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Neue Solidarität
Nr. 13-14, 26. März 2026

Peter Thiel hält Vorträge über den Antichristen in Rom

E.I.R. Nachrichten, 15.3. 2026 – Peter Thiel, Mitbegründer von PayPal und Palantir und wichtiger Geldgeber der MAGA-Bewegung, hält diese Woche in Rom eine für die Öffentlichkeit geschlossene Vortragsreihe über den Antichristen – und begibt sich damit auf Kollisionskurs mit Papst Leo XIV., dem ersten US-amerikanischen Pontifex der katholischen Kirche.

Die Vorträge folgen einem Konzept, das Thiel bereits im September des vergangenen Jahres in San Francisco bei einer Reihe von vier Vorträgen vorgestellt hat. Darin argumentierte er, die Rhetorik über existentielle Risiken im Zusammenhang mit KI würde als Waffe eingesetzt, um totalitäre Überregulierung zu rechtfertigen. „Der Antichrist würde die Welt so erobern, daß man ununterbrochen über Armageddon spricht“, sagte er.

Katholische Kritiker weisen auf die Ironie hin: Palantirs KI-Zielerfassungssysteme werden derzeit im Krieg der USA und Israels gegen den Iran eingesetzt, und die Gotham-Plattform erstellt durchsuchbare Überwachungsprofile aus E-Mails, Finanzunterlagen und sozialen Medien.

Der KI-Berater des Vatikans beschrieb diese Woche Thiels Karriere als „einen langwierigen Akt der Ketzerei gegen den liberalen Konsens“. Avvenire, die Zeitung der italienischen Bischöfe, bezeichnete Palantir als „einen Big Brother, der Orwells Prophezeiungen in den Schatten stellt“.

Der Theologe Massimo Faggioli drückte sich noch deutlicher aus: „Dies ist eine dem Papsttum feindliche Operation – Teil eines Versuchs, in Rom einen alternativen amerikanischen Kreis zu schaffen, der mit den Aussagen von Papst Leo konkurriert.“

Es gibt zudem eine britische Verbindung: Der Kulturverein Vincenzo Gioberti, der Thiels Vorträge in Rom mitorganisiert, wurde vor drei Jahren von Alberto Garzoni gegründet, der derzeit an der Universität Oxford promoviert und Vorsitzender der britischen „Catholics in the Conservative Party“ ist, berichtet die FT.

Der Veranstaltungsort ist geheim, die Gästeliste vertraulich, und Handys sind verboten. Alle katholischen Institutionen, die ursprünglich mit der Veranstaltung in Verbindung gebracht wurden, haben eine Beteiligung dementiert.

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