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E.I.R. Nachrichten, 13.5. 2026 – Da die Straße von Hormus weiterhin blockiert ist und die Ölreserven weltweit schwinden, richtet sich das Augenmerk stark darauf, welche Länder über ausreichende „Ölpuffer“ verfügen, um die Krise zu bewältigen. Al Jazeera berichtet in einem Artikel: „Nach Schätzungen der IEA [Internationale Energiebehörde] machen die zehn Länder oder Blöcke mit den größten Reserven 70% der weltweiten Vorräte aus… Entwicklungsländer gehören zu den Ländern, die am wenigsten darauf vorbereitet sind, den Schock abzufedern.“
Weiter heißt es:
„Die steigenden Kraftstoffpreise infolge des US-israelischen Krieges gegen den Iran treffen den größten Teil der Welt, aber die importabhängigen ärmeren Länder gehören zu den besonders Betroffenen und verfügen über die geringsten Energiereserven, um den Schlag abzufedern… Man geht davon aus, daß – abgesehen vom Nahen Osten, dem Epizentrum des Konflikts, und Zentralasien – die asiatisch-pazifische Region, in der viele Volkswirtschaften stark von importierten Brennstoffen abhängig sind, den größten wirtschaftlichen Schlag abbekommen wird.“
China verfüge laut der US-Energieinformationsbehörde (EIA) schätzungsweise über Notvorräte von etwa 1,4 Milliarden Barrel, mehr als die Reserven der USA, Japans, der europäischen OECD-Mitglieder und Saudi-Arabiens zusammen.
Zu den weiteren Nicht-IEA-Mitgliedern mit beträchtlichen Vorräten zählen Indien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran.
Andererseits schätzt das Unternehmen Rystad Energy aus Texas: „Mehr als 70% der Weltbevölkerung leben in Ländern, denen ausreichende Puffer fehlen.“
Der Grund liegt auf der Hand: „Für Länder, die mit Devisenengpässen, Druck des Schuldendienstes, Kosten für Nahrungsmittelimporte, Stromsubventionen und Sozialschutzbedürfnissen konfrontiert sind, kann das Vorhalten von Millionen Barrel Öl in Lagern als Luxus erscheinen, selbst wenn es strategisch notwendig ist“, erklärte der pakistanische Energieexperte Khalid Waleed gegenüber Al Jazeera.
Zu den stark betroffenen Regionen gehört auch Zentralamerika. In einem privaten Wirtschafts-Newsletter aus der Region heißt es, Zentralamerika, „eine Region, die nicht in den Konflikt verwickelt ist, keine Kontrolle über die Straße von Hormus hat und von ihr verbrauchtes Erdöl, Düngemittel und pharmazeutische Wirkstoffe (APIs) nicht selbst produziert“, stehe vor einer dramatischen Krise.
Mit einer Bevölkerung von 55 Millionen importiert Mittelamerika mehr als 75% der Düngemittel, die es verbraucht, und seit dem 28. Februar sind die Düngemittelpreise um 40-55% gestiegen. Honduras mit 11 Millionen Einwohnern „weist das höchste Risikoprofil in der Region auf. Etwa 50% seiner Grundgetreideproduktion sind von Granulatdünger abhängig; mehr als 800 000 ländliche Familien sind von chronischer Ernährungsunsicherheit betroffen und in hohem Maße von Überweisungen aus dem Ausland abhängig – mehr als 25% des BIP“, berichtet die Studie.
Weiter heißt es: „Zentralamerika unterhält keine industrielle Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen (APIs), was es strukturell von Importen aus Indien, China, Europa und Nordamerika abhängig macht.“ Indien spiele dabei eine entscheidende Rolle, da es etwa 60-65% aller weltweiten APIs sowie 20% aller Generika produziert. Mittelamerika benötige diese, um die Gesundheitssysteme der Region mit Antibiotika, Insulin und Antiparasitika zu versorgen.
„In Guatemala und Honduras sind mehr als 32% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt… Da keine Kapazitäten vorhanden sind, um diese Menschen aufzunehmen, führt dieser Druck zu Migration, was die Abhängigkeit von Überweisungen – die in Honduras mehr als 25% des BIP ausmachen – zur Aufrechterhaltung des Konsums verstärkt.”
Der Newsletter geht auf einige regionale Lösungsvorschläge ein. Die Zentralamerikanische Bank für wirtschaftliche Integration (BCIE) – eine internationale multilaterale Institution für Entwicklungsfinanzierung –, wird aufgefordert, „Notfallkreditlinien für den Import von Düngemitteln und lebenswichtigen Medikamenten bereitzustellen, die über das regionale Bankensystem mit staatlichen Garantien abgewickelt werden“.
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