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Von Daniel Platt und Carl Osgood
Vor 34 Jahren, im Januar 1992, erklärte der damalige israelische Parlamentsabgeordnete Benjamin Netanjahu in einer Rede vor der Knesset, der Iran sei „drei bis fünf Jahre“ davon entfernt, bei der Entwicklung von Atombomben autonom zu werden. Seitdem wurde diese Ankündigung von israelischen Vertretern in regelmäßigen Abständen wiederholt, und ihre Kollaborateure in den Vereinigten Staaten taten bei jeder Wiederholung so, als wäre es eine überraschende neue Enthüllung. Der neokonservative Senator Tom Cotton aus Arkansas trieb das am 3. März 2026 auf die Spitze, als er twitterte: „Der Iran ist seit 47 Jahren eine unmittelbare Bedrohung für die Vereinigten Staaten.”
Das iranische Atomprogramm ist immer wieder zum Streitpunkt in den internationalen Beziehungen geworden. Einmal abgesehen von der häufigen Behauptung, das Programm ziele auf den Bau einer Atomwaffe, stellt sich auch die Frage nach der sogenannten „technologischen Apartheid“: die Praxis, Ländern des Globalen Südens den Zugang zu fortschrittlichen Technologien zu verweigern, um ihre Entwicklung zu behindern und sie auf dem Status wirtschaftlicher Vasallenstaaten zu halten, die vom entwickelten Norden ausgebeutet werden können.
Die iranischen Behörden ihrerseits haben die Frage der Anreicherung kürzlich als Verhandlungsmasse genutzt, um den feindlich gesinnten Regierungen des angelsächsischen Raums Zugeständnisse abzuringen.
Die jüngste Geschichte lehrt uns eindeutig, daß sowohl israelische Regierungen als auch die Neokonservativen in den USA regelmäßig zu Lügen greifen, um Zustimmung für die Kriege ihrer Wahl zu gewinnen.
Wir präsentieren im Folgenden eine Zeitleiste mit den tatsächlich bekannten Fakten darüber, wie es zu dem Krieg der US-Regierung von Präsident Donald Trump gegen den Iran kam, sowie mit einigen Hintergrundinformationen.
1901: Die D'Arcy-Konzession gewährte britischen Investoren das Exklusivrecht zur Exploration von Ölvorkommen im Iran, was zur Gründung der Anglo-Persian Oil Company (später BP) führte. Anders als seine Nachbarn im Westen und Osten wurde der Iran nie offiziell vom Britischen Empire erobert. Die D'Arcy-Konzession bedeutete jedoch die wirtschaftliche und politische Vorherrschaft des Empire.
1921: Um die Kontrolle über den Iran aufrechtzuerhalten, verfolgte Großbritannien eine langfristige Politik wiederholter Putsche, um das Land zu destabilisieren und seine nationale Entwicklung zu unterdrücken. Ein Beispiel dafür ist der Staatsstreich von 1921, durch den Reza Schah Pahlavi auf den Thron des Iran gelangte.
1941: Die britische Regierung ersetzte den Schah durch seinen Sohn Mohammad Reza Pahlavi, um eine kooperativere Galionsfigur zu haben.
1953: Der britische Geheimdienst MI-6 organisierte mit der CIA als Juniorpartner einen Staatsstreich gegen Ministerpräsident Mohammad Mossadegh, eine Operation, die vom britischen Geheimdienst „Operation Boot” und von der CIA „Operation Ajax” genannt wurde. Ein wesentliches Motiv für das britische Vorgehen war Mossadeghs Entscheidung 1951, die iranische Ölindustrie zu verstaatlichen.
Sir Francis Shepherd, der britische Botschafter in Teheran, wurde mit folgenden Worten zitiert: „[Es ist] ungeheuer wichtig, zu verhindern, daß die Perser ihre Haupteinnahmequelle ruinieren, indem sie versuchen, sie selbst zu verwalten.“
1979: Die Briten waren darüber besorgt, daß der jüngere Schah, der seine Macht durch den Staatsstreich von 1953 gefestigt hatte, zu viel Wert auf die Modernisierung der iranischen Wirtschaft legte, weil dies dazu führen könnte, daß das Land wirtschaftlich unabhängig würde und keine De-facto-Kolonie mehr wäre. Die BBC begann, die Reden von Ajatollah Chomeini im Iran zu übertragen, und es gab weitere Maßnahmen, um den Weg für einen Regimewechsel in Form der Islamischen Revolution zu ebnen. Ein beliebter Witz unter Iranern war damals, unter dem Gewand der Mullahs stünde „Made in England“.
Die neue islamistische Regierung hatte die Mitwirkung der Vereinigten Staaten an dem Staatsstreich von 1953 nicht vergessen. Als der gestürzte Schah zur medizinischen Behandlung nach Amerika gebracht wurde, besetzten Militante die US-Botschaft in Teheran, und es begann eine 444 Tage lange Geiselkrise. US-Präsident Jimmy Carter erließ die Exekutivanordnung 12170, mit der iranische Vermögenswerte in Höhe von etwa 8,1 Milliarden Dollar eingefroren und ein Handelsembargo verhängt wurden.
1984, Januar: Der Iran wurde als Staat eingestuft, der Terrorismus unterstützt, was umfassende Sanktionen nach sich zog.
1987, Oktober: Ein Embargo für iranische Waren und Dienstleistungen wurde verhängt.
1988, April: Das US-Militär startete die Operation „Praying Mantis“, einen Angriff auf iranische Marineschiffe, Flugzeuge und Ölplattformen, als Vergeltung dafür, daß der Iran im achtjährigen Iran-Irak-Krieg den Persischen Golf verminte.
1988, Juli: Während des Iran-Irak-Krieges von 1980-88 schoß die US-Marine den zivilen Iran-Air-Flug 655 ab, wodurch alle 290 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Die Marine behauptete, man habe das Flugzeug fälschlicherweise als F-14 Tomcat identifiziert, einen in den USA hergestellten Kampfjet, der zum iranischen Bestand gehörte, obwohl Flug 655 zivile Identifikationscodes gesendet hatte.
1992: Die islamistische Regierung hatte anfangs eine eher mittelalterliche Haltung gegenüber der Einführung moderner Technologien, doch dies änderte sich unter der Regierung von Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani, der die erste Internet-Infrastruktur des Iran aufbaute. Das Interesse an allen Bereichen der Wissenschaft und Technologie begann zu wachsen.
1996: Die Vereinigten Staaten verhängten im Rahmen des Iran-Libyen-Sanktionsgesetzes ein vollständiges Embargo gegen Investitionen und Handel mit dem Iran, das auch ausländische Unternehmen im Energiesektor betraf.
2000, September: Der Iran, Rußland und Indien gründeten den Internationalen Nord-Süd-Transportkorridor (INSTC), und es begann der Bau wichtiger Eisenbahn-, Straßen- und anderer Verbindungen. Indien und der Iran begannen mit dem Ausbau des Seehafens von Tschahbahar zu einem wichtigen neuen interkontinentalen Handelszentrum.
2004, Februar: Während der Amtszeit von Präsident George W. Bush entschied das US-Finanzministerium, daß wissenschaftliche Manuskripte aus dem Iran nicht bearbeitet oder veröffentlicht werden dürfen, und erklärte, amerikanische Wissenschaftler, die mit Iranern zusammenarbeiten, könnten strafrechtlich verfolgt werden.
2008: Der MI6 startete eine Kampagne, um die Welt davon zu überzeugen, daß der Iran den Bau von Atomwaffen vorbereite. Der Enthüllungsjournalist Kit Klarenberg berichtete:
„Die bittere Wahrheit ist, daß die angeblichen nuklearen Bestrebungen des Iran eine Legende sind, die vom britischen Geheimdienst erfunden wurde. Nicholas Langman, langjähriger Spezialist für finstere Machenschaften beim britischen Geheimdienst und Leiter der Iran-Abteilung des MI6 von 2006-08, prahlte in einem durchgesickerten Lebenslauf damit, wie er ,Vertrauen‘ unter ,europäischen, US-amerikanischen und nahöstlichen Behörden‘ geschaffen habe, indem er [der MI6, Red.] zu der Einschätzung gelangte, Teheran habe ein geheimes, spezielles Programm zur Entwicklung von Atomwaffen.
Von 2010-12 leitete Langman dann eine ,behördenübergreifende‘ Initiative, um die IAEO [Internationale Atomenergie-Organisation] umfassend zu infiltrieren, während er ,hochwirksame und sich gegenseitig unterstützende Beziehungen innerhalb der Regierung und zu hochrangigen Kollegen in den USA, Europa, dem Nahen und Fernen Osten für strategische Zwecke [aufbaute]‘.
Die Mainstream-Medien haben die zentrale geheime Rolle Großbritanniens dabei, die gesamte öffentliche und politische Meinung der Welt von der Lüge zu überzeugen, daß der Iran nach Atomwaffenfähigkeiten strebe, niemals zugegeben.“1
2015, Juli: Der Gemeinsame Umfassende Aktionsplan (JCPOA, das sog. „Atomabkommen“) wurde vom UN-Sicherheitsrat ratifiziert. Er legte strenge Beschränkungen für die nuklearen Aktivitäten des Iran fest und schrieb eingehende Inspektionen vor, im Gegenzug für die Aufhebung der wirtschaftlichen und anderen Sanktionen der UN gegen den Iran.
2016, Januar: Der JCPOA trat in Kraft; die UN-Sanktionen wurden gemäß den Bestimmungen des Abkommens aufgehoben.
2017, Juli: US-Präsident Trump bestätigte, daß der Iran den JCPOA einhält, zögerte damit jedoch laut Presseberichten, obwohl die Internationale Atomenergie-Organisation zu dem Zeitpunkt bereits sechs Berichte veröffentlicht hatte, in denen festgestellt wurde, daß der Iran das Abkommen vollständig einhält. In einem Interview mit dem Wall Street Journal am 25. Juli äußerte Trump die Absicht, die Einhaltung des JCPOA durch den Iran bei der nächsten Überprüfung 90 Tage später nicht zu bestätigen, legte jedoch keine Beweise dafür vor, daß der Iran das Abkommen nicht einhält, und der Interviewer des Journal fragte ihn auch nicht danach.2 „Ich glaube, sie werden sich nicht daran halten“, sagte Trump. „Ich glaube, sie nutzen dieses Land aus.“
David Sanger von der New York Times berichtete am 27. Juli:
„Präsident Trump, frustriert darüber, daß seine nationalen Sicherheitsberater ihm keine Optionen vorgelegt haben, wie die Vereinigten Staaten aus dem Atomabkommen mit dem Iran aussteigen können, hat sie angewiesen, eine Begründung dafür zu finden, daß das Land gegen die Bedingungen des Abkommens verstößt.
Amerikanische Beamte haben ihren Verbündeten bereits mitgeteilt, sie sollten sich darauf vorbereiten, sich an der Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Iran zu beteiligen, oder sie müßten damit rechnen, daß die Vereinigten Staaten das Abkommen aufkündigen, wie sie es mit dem Pariser Klimaabkommen getan haben. Und laut mehreren ausländischen Beamten haben die Vereinigten Staaten begonnen, gegenüber internationalen Inspektoren in Wien die Möglichkeit anzusprechen, Zugang zu militärischen Standorten im Iran zu verlangen, an denen der begründete Verdacht besteht, daß dort nukleare Forschung oder Entwicklung betrieben wird.
Sollten die Iraner sich weigern, was wahrscheinlich ist, könnte Washington Teheran aufgrund dieser Weigerung für schuldig erklären, gegen das zwei Jahre alte Abkommen verstoßen zu haben.“3
2017, August: Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, setzte sich bei der IAEO dafür ein, daß diese die Inspektion nicht gemeldeter iranischer Militärstandorte fordert, obwohl sie wußte, daß der Iran dies niemals zulassen würde.
2017, September: Barbara Opall-Rome schrieb in Defense News:
„Ein hochrangiger israelischer General, der mit der Ausarbeitung der neuen Verteidigungspolitik seines Landes beauftragt ist, sagte, Israel müsse sich auf eine direkte Konfrontation mit dem Iran vorbereiten und zähle auf die Unterstützung der USA, um sich gegen die Islamische Republik durchzusetzen.
,Wir können nicht allein gegen den Iran kämpfen‘, sagte Generalmajor Yair Golan, Kandidat für den Posten des nächsten Stabschefs der israelischen Streitkräfte, am 7. September bei einer hiesigen Think-Tank-Versammlung... Sie sind eine höhere Form der Zivilisation. Sie haben eine gute akademische Infrastruktur, eine beeindruckende Industrie, gute Wissenschaftler und viele talentierte junge Menschen. Sie sind uns sehr ähnlich, und gerade weil sie uns ähnlich sind, sind sie viel, viel gefährlicher. Und wir können ihnen nicht alleine entgegentreten.“4
2017, Oktober: Trump weigerte sich, die Einhaltung des JCPOA durch den Iran zu bestätigen, obwohl der Iran alle Bedingungen des Abkommens erfüllte. Nur vier Wochen zuvor hatte die IAEO zum achten Mal festgestellt, daß der Iran die Vereinbarung einhält.
2018, März: Die neokonservative Fraktion sicherte sich eine dominante Position in der Trump-Administration. Mike Pompeo löste Rex Tillerson als Außenminister ab; Pompeo hatte enge Beziehungen zum führenden Neokonservativen Mark Dubowitz, dem Leiter der Foundation for Defense of Democracies. John Bolton wurde zum Nationalen Sicherheitsberater ernannt. Bolton hatte sowohl öffentlich als auch in Telefonaten mit dem Weißen Haus, von denen einige Berichten zufolge aus Sheldon Adelsons Villa in Las Vegas geführt wurden, die Aufkündigung des JCPOA gefordert.
2018, Mai: Trump kündigte den Austritt der USA aus dem JCPOA an, basierend auf Behauptungen des damaligen israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der Iran habe über sein Atomprogramm gelogen. Trump erklärte, er werde eine Durchführungsverordnung unterzeichnen, mit der alle US-Sanktionen, die aufgrund des Abkommens aufgehoben worden waren, wieder in Kraft gesetzt werden, eingeschlossen sekundäre Sanktionen gegen Drittländer, die nicht nur das Atomprogramm des Iran, sondern auch dessen Raketenprogramm und dessen mutmaßliche „Terrorismusunterstützung“ unterstützen würden.
2020, Januar: Die Vereinigten Staaten ermordeten Qassem Soleimani, den Kommandeur der Quds-Truppe der Revolutionsgarden (IRGC), als er mit einem Flug aus Syrien in Bagdad angekommen war. Soleimani hatte die Unterstützung der IRGC für irakische Milizen koordiniert, die gegen die Terrororganisation ISIS kämpften. Er galt als der erfolgreichste Anführer im Kampf gegen ISIS in der gesamten multinationalen Region.
2020, Dezember: Das iranische Parlament verabschiedete einen Gesetzentwurf über „strategische Maßnahmen”, um die Aufhebung der US-Sanktionen zu erzwingen. Der Gesetzentwurf verpflichtete u.a. die Atomenergieorganisation des Iran (AEOI), die Urananreicherung auf 120 kg 20%iges Uran-235 [U-235, das spaltbare Isotop] zu erhöhen, 500 kg LEU (schwach angereichertes Uran) zu lagern und keine IAEO-Inspektionen außerhalb des Zusatzprotokolls mehr zuzulassen.
2021, Februar: Der Oberste Führer des Iran, Ali Chamenei, hielt eine Rede vor dem Expertenrat, in der er nicht nur seine Unterstützung für den Gesetzentwurf des Parlaments zum strategischen Vorgehen zum Ausdruck brachte, sondern auch sagte: „Es besteht die Möglichkeit, die Anreicherung entsprechend den Bedürfnissen des Landes auf bis zu 60% [U-235] zu erhöhen.“
2021, März: In seiner Rede vor dem Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation am 5. März in Wien sagte der iranische Gesandte, Kazem Gharib Abadi:
„Das JCPOA ist ein Abkommen, das eine ausgewogene Kombination aus Rechten und Pflichten enthält, und wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, wären alle Elemente des Abkommens davon betroffen.“
Eine Besonderheit in Gharib Abadis Erklärung war jedoch seine Kritik an Israel: Es benutze die IAEO, um das iranische Atomprogramm anzugreifen, während es selbst ein geheimes Atomwaffenprogramm betreibe, das keiner Sicherheitsüberwachung unterliegt, im offenkundigen Gegensatz zum Verhältnis des Iran zur IAEO:
„Es ist ein klarer Widerspruch, daß Israel als Nichtmitglied des NVV [Nichtverbreitungsvertrag] die vollen Rechte und Privilegien aufgrund seiner Mitgliedschaft in der IAEO genießt und an allen Beratungen der Behörde teilnimmt, die sich auf Mitglieder des NVV beziehen, sich gleichzeitig aber von jeglicher Verantwortung befreit sieht...
Vor allem aber ist dieses Regime so zynisch und dreist geworden, daß es die Realität manipuliert und andere Mitglieder des NVV dafür kritisiert, daß sie aufgrund ihrer Mitgliedschaft im Vertrag Verpflichtungen haben, Israel jedoch nicht. Das ist ein sehr schwerwiegender Mangel und Versagen in der Arbeit der Behörde, der angemessen angegangen werden sollte.“5
2021, April: Am 10. April kündigte der Iran die Installation fortschrittlicher Zentrifugen in der Anreicherungsanlage Natanz an. Am nächsten Tag sabotierte Israel die Anlage, entweder durch Sprengstoff oder durch einen Cyberangriff. Am 13. April kündigten iranische Vertreter an, der Iran werde unverzüglich mit der Anreicherung von Uran auf 60% U-235 beginnen.
2024, Januar: Der Iran trat zusammen mit vier anderen Ländern der Region – Ägypten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Äthiopien – als Vollmitglied den BRICS bei. In den folgenden Monaten berieten iranische Gesandte mit den BRICS-Staaten darüber, daß der Iran als wirtschaftliche Brücke für Landwirtschaft und Transport zwischen Eurasien, dem Nahen Osten und Ostafrika dienen soll.
2025, Juni: Am 13. Juni begann Israel einen Überraschungsangriff gegen den Iran und löste damit den sogenannten Zwölf-Tage-Krieg aus; die Begründung war, der Iran stünde erneut kurz vor dem Bau einer Atomwaffe. Während des Angriffs bombardierte Israel militärische und nukleare Einrichtungen und ermordete prominente militärische, wissenschaftliche und politische Führungspersönlichkeiten. Der Iran antwortete mit mehr als 550 ballistischen Raketen und 1000 Drohnen und fügte israelischen Militär-, Energie- und Regierungseinrichtungen schweren Schaden zu. Am 23. Juni gab US-Präsident Donald Trump bekannt, ein Waffenstillstand sei vereinbart worden, und am Ende des nächsten Tages wurden die Kämpfe eingestellt.
In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni führten die Vereinigten Staaten einen Bombenangriff namens „Operation Midnight Hammer” gegen drei iranische Nuklearstandorte durch: Fordow, Natanz und Isfahan. Mehr als 125 US-Flugzeuge waren an dem Angriff beteiligt, darunter B-2 Spirit-Bomber, die GBU-57 „Bunkerbrecher”-Munition einsetzten, um die Standorte zu treffen. Nach dem Angriff prahlte Trump, alle drei Anlagen seien „vollständig zerstört” worden, eine Behauptung, die von vielen Militär- und Strategieanalysten angezweifelt wurde.
2025, Dezember: Aufgrund von Einmischung der USA, Großbritanniens und anderer Länder kam es in Iran zu wirtschaftlichen und finanziellen Turbulenzen, die die Auswirkungen jahrelanger Sanktionen und ausländischer Finanzkriegsführung weiter verschärften. Der Wert der iranischen Währung brach ein und die Preise für Güter der Grundversorgung stiegen sprunghaft an. Nach Demonstrationen in Teheran verhandelten Händler und andere Betroffene mit Präsident Masud Peseschkian, der die schwierige Lage einräumte und versprach, „keine Mühen zu scheuen, um die Probleme zu lösen”.
2026, Januar: Die Demonstrationen im Iran gingen weiter, wobei offensichtlich ausländische Kräfte koordiniert intervenierten, um ein Maximum an Chaos und Störungen zu verursachen. Der ehemalige US-Außenminister und CIA-Direktor Mike Pompeo schrieb auf X: „Ein frohes neues Jahr an alle Iraner auf den Straßen. Und auch an alle Mossad-Agenten, die neben ihnen herlaufen.“
US-Präsident Trump drohte mit einem Angriff auf den Iran, wenn Teheran seine demonstrierenden Bürgern mißhandle. Es startete eine internationale Medienkampagne mit Falschinformationen, wonach die Regierung in Teheran angeblich Zehntausende Menschen ermordet habe – so verbreiteten beispielsweise das Magazin Time und andere die Behauptung, es gebe 30.000 Todesopfer. Doch eine der wichtigsten Propagandastellen gegen das iranische Regime gab schließlich selbst zu, daß diese Zahlen falsch waren. Am 15. Februar veröffentlichte die in den USA ansässige Human Rights Activist News Agency (HRANA) eine Korrektur und gab eine Zahl von etwa 6500 an.6
2026, Februar: US-Finanzminister Scott Bessent prahlte am 5. Februar vor dem Senats-Bankenausschuß mit dem Erfolg der wirtschaftlichen Kriegsführung der Vereinigten Staaten gegen den Iran, eine Kombination aus den jahrelangen Sanktionen der USA und anderer Staaten gegen das Land und aus Sonderoperationen vom vergangenen Jahr, spätestens seit April 2025. Bessent sagte:
„Was wir getan haben, ist, eine Dollarknappheit im Land zu schaffen. Dies gipfelte im Dezember in einem raschen und, wie ich sagen würde, grandiosen Höhepunkt, als eine der größten Banken im Iran [Ayandeh Bank] zusammenbrach. Es kam zu einem Ansturm auf die Bank. Die Zentralbank mußte Geld drucken, die iranische Währung befand sich im freien Fall, die Inflation explodierte, und so sahen wir das iranische Volk auf die Straße gehen.“
Im Februar schürten das Weiße Haus und der Westen erneut die Angst vor dem Bau einer iranischen Atomwaffe, obwohl IAEO-Direktor Rafael Grossi, am 18. Februar erklärte, dafür gebe es keine Anzeichen. Dennoch gab Präsident Trump dem Iran am 18. Februar zehn Tage Zeit, den Bedingungen der USA zuzustimmen, sonst würden „schlimme Dinge passieren“.
2026, 17. Februar: Chamenei lehnte es ab, die von Trump in seinem Ultimatum festgelegten Verhandlungsbedingungen für das Atom-Friedensabkommen zu akzeptieren.
2026, 19. Februar: Trump sagte, der Iran habe „die wahrscheinlich nächsten zehn Tage“ Zeit, um das Abkommen zu schließen, später änderte er dies in „10, 15 Tage, ziemlich genau maximal“.
2026, 26./27. Februar: Auf der Grundlage eines schriftlichen Kompromißvorschlags des Iran wurde für den nächsten Verhandlungstag ein Treffen zwischen dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi angesetzt.
2026, 28. Februar: Der Angriff der USA und Israels auf den Iran begann.
Anmerkungen
1. „How MI6 Laid Iran War's Foundations”, Website des Enthüllungsjournalists Kit Klarenberg, 04.03.2026.
2. „Excerpts: Donald Trump's Interview With The Wall Street Journal”, The Wall Street Journal, 25.07.2017.
3. „Trump Seeks Way to Declare Iran in Violation of Nuclear Deal”,
David Sanger in The New York Times, 27.07.2017 (im Archiv von archive.today)
4. „Top Israel general: We need US support to fight Iran”, DefenseNews, 08.09.2017.
5. „Statement by H.E. Ambassador Kazem Gharib Abadi Resident Representative to the IAEA”,
Website der Ständigen Vertretung der Islamischen Republik Iran bei den Vereinten Nationen in Wien, 04.03.2021.
6. „Day 50 of the Protests: Intensification of Security Prosecutions and Uncertainty Regarding the Status of Detainees”,
Website der HRANA, 15.02.2026.
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