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Liebe Leser, wer sagt denn, daß unsere Politiker keinen Humor haben? Die haben jede Menge davon! Nur halt unfreiwilligen…
Das fiel uns jetzt wieder besonders auf, als Deutschland die Abstimmung in der UNO über den zeitweisen Sitz im Sicherheitsrat hammerknüppeldick verloren hat.
(Für diejenigen mit einem Hang zur Schadenfreude: Schauen Sie sich mal das Gesicht unserer Ex-Außenministerin an, als sie das Abstimmungsergebnis verlesen muß. Sie werden auf Ihre Kosten kommen! Z.B. hier.
Beim letzten Mal 2018 hatte Deutschland noch 184 von 190 Stimmen bekommen – diesmal ganze 104. Jetzt drehen und winden sich unsere Politiker allesamt, drucksen rum und geben allem und jedem außer sich selbst die Schuld an dem Debakel:
Nein, das letzte war’n Witz. Aber es hat schon seine Komik, wie die sich jetzt gegenseitig angiften und sogar die Annalena vor den Bundestag zerren wollen, aber eine ehrliche Selbstkritik scheuen wie der Teufel das Weihwasser.
Solange sich die Berliner Regierung gegenüber Rußland, China, Iran u.a. als großer Moralapostel aufspielt, aber vor Kriegsverbrechen und Völkerrechtsbrüchen westlicher Staaten wie USA und Israel beide Augen fest verschließt – solange bleibt für Deutschland ein Sicherheitsratssitz etwa so wahrscheinlich wie ein Bundestagssitz für ein Nilpferd. (Hierzu empfehlen wir auch unsere Glosse in Neue Solidarität 36/2024.)
Zwar stimmen die Vorwürfe gegen die Annalena – man muß schon selten dämlich sein, um wie sie den Afrikanern vorschreiben zu wollen, wie ihre Toiletten auszusehen haben. Aber das ganze ging ja schon viel früher los, als unter Merkel der Herr Heusgen unser Land bei der UNO vertrat und dort einen Haufen Ärger machte. (Kennen Sie den noch, den Heusgen? Das ist der, der auf der Münchner Sicherheitskonferenz rumgeheult hat wie ein Schulmädchen.)
Und der Merz-Regierung bringt es sicher wenig Freunde ein, wenn sie Geld für Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe kürzt, weil sie es lieber für Waffen ausgibt.
Nun steht er dumm da, unser Herr Außenminister Wadephul, der Johann. Auch er hat sich in der Weltpolitik nicht gerade mit Intelligenz und Einfühlungsvermögen bekleckert. Wir sind kürzlich auf ein typisches Beispiel gestoßen:
Anfang Mai wird weltweit ein „Afrikatag“ gefeiert. Unsere Leitmedien machen da gewöhnlich einen großen Bogen drum herum, aber die Bundesregierung mußte ran, nicht zuletzt wegen der UN-Kandidatur. Also hielt der Johann zum Afrikatag in Berlin eine kurze Ansprache. Und die fing so an:
„Als die Bundesregierung vor genau einem Jahr ihren Koalitionsvertrag unterzeichnet hat, waren wir uns einig: Wir werden die globale Bedeutung Afrikas in den Mittelpunkt unserer Außenpolitik stellen.“
Ehrlich, Johann? Afrika? Im Mittelpunkt der Außenpolitik der Merz-Regierung? Afrika? Bist du dir ganz sicher, daß du nicht „Ukraine“ sagen wolltest?
Ich vermute, die Afrikaner im Publikum haben höflich geschwiegen, doch man weiß nicht, ob sie innerlich total verärgert oder einfach nur total belustigt waren…
Es folgten noch mehr Peinlichkeiten. Lesen Sie mal diesen Absatz:
„Und vor wenigen Tagen erst bin ich von meinem ersten Besuch in Marokko zurückgekehrt. Meine Beine schmerzen noch ein wenig von dem Fußballspiel gegen die marokkanischen Nachwuchsspielerinnen. Und ganz offensichtlich ging es nicht darum, wer gewinnt. Jedoch ist mir wieder einmal klar geworden, daß man als deutscher Außenminister immer auch Fußballdiplomat ist. Mein Job geht aber natürlich darüber hinaus.“
Ehrlich, Johann? Dein Job geht über Fußball hinaus? Ein Außenminister, der noch was anderes beherrschen muß als Fußball? Mensch, wer hätte das gedacht!
Bei so einem Quark hofft man ja fast schon inständig, daß der Minister die Rede von der KI schreiben ließ.
– Ja, liebe Leser, Arroganz und Doofheit reichen in der deutschen (Außen-)Politik eben weit über Parteigrenzen hinaus... Es grüßt
Ihr Eulenspiegel
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