung innerhalb eines Plasmas – erforderlich ist, drastisch reduzieren.

Unter „Zündung“ der Fusion versteht man eine größere Energieabgabe als die in das Plasma eingebrachte Energie, wie sie erstmals im Jahr 2022 und seitdem mehrfach in der National Ignition Facility des Lawrence Livermore National Laboratory, einem Laserfusions-Experiment, auftrat. Die extreme Kompression des Plasmas – die üblicherweise versucht wird, bevor das Gas überhitzt wurde – hat sich als die am schwierigsten zu erreichende und aufrechtzuerhaltende Bedingung erwiesen. Bei den meisten der neuesten Experimente, zumindest in Laboren in den Vereinigten Staaten, wird das Plasmagas zunächst komprimiert, oder – wie bei „Colliding-Beam“-Experimenten – wird davon ausgegangen, daß Überhitzung und Kompression gleichzeitig im Plasma stattfinden.

Diese Studie legt zwar nahe, daß das Lawson-Kriterium des „Dreifachprodukts“ aus Wärme, Dichte und Zeit eine leichter zu bewältigende Hürde sein könnte als bisher angenommen, deutet aber auch darauf hin, daß die Versuchspläne angepaßt werden sollten, um dieses Ziel zu erreichen.

Eine weitere Erkenntnis, die in einer anderen Interpretation des Studienmodells2 berichtet und stärker hervorgehoben wurde, war, daß Wolfram – selbst in winzigen Mengen in den Reaktorwänden – den erforderlichen Druck, um das Gas bis zur Zündung zu komprimieren, um bis zum Doppelten erhöhen kann. Dies kommt für viele neue Experimente überraschend, bei denen bisher eine Wolframbeschichtung der Reaktoroberfläche verwendet wurde, da diese höherer Hitze standhalten kann. Die PPPL-Wissenschaftler empfehlen die Verwendung einer Lithiumbeschichtung.

Diese PPPL-Studie ist bislang rein theoretischer Natur. Um Interesting Engineering zu zitieren: „Die Studie aktualisiert das Lawson-Kriterium, einen rund 70 Jahre alten Maßstab, mit dem bestimmt wird, ob ein Fusionsplasma heiß genug, dicht genug und lange genug ist, um die Zündung zu erreichen. Die Forscher haben [bei ihren Berechnungen – Anm. d. Red.] mehrere reale [experimentelle] Effekte einbezogen, die das ursprüngliche, idealisierte [Lawson-]Kriterium nicht berücksichtigt.“

Obwohl es sich nur um eine theoretische Studie handelt, wird das neue PPPL-Studienmodell von einer Reihe derzeit führender, privat finanzierter Experimente berücksichtigt werden müssen, die für ihre Investoren die Kommerzialisierung der Fusionsenergie innerhalb der nächsten Jahre anstreben – Experimente, bei denen die Plasmen zunächst magnetisch eingeschlossen und anschließend durch Strahlwärme erhitzt werden.


Anmerkungen

1. „Princeton Researchers Find a Lower-Energy Route to Fusion Ignition”,
    Website von oilprice.com, 13.10.2016.

2. „Heat first, compress later: New fusion strategy flips the script to reach ignition”,
    Website von interestingengineering.com, 06.10.2016.

* * *

Japan leitet internationale Mission zu den Marsmonden

E.I.R. Nachrichten, 20.10.2026 – Die Mission "Martian Moons eXploration" (MMX) der japanischen Weltraumagentur JAXA begann am 20. Oktober 2026 mit dem erfolgreichen Start der Trägerrakete H3 Nr. 10 vom Yoshinobu-Startkomplex im JAXA-Weltraumzentrum Tanegashima. Sie wird den größeren der beiden Marsmonde, Phobos, erforschen, der noch nie zuvor von Menschen besucht wurde, berichtete die JAXA.1

Im Rahmen der Mission werden die Zusammensetzung, die Schwerkraft, die innere Struktur, die Topografie und weitere Merkmale von Phobos erforscht und untersucht; dabei wird eine robotergesteuerte Landefähre eingesetzt, um Sand- und Gesteinsproben von der Oberfläche zu entnehmen. Diese Proben sollen im Laufe des Jahres 2031 zur Erde zurückgebracht werden. Die Mission umfaßt zudem einen Vorbeiflug am zweiten Marsmond, Deimos, sowie eine umfassende Beobachtung des Marsklimas.

Die JAXA arbeitet in der MMX-Mission zusammen mit der NASA (die ein Neutronen- und Gammastrahlen-Spektrometer bereitstellen wird), dem französischen Nationalen Zentrum für Weltraumforschung (CNES) (das das Nah-Infrarot-Spektrometer und Fachwissen im Bereich Flugdynamik beisteuert) sowie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), die wissenschaftliche Instrumente und den kleinen Rover bereitstellen, der auf Phobos landen wird.

Die JAXA erklärt: „Diese Forschung zielt darauf ab, die Ursprünge der Marsmonde zu entschlüsseln, die Planetenentstehungsprozesse zwischen dem inneren und äußeren Sonnensystem zu erforschen und die Mechanismen des Stofftransports – wie beispielsweise von Wasser und organischem Material – zu untersuchen, die für die Entstehung und das Bestehen von Leben auf erdähnlichen Planeten notwendig sind.“ Sie wird ein besseres Verständnis darüber liefern, wie die Marsmonde entstanden sind – ob sie durch einen Asteroideneinschlag vom Mars weggeschleudert wurden oder auf andere Weise entstanden sind.

Diese Mission ist bemerkenswert, wenn man die Größe der Zielmonde bedenkt: der Mars selbst hat etwa die Hälfte des Durchmessers der Erde (6.792 km im Vergleich zu den 12.756 km der Erde). Der Mond der Erde hat einen Durchmesser von etwa 3.475 km, während Phobos nur 22 km und Deimos nur 12 km mißt.


Anmerkung

1. „Destination Phobos, the unexplored Martian moon”, Website der japanischen Weltraumagentur JAXA.

Ein Hilferuf an die Freunde der Neuen Solidarität!

Wie andere Zeitungen auch leidet die Neue Solidarität unter steigenden Kosten und sinkenden Abonnentenzahlen. Angesichts dieser Entwicklung ist das Weiterbestehen unserer Zeitung gefährdet. Damit ginge dem deutschsprachigen Raum eine wichtige Stimme der Vernunft verloren.

Aufrufe zur Unterstützung unserer Zeitung in den vergangenen Jahren halfen uns, das Defizit aufzufangen, wofür wir uns bei allen Unterstützern herzlich bedanken. Aber es besteht weiterhin ein strukturelles Defizit.

Um dieses zu überwinden, brauchen wir vor allem eines: mehr Abonnenten für unsere Zeitung, was auch das beste Mittel ist, das geistige Defizit im politischen Diskurs der deutschsprachigen Welt zu bekämpfen.

Nutzen Sie unsere Zeitung als ein Instrument, dies zu erreichen! Helfen Sie uns, neue Leser zu finden, und empfehlen Sie unsere Zeitung weiter.

Man kann Abonnements auch verschenken. Manche unserer Leser haben Mehrfach-Abos, damit Sie die Zeitung an Interes­sierte weitergeben können. Und natürlich können Sie uns auch weiterhin mit Förder­abonne­ments und Förderbeiträgen helfen.

(Für die aktuellen Meldungen empfehlen wir als Ergänzung unsere täglich erscheinen­den E.I.R. Nachrichten, die den Abonnenten per E-Mail zugestellt werden.

Neukunden können sie 10 Tage lang kostenlos und unverbindlich testen, siehe https://www.eir.de/abo/dadabo/).

Bankverbindungen – Empfänger: E.I.R. GmbH, Wiesbaden – Stichwort: Erhaltet die Neue Solidarität

Nassauische Sparkasse Wiesbaden
IBAN: DE79 5105 0015 0114 0044 99 – BIC: NASSDE55
Postbank Frankfurt
IBAN: DE93 5001 0060 0330 0216 07 – BIC: PBNKDEFF