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Neue Solidarität
Nr. 13-14, 26. März 2026

Die nicht ganz so neue „neue Eugenik“ der Epstein-Klasse

Von Dennis Speed

Aus den mehreren Millionen Dokumenten der Maxwell-Epstein-Akten, die veröffentlicht wurden, tauchen immer mehr Geschichten über bizarre medizinische Experimente auf, die an die Experimente der Nazi-Ärzte erinnern, die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nürnberg vor Gericht gestellt wurden. Diese Berichte, darunter Gerichtsprotokolle von Opfern, die auf Jeffrey Epsteins „Zorro“-Ranch in New Mexico mißhandelt und vergewaltigt wurden, sind besonders verstörend. Die Ranch wird erst jetzt durchsucht, obwohl Epstein schon im Juli 2019 wegen des Vorwurfs des Sexhandels festgenommen und in New York inhaftiert worden war.

Epsteins Unterstützer, darunter zahlreiche Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Technologie am Massachusetts Institute of Technology (MIT), an der Harvard-Universität, am Stanford Research Institute und anderen renommierten Einrichtungen, haben sich durch ihre Beteiligung und Begünstigung seiner Handlungen schuldig gemacht. Diese Unterstützer ließen Epstein Vorträge halten und in einigen Fällen sogar Seminare leiten.

Es spricht Bände, daß der halbgebildete Epstein ein privates Büro an der Harvard-Universität hatte; er spendete ihr 9 Millionen Dollar, davon 6,5 Millionen für das „Programm für Evolutionsdynamik“ 2003. In den Epstein-Maxwell-Akten kam kürzlich ein Foto aus dem Jahr 2016 zum Vorschein, auf dem der Direktor dieses Programms, der Evolutionsbiologe Martin Nowak, mit Jeffrey Epstein und Steve Bannon zu sehen ist. Bannon war damals Direktor von Donald Trumps MAGA-Bewegung.

Aus den Akten tauchte kürzlich auch ein Austausch zwischen Bannon und Epstein auf, in dem Bannon sagte, wegen des unberechenbaren Verhaltens von Präsident Donald Trump (in dessen erster Amtszeit) müsse man bald den 25. Verfassungszusatz gegen ihn geltend machen, d.h. Trump wegen Amtsunfähigkeit absetzen!

Am 31. Juli 2019 berichteten die New York Times und andere Zeitungen, daß Epstein „seinen Samen über Generationen hinweg verbreiten wollte“. Dazu wollte er Körperteile bei extrem tiefen Temperaturen einfrieren lassen, vermutlich damit sie irgendwann später zur Verfügung stünden, um die zweifelhafte Nachfrage – beziehungsweise Epsteins Gebot, frei nach „Seid fruchtbar und mehret euch“ – zu befriedigen: eine Art umgekehrte Nekrophilie. Eine solche virtuelle Kopulation muß jedoch nicht unbedingt mit einem Menschen stattfinden. Vielleicht würde dieses Frankenstein-artige Projekt mit Hilfe eines oder mehrerer „Transhumanen“ durchgeführt, die nach Ansicht ihrer Schöpfer der großen Mehrheit der menschlichen Rasse überlegen wären, so wie Epstein sich überlegen fühlte.

Die meisten Menschen würden all dies zu Recht als schlüssigen Beweis dafür betrachten, daß ein Mensch, der solche Ideen hegt, die Grenze zum Wahnsinn überschritten hat und in einer Science-Fiction-Welt lebt. Epsteins Wahnvorstellungen offenbaren aber ein umfassenderes Phänomen, das sich oft in zusammenbrechenden Gesellschaften gezeigt hat, die es eigentlich besser hätten wissen müssen. Solche Vorstellungen, die in den letzten vier Jahrzehnten durch den weithin tolerierten, durch COVID beschleunigten Genuß von „Freizeitdrogen“ über drei oder mehr Generationen der europäischen und amerikanischen „Eliten“ noch verstärkt wurden, haben unter den transatlantischen „Eliten“ große Bedeutung, wenn nicht sogar Dominanz erlangt.

Vor mehr als vier Jahrzehnten, im Bürgermeisterwahlkampf in Boston 1983, hatten der mit Lyndon LaRouche verbundene Kandidat Michael Gelber und seine Mitstreiter den Slogan „Harvard war schon lange vor Hitler“. Denn schon 1922 hatte der Harvard-Mann Lothrop Stoddard von der American Eugenics Society in seinem Buch The Revolt Against Civilization: The Menace of the Under-Man (Die Revolte gegen die Zivilisation: die Bedrohung durch den Untermenschen) den Nazi-Begriff vom „Untermenschen“ vorweggenommen. Stoddard besuchte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Deutschland, wurde von den Nazis freundlich empfangen und hatte eine kurze Audienz bei Adolf Hitler.

Die Vorfahren der heutigen „Epstein-Klasse“: Teilnehmer des 3. Internationalen Kongresses für Eugenik versammeln sich vor dem Naturkundemuseum in New York City, 22. August 1932. Julian Huxley, von 1937-44 und 1959-62 Vorstandsmitglied der British Eugenics Society und Gründungsdirektor der UNESCO, sagte 1946 in einer Rede anläßlich der Gründung der neuen Organisation: „Auch wenn es sicher richtig ist, daß eine radikale eugenische Politik für viele Jahre politisch und psychologisch unmöglich sein wird, so wird es doch für die UNESCO wichtig sein, dafür zu sorgen, daß das eugenische Problem mit der größten Sorgfalt geprüft und die Öffentlichkeit über die damit verbundenen Fragen informiert wird, damit vieles, was heute undenkbar erscheint, wenigstens wieder denkbar wird.“

Machen wir uns nichts vor: Die abstrusen Theorien der sogenannten progressiven Rechten der PayPal-Mafia-Kumpane von Jeffrey Epstein und dem Robert-Maxwell-Clan über die „neue Eugenik“ sind nicht nur eine Neuauflage der kriminellen Ideen und Machenschaften von vor hundert Jahren, sie sind noch schlimmer. Man lese den folgenden Auszug aus dem Artikel „Von der öffentlichen Eugenik zur privaten Eugenik: Was bringt die Zukunft?“ aus dem Jahr 2022:

Machen wir uns ganz klar, was hier vorgeschlagen wird. Wenn es gelänge, die Eugenik von der Rassenwissenschaft der Nazis zu trennen, dann könnte man private Eugenikfarmen betreiben, so wie Epsteins „Babyfabrik“ in New Mexico, wo er 20 oder mehr Frauen gleichzeitig schwängern wollte, um seinen Samen und den anderer angeblich höherwertiger Menschen zu verbreiten. Eine solche „privatisierte Eugenik“ könnte in privatisierten Charter-Städten, in „Cyber-Firmenstädten“ ohne staatliche Bindung und Aufsicht, durchgeführt werden. Die Zustimmung zu solchen Verfahren könnte so einfach gemacht werden wie die Zustimmung zu einem Vertrag bei Handy-Updates, in den die meisten Menschen per Klick einwilligen, ohne ihn zu lesen – Verträge, die nicht zum Lesen gedacht sind, sondern zum Abstempeln.

Eine unschöne neue Welt

Das wäre dann in der Tat eine Schöne Neue Welt. Denken wir an Epsteins Ranch in New Mexico und erinnern uns dazu an die ersten Sätze in Aldous Huxleys gleichnamigem Roman Schöne Neue Welt aus dem Jahr 1932:

Huxleys Roman spielt an zwei Orten: London und New Mexico.

Wurden die minderjährigen Mädchen und Jungen, viele aus armen oder sozial schwachen Familien, von denen einige vermißt werden, bei diesen Verfahren mißbraucht und vielleicht sogar ermordet? Sind sie in den Augen der Täter der „Epstein-Klasse“ keine Opfer, sondern besonders privilegierte „menschliche Versuchskaninchen“? Nach welchen Kriterien werden sie ausgewählt? Gibt es besonders wünschenswerte Eigenschaften, die sie „biologisch geeignet“ machen, auf verschiedene Weise, aktiv oder passiv, von den selbsternannten „intelligentesten“ Männern (und Frauen) der Welt geschwängert zu werden? Sind sie „prädestiniert“ – und von wem? –, in naher Zukunft im Namen einer transatlantischen Goldenen Milliarde über die Menschheit zu herrschen, während die anderen sieben Milliarden Menschen als überflüssig, als nicht lebenswert betrachtet werden?

„Wenn wir nicht in der Lage sind, die DNA vollständig neu zu konstruieren, um das Wesen des Menschen zu verändern, gibt es viele Menschen, die nicht auf moderne Weise, sondern auf traditionelle Weise leben sollten. Und das ist ein Maß an Revolution, das weit über alles hinausgeht, was das Trump-Vance-Regime tut“, sagte der neue Trotzki der „rechten Progressiven“, Curtis Yarvin, letztes Jahr gegenüber dem Magazin New Yorker. Was er unter „traditionellem Leben“ versteht, zeigt sich in seiner Sichtweise auf den Bürgerkrieg, mit dem die amerikanische Republik gerettet und die Sklaven befreit wurden, den er „Südstaaten-Sezessionskrieg“ nennt. Yarvin, ein früherer „Hippie-Liberaler“, behauptete: „Es ist sehr schwer zu argumentieren, daß der Sezessionskrieg das Leben irgendjemandes angenehmer gemacht hat, einschließlich das der befreiten Sklaven.“

Dieser Yarvin ist ein enger Vertrauter von Palantir-Chef Peter Thiel, der in seinem Essay „Die Ausbildung eines Libertären“ 2009 den berühmten Satz schrieb: „Ich glaube nicht mehr, daß Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.“

Als es einmal darum ging, ob sein gutes Verhältnis zu Yarvin für ihn schädlich sein könne, sagte er ihm: „Wie gefährlich ist es, daß wir miteinander in Verbindung gebracht werden? Ein beruhigender Gedanke: Einer unserer versteckten Vorteile ist, daß diese Leute nicht an eine Verschwörung glauben würden, selbst wenn sie ihnen direkt ins Gesicht springt.“

Yarvin und seine Fans sind Anhänger des viel zu populären französischen rassistischen Schriftstellers Renaud Camus, der die Theorie vom „Großen Austausch“ aufstellte. Die These besagt, es gebe eine liberale Elite, die „die weiße christliche Zivilisation“ zerstören wolle, indem sie Europa mit Afrikanern und Asiaten überflutet – euphemistisch als „Einwanderungsproblem“ bezeichnet. Sie ist nichts anderes als eine Neuauflage eines Buchs von Lothrop Stoddard, The Rising Tide of Color Against White World-Supremacy (Die wachsende Flut der Farbigen gegen die weiße Welt-Suprematie) aus dem Jahr 1920, das die Kampagne für eine Beschränkung der Einwanderung stark beeinflußte. (Dies führte zum Einwanderungsgesetz von 1924, das die Einwanderung von Personen einer bestimmten Nationalität oder ethnischen Zugehörigkeit auf 2% der bereits in den Vereinigten Staaten lebenden Gruppe beschränkte und die Einreise von Asiaten verbot.)

In einem Artikel vom 1. Juli 2025 mit dem Titel „Vorsicht vor der neuen Eugenik“ schrieb der Autor Joel Kotkin:

Die Charakterisierung der Eugeniker des Silicon Valley als Menschen, die ein Sparta errichten wollen – eine Gesellschaft, die sich unnötigen Kriegen verschrieben hat, aber keine Loyalität oder Ehre kennt –, trifft den Nagel auf den Kopf. Das erklärt auch, warum diesen Transhumanisten oder Humanoiden Maschinen lieber sind als Menschen: Maschinen brauchen keine menschlichen Eigenschaften wie Liebe zum Vaterland, zur Familie oder zur Kultur. Maschinen versprechen nicht „ihr Leben, ihr Vermögen und ihre heilige Ehre” für eine Sache.

Es ist höchste Zeit, die „Neue Eugenik” zu beenden, die nichts anderes ist als die alte Eugenik, nur mit mehr Geld, mehr Propaganda und weniger Bildung. Nutzen wir die Epstein-Maxwell-Dateien, um die von Silicon Valley geförderte Krypta der postnazistischen Nazi-Experimente aufzubrechen, die Epstein und andere finanziert haben. Ihr Versuch, das zu stoppen, was ihre eigene räuberische, malthusianische Finanzpolitik in Nordamerika und Westeuropa angerichtet hat – eine katastrophale negative Rate des Bevölkerungswachstums mit einem entsprechenden „Epstein-Lebensstil“ –, ist verrückt und jetzt schon gescheitert. Der US-Eugeniker Madison Grant nannte das 1916 „das Ende der großen Rasse“. Aber Rassismus ist niemals großartig, und es gibt nur eine „Rasse“: die ganze Menschheit, deren Größe in ihrem Engagement liegt, die menschliche Kreativität zum Wohle aller einzusetzen.

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