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Aus der Neuen Solidarität Nr. 36/2007

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„Ringelpiez mit Anfassen“

Beim „Tag der offenen Tür“ wurde alles mögliche geboten - nur die Politik mußte man lange suchen. Die Larouche-Jugendbewegung nutzte die Gelegenheit, das Gespräch auf die wichtigen Fragen zu lenken. Karsten Werner berichtet.

Wer sich am letzten Augustwochenende 2007 in Berlin am "Tag der offenen Tür" in die Bundesministerien - einschließlich des Kanzler- und des Bundespresseamts - begeben hatte, traf einen bunten Zirkus an, frei nach dem Motto: „Brot und Spiele für das Volk“. Wo man auch hinsah, gab es Tanz, Kugelschreiber, Speis und Trank - nur die Politik mußte man mit der Lupe suchen.

Leider ist dies der Stoff, aus dem Tragödien gemacht werden: Während das gesamte deutsche Bankenwesen mitsamt dem weltweiten Finanzsystem mit großem Getöse abstürzt, wird dem Volk eine heile Welt vorgegaukelt. Und oft trifft man selbst politisch engangierte Bürger nur noch beim Erbetteln eines Gefallens an.

Doch ohne den herrschenden Zeitgeist in Frage zu stellen, gibt es auf die jetzige Krise keine tatsächliche Antwort. Denn dieser Zeitgeist ist es, der uns bis an den heutigen Abgrund gebracht hat, beginnend mit dem Wertewandel der ´68-Generation. „Hier und jetzt“, d.h. ohne eine historische Perspektive, wird man das grundlegende Problem nicht lösen können. Das Zauberwort heißt dabei Franklin Roosevelt und seine Herangehensweise bei der Überwindung der großen Weltwirtschaftskrise nach 1929. Seit seinem Tod (und spätestens seit John F. Kennedys Ermordung) haben wir zunehmend in Passivität geglänzt und mit angesehen, wie die Grundfesten unserer Gesellschaft durch postmoderne Perversionen à la Rupert Murdochs „MySpace“, „Second Life“ oder auch „Big Brother“ ersetzt wurden, die keine Woche überstehen, bevor nicht schon der nächste Zeitvertreib her muß.

Für unseren kleinen Bericht hier hat dieses quasi virtuelle Leben der modernen Unterhaltungsindustrie durchaus Bedeutung: denn die Mehrheit der Leute lebt in einem nicht existenten Schlaraffenland, in dem es unbegrenzt Geld gibt. Angesichts des jüngsten, wildgewordenen Liquiditätspumpens seitens der EZB und anderer Zentralbanken fragt man sich doch: Haben wir aus Weimar 1923 bzw. von LaRouche nichts gelernt?

Im Gegenteil. Wir durften soeben das Außerkraftsetzen der sächsischen Verfassung (!) miterleben, um in einer panischen Blitzaktion die sächsische Landesbank vor dem totalen Aus zu retten.

Und die Stimmung in den Bundesministerien? Gespielt gelassen. Beim Rundgang durch das Gebäude des Verkehrsministeriums drängte sich unwillkürlich die Frage auf, ob man nicht versehentlich in ein Museum geraten war. Da stand ein virtueller Drahtesel, im ICE-Simulator war Energiesparen angesagt (Abbremsen zum Energiesparen - wozu dann überhaupt den ICE?), der Transrapid war weit und breit nicht zu sehen! Doch halt, wie steht’s denn mit der Forschungsabteilung? Nachdem wir diese mit etlichen Fragen über Magnetbahnen, die Fehmarnbrücke, Raumfahrtprojekte u.v.a.m. bombardiert hatten, fiel eines auf: Immer wieder wurde das Geld zum springenden Punkt ernannt, wenn es um die tatsächliche Durchsetzung verschiedenster großartiger Ideen ging. Bei der Erwähnung der finanziellen Ausstöße der Europäischen Zentralbank in der Größenordnung von mehreren 100 Millarden Euro für die Rettung von Glücksspielschulden gab es jedoch nur zähneknirschendes Stillschweigen. Masturbation statt zukunftsschwangere Projekte heißt scheinbar die Devise. Letztendlich konnten wir aber doch einige Mitarbeiter aus ihrer Betriebsblindheit herauslocken, die dann auch unseren Lesestoff interessiert annahmen und mit uns in Kontakt bleiben werden.

Dem Wirtschaftsministerium sind wohl offensichtlich die Armleuchter ausgegangen, da dem Besucher nach erfolgreicher Tour eine Energiesparlampe ausgehändigt wurde. Wie sagte doch gleich eine weise Dame aus diesem Hause: "Die beste Art, Energie zu produzieren, ist Energie zu sparen!" Ja, das muß jetzt nur noch diesen verständnislosen Afrikanern und Asiaten erklärt werden!

Der einzige Hoffnungsschimmer war hier die große 3D-Ausstellung über unseren Nachbarplaneten Mars. Der zuständige Geologe hielt nicht viel von der im übrigen Hause üblichen Klimahysterie, ihm lag vielmehr an der Diskussion über eine bemannte Raumfahrt zum Mars und die ähnliche, wenn auch nicht ganz so schwierige Herausforderung der Beringstraßenuntertunnelung. An den anderen, zahlreichen Ständen im Hofe des Ministeriums waren wir altbekannt, da die Mitarbeiter regelmäßig frühmorgens von uns mit der neuesten Literatur versorgt werden. Nur diesmal waren wir drin und sie konnten nicht, wie sonst, flugs davoneilen! Auch hier traf man das leidige Geldproblem an, so daß wir die Betroffenen mit ihren eigenen Gesetzen (z.B. das Stabilitätsgesetz von 1967 zur Erhaltung des wirtschaftlichen Gleichgewichts) vertraut machen mußten.

Übrigens, noch einmal zum Thema Weimar: Ein hoher Beamter im Justizministerium gab nach einigem Hin und Her zwar zu, daß es in den 30er Jahren ähnliche Maßnahmen und Absichten wie heute unter Schäuble gab, doch ein wirklich grundlegendes Problem sah er dabei nicht.

Nun liegt es an Ihnen, liebe Leser, sich zu vergegenwärtigen, daß wir es hier nicht mit irgendwelchen armseligen Individuen zu tun haben, die eine Nische in unserer Gesellschaft gefunden haben, wo sie unbehelligt dahindrömmeln können. Nein, wir haben es hier mit Spitzenrepräsentanten unseres Staats zu tun! (Hans Christian Andersen wäre bei letzterem Punkt wohl anderer Meinung!).

Unser Finanzminister z.B. liest mit einer Kollegin öffentlich die Liebesbriefe zwischen NSDAP-Mitglied Martin Heidegger und Hannah Arendt, während er als Vision für die nächsten 20 Jahre Deutschland stolz verkündet, daß er die Schulden loswerden will. Was aber wird er tun, wenn sich als Folge der riesigen finanziellen Unterstützungsaktionen der Zentralbanken für die internationalen Spitzenzocker in den letzten Wochen sich auch für den Bundeshaushalt die Frage neuer, gigantischer Schulden stellt? Wird er auf so etwas wie Hjalmar Schachts brutale Austeritätspolitik zurückgreifen, die mit der Agenda 2010 ja bereits begonnen hat, oder wird er sich einer finanziellen und wirtschaftlichen Neuordnung öffnen, entsprechend dem „Gesetz von 2007 zum Schutz von Eigenheimbesitzern und Banken“, wie es LaRouche jetzt für die USA vorgeschlagen hat (s. Neue Solidarität, 35/2007)

Die LaRouche-Jugendbewegung wird die Antwort auf diese Frage natürlich nicht passiv abwarten, sondern sich weiterhin an die Fersen dieser Leute heften.

Karsten Werner (23), LYM Berlin

Lesen Sie hierzu bitte auch:
LaRouche: Rettet die Menschen, nicht die Spekulanten!
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